Im dritten Viertel war Tetsu wieder dabei. Er hatte neuen Mut gefasst, sodass er mit den anderen wieder mithalten konnte, kreuzte Aomines Weg, als dieser Punkten wollte und zwang ihn somit zu einem Offensivfoul. Junpei holte dadurch die nächsten drei Punkte für unser Team. Doch ab einem gewissen Zeitpunkt wurde Tetsu vom Kapitän der To-oh gedeckt, der all seine nächsten Aktionen und Handlungen verhinderte. „Das gibt's doch nicht! Er scheint alles vorhersehen zu können, was Tetsuya vorhat", rief Riko aus. „Shoichi Imayoshi beobachtet sehr genau, es kommt einem fast so vor als könne er Gedanken lesen. Mein Bruder hat die Angewohnheit für den Bruchteil einer Sekunde dahinzusehen, wo er als nächstes hin spielt. Sie richten sich mal wieder komplett nach Momois Analysen...", antwortete ich. Taiga hatte es derweil immer noch mit Aomnie zu tun, der ihm noch immer überlegen war und punkten konnte. Jetzt packt er endlich alles aus, was er drauf hat... To-oh holte einen Punkt nach dem anderen und unser Rückstand wurde immer größer. Doch um Teppeis Willen waren die Jungs nicht bereit zu verlieren, ihr Kampfgeist war ungebrochen und sie spielten ihren letzten Trumpf aus. Tetsus letzte Technik der Irreführung, die es so aussehen ließ, als würden seine Teamkameraden verschwinden. Dies verwirrte die To-oh so sehr, dass sie zunächst keine vernünftige Verteidigung zustande brachten. Jedoch lagen wir am Ende des dritten Viertels noch immer mit elf Punkten zurück.Zu Anfang des letzten Viertels holten wir weiter auf, sodass unser Rückstand nur noch im einstelligen Bereich lag. Doch Aomine legte nach und baute ihren Vorsprung wieder aus. So ging es eine Weile hin und her, immer wenn wir Punkte erzielten, glichen unsere Gegner sofort wieder aus und holten sich die Punkte zurück. Es musste uns unbedingt gelingen Aomine zu stoppen. Und als Tetsu, Taiga und Teppei ihm zu dritt gegenüber standen und verteidigten, verfehlte er zum ersten Mal den Korb. „Ha, sie haben es geschafft seine Zielgenauigkeit zu beeinflussen!", rief ich begeistert aus. „Ich wusste nicht, dass so etwas möglich ist. Wow...", murmelte Riko. Durch Pushing von Rio bei einem Dreierwurf, den Junpei gerade ausführte, bekamen wir drei Freiwürfe, die er daraufhin alle im Korb versenkte. Somit lagen wir nur noch drei Punkte zurück. Doch dies stachelte Aomine nur noch mehr an und er holte sofort die nächsten Punkte für To-oh. „Jetzt schöpft er sein gesamtes Potential aus. Er befindet sich vollständig in der Zone. Momoi hat schon davon erzählt, aber ich habe es selbst noch nie gesehen...", murmelte ich. „Daiki Aomine ist ein wahres Monster..." Während der Auszeit bat Taiga darum sich ihm alleine stellen zu dürfen. Er wirkte total davon überzeugt ihn so aufhalten zu können, weshalb die anderen dem zustimmten. Die letzten vier Minuten waren angebrochen und Taiga lieferte sich einen heftigen Kampf mit Aomine, dem er zu Anfang nicht gewachsen zu sein schien. Und auch die anderen gaben noch einmal alles und holten jeden Punkt, den sie kriegen konnten. Und ganz zum Schluss schaffte es Taiga ebenfalls in die Zone einzutreten und Aomine den Ball aus der Hand zu schlagen. Ab diesem Zeitpunkt lieferten sich die Beiden einen erbarmungslosen Zweikampf, jedoch schafften sie es nicht die Abwehr des jeweils anderen zu überwinden. Irgendwann dribbelte Taiga aber doch vorbei und verringerte unseren Rückstand auf drei Punkte. Sie trieben sich gegenseitig an ihre Grenzen, Taiga verhinderte Aomines letzte Punkte und verschaffte Junpei die Möglichkeit zum Punkten. Doch Aomine punktete ebenfalls und wir lagen schon wieder drei Punkte zurück. Nach einem erneuten Zweikampf, passte Taiga zu Teppei, der den Ball versenkte und zusätzlich gefoult wurde, wodurch wir noch einen Freiwurf bekamen. Dieser endete in einem Rebound, den Taiga annahm und vom Korb wegschlug. Tetsuya lief dem Ball hinterher, erreichte diesen rechtzeitig und wir gewannen aufgrund dessen das Spiel mit 101:100, nachdem der Ball in der letzten Sekunde im gegnerischen Korb landete. Lachend und mit Tränen in den Augen fielen Riko und ich uns die Arme, während die Jungs es uns gleichtaten und sich ebenfalls jubelnd umarmten. Die Zuschauer tobten und feierten unser Team.
Gemeinsam gingen wir zu Taiga, nachdem dieser angeboten hatte, dass wir die Siegesfeier bei ihm abhalten können. Ich hatte gemischte Gefühle, als wir in seiner Wohnung standen. Einerseits wirkte alles so vertraut wie immer, aber andererseits erinnerte mich hier alles an die gemeinsamen Stunden, die wir hier verbracht haben. „Wo ist eigentlich Riko?", fragte Teppei irgendwann. „Sie wollte mit dem Essen sofort in die Küche", antwortete einer der Erstklässler unbekümmert, woraufhin die übrigen Jungs panisch reagierten und Junpei diesen am Kragen packte. „Hast du vergessen was letzten Sommer passiert ist?! Da könnten wir ja gleich unsere Beerdigung organisieren!" „Essen ist fertig", rief Riko gleich darauf aus der Küche. „Das sieht ja ganz normal aus", murmelten alle im Chor. „Probiert doch erst mal. Ich bin sicher, dass es schmeckt", sagte ich und holte Geschirr für alle. Skeptisch blickten alle auf den Eintopf, den sie gekocht hatte. „Feiglinge...", knurrte ich, schnappte mir die Stäbchen und aß als Erste davon. Als sie bemerkten, dass nichts passierte wurden sie mutiger und probierten ebenfalls. „Hey, das schmeckt total lecker!", rief Junpei aus. „Misaki hat mir das Kochen beigebracht", antwortete Riko stolz und lächelte mir dankbar zu. „Hab ich doch gern gemacht", antwortete ich und legte ebenfalls ein sanftes Lächeln auf. Nach dem Essen waren alle total müde und kaum jemand sagte noch etwas. Starr blickte ich auf den leeren Topf, der in der Mitte des Tisches stand, als Tetsu seinen Kopf auf meiner Schulter ablegte. Unwillkürlich lauschte ich dem Gespräch zwischen Riko und Teppei, um mich von meinen eigentlichen Gedanken abzubringen. Doch das schaffte ich nicht. Die Person, deren Worte ich nicht mehr aus dem Kopf bekam saß auf der anderen Seite neben mir. Schon seine Nähe zu spüren brachte mein Herz zum schneller schlagen. Ich ließ meinen Blick zu Taiga schweifen und musterte sein Gesicht. Auch er sah müde aus, doch in seinen Augen funkelte die Ungeduld. Er wartete sehnlichst darauf, dass wir uns noch einmal unterhalten konnten. Ohne mich anzusehen rückte er etwas näher zu mir, bevor ich spürte wie seine Hand meinen Rücken berührte und sanft meine Wirbelsäule hinauf fuhr. Trotz der Wärme dieses Raumes bekam ich eine Gänsehaut und blickte unsicher von ihm weg. Seine Finger trafen auf meinen Nacken und drängten meinen Kopf dazu an seinen Arm zu fallen. Ich ließ es zu ohne eine Miene zu verziehen und spürte dabei wie seine Hand wieder meinen Rücken hinunter glitt. Es herrschte eine Stille zwischen uns die teils unangenehm und teils entspannend war.
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Was sich neckt, das liebt sich (Taiga Kagami x Oc)
FanfictionMisaki Kuroko ist die Zwillingsschwester von Tetsuya Kuroko und 16 Jahre alt. Sie ging zusammen mit ihrem Bruder auf die Teikō Mittelschule und weiß ebenso viel über die Wundergeneration wie er. Im ersten Jahr der Seirin Oberschule begegnet sie dem...