Nach dem letzten Trainingsspiel sind wir noch in ein Restaurant gegangen und werteten die Ergebnisse aller vergangenen Spiele aus, bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten. „Seht mal was ich gefunden habe", sagte Tetsu plötzlich und hielt einen süßen, kleinen, schwarz-weißen Hund mit blauen Augen und spitzen Öhrchen in den Armen. „Oh mein Gott ist der süß", quietschten Riko und ich zeitgleich. „Wo hast du denn den gefunden? Es wäre möglich, dass er jemandem gehört", warf Junpei ein. „Er trägt jedenfalls kein Halsband und hier ist kaum eine Menschenseele", antwortete Tetsu. „Vielleicht ist er von zu Hause weggelaufen", argumentierte er weiter. „Dann erstellen wir morgen Plakate mit seinem Bild und hinterlassen unsere Telefonnummer darauf. Aber heute kommt er erst mal mit zu uns, nicht wahr mein Süßer?", sagte ich und kraulte den Kleinen hinter den Ohren. Tetsu nickte enthusiastisch. „Wartet mal, wir können ihn doch nicht einfach mitnehmen! Und haben eure Eltern nichts dagegen, wenn ihr einen herrenlosen Hund mit nachhause bringt?!" „Ach, die überzeugen wir schon. Jetzt brauchen wir noch einen hübschen Namen für dich", entgegnete ich und nahm meinem Bruder den Hund aus den Armen, der daraufhin leicht schmollte. „Was meinst du Taiga? Welchen Namen sollen wir ihm geben? Du bist schon die ganze Zeit so still", fragte ich den Rothaarigen und ging ein paar Schritte auf ihn zu. „Komm mir bloß nicht zu nahe mit dem Hund!", quietschte er leicht panisch und wich zurück. „Was ist los mit dir? Jetzt sag nicht du hast Angst vor Hunden?!", fragte ich lachend nach. „N-Natürlich nicht, sie sind mir nur unheimlich", druckste er herum. Mein Lachen wurde noch lauter. „Ja nach dieser Reaktion glaub ich dir das auch aufs Wort." Riko kam näher, streichelte den Kleinen und sagte mit einem Grinsen im Gesicht: „Findet ihr nicht, dass er jemandem ähnlich sieht?" Kurz blickte ich in seine großen blauen Augen, die mich interessiert musterten, bevor mir ein Licht aufging. „Sieht so aus, als hätten wir jetzt zwei Tetsuyas. Also bist du ab heute Tetsuya 2", sagte ich grinsend und drückte den kleinen Hund sanft an mich.
Wir hatten es fast bis ins Finale der Qualifikation für das Inter High geschafft und uns stand nur noch die Mannschaft der Seiho im Weg, bis wir auf Shūtoku trafen, in der auch Midorima spielte. Gerade hatten wir uns über beide Mannschaften ausgetauscht und beendeten unsere Besprechung, nachdem Tetsu und ich den anderen einiges über Midorima erzählt hatten. „Klingt ja so, als wäre dieser Typ ein verdammtes Genie. Ist das der Kerl mit dem du die Distanzwürfe trainiert hast?", fragte Taiga an mich gerichtet. „Ja genau das ist er. Ihr müsst im Spiel unbedingt aufpassen, Midorima ist auch in der Lage von der Mittellinie aus den Ball im Korb zu versenken. Seine Berechnungen sind sehr genau und ich hab noch nie gesehen, dass er den Korb verfehlt hat", antwortete ich. „Keine Sorge das schaffen wir schon, oder Leute?", rief er motiviert und dribbelte mit dem Ball drauflos. Kopfschüttelnd und grinsend blickte ich ihm nach, beobachtete die Jungs beim Spielen und bemerkte mal wieder wie sehr es mir doch fehlte in einer Mannschaft zu spielen. Tetsuya 2 kam währenddessen angetrottet, setzte sich neben mein Bein und rieb sein Köpfchen daran. Lächelnd blickte ich zu ihm hinab und streichelte ihn. Die Suche nach einem möglichen Besitzer blieb erfolglos und somit war der Kleine nun offiziell ein Mitglied unseres Teams.
Das Spiel gegen Seiho war sehr hart und somit trafen wir im Finale auf Shūtoku. Als die Jungs sich noch im Umkleideraum befanden, traf ich im Flur auf Midorima. „Du bist also mittlerweile die Managerin des Seirin Basketballteams? Bist du damit wirklich zufrieden? Vielleicht hättest du eine andere Schule wählen sollen?!", fragte er. „Anfangs war es schwierig sich mit dem Gedanken anzufreunden, doch mittlerweile macht es mir Spaß das Team zu managen. Außerdem hab ich abends nach dem Training noch Zeit Basketball zu spielen", antwortete ich lächelnd. „Und das reicht dir wirklich? Du warst eine gute Spielerin, Misaki." „In der Oberschule hätte ich schon gerne noch in einem Team gespielt, aber wie gesagt, ich bin zufrieden mit dem was ich jetzt tue. Es ist alles in Ordnung", bestätigte ich und wollte an ihm vorbei gehen, als er plötzlich fragte: „Ist zwischen dir und Kise wirklich Schluss?" Überrascht blickte ich ihn mit geweiteten Augen an. „Wieso interessiert dich das? Hat dir Ryōta etwa die Ohren vollgejammert?", fragte ich leicht angesäuert. Er antwortete nach einem langen Seufzer: „Allerdings, der war total fertig und hat sogar geheult. Nochmal hör ich mir das nicht an... Mach das bitte Rückgängig." „Wie bitte? Ich brauch keine Beziehungstipps von dir, klar?! Auch wenn ich dich gut leiden kann, aber was zwischen Ryōta und mir ist oder war geht dich nichts an...", antwortete ich schnippisch und setzte erneut dazu an, an ihm vorbei zu gehen, als er mir den Weg versperrte. Genervt sah ich zu ihm auf, als er noch nachsetzte: „Wie auch immer. Ich hoffe, dass du das nicht irgendwann bereust..." „War's das? Hast du mir jetzt genug Tipps gegeben? Gut!", knurrte ich und ließ ihn nun endgültig stehen. Mit brodelnder Wut im Bauch ging ich schnellen Schrittes zur Umkleide zurück.
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Was sich neckt, das liebt sich (Taiga Kagami x Oc)
Hayran KurguMisaki Kuroko ist die Zwillingsschwester von Tetsuya Kuroko und 16 Jahre alt. Sie ging zusammen mit ihrem Bruder auf die Teikō Mittelschule und weiß ebenso viel über die Wundergeneration wie er. Im ersten Jahr der Seirin Oberschule begegnet sie dem...