8. Annäherung und Auseinandersetzung

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Gemeinsam gingen wir noch etwas Essen und trafen dabei auf Ryōta und Yukio Kasamatsu. Warum sitzen Tetsu, Taiga und ich jetzt ausgerechnet mit den Beiden an einem Tisch. Ich will hier weg... Gleich darauf betraten auch noch Midorima und Kazunari das Restaurant und wir blickten uns alle verdutzt an. Kazunari verwickelte Kasamatsu sofort in ein Gespräch und setzte sich zusammen mit ihm an einen anderen Tisch, weshalb Midorima nun bei uns saß. Innerlich stöhnte ich auf, da das hier einfach zu bizarr war. Wie konnte es nur dazu kommen? Seufzend legte ich meinen Kopf in eine meiner Hände und blickte verzweifelt zu Riko, die mich jedoch nur aufmunternd angrinste. Ryōta schwang währenddessen große Töne, dass er beim nächsten Spiel gegen uns nicht verlieren würde. Tetsuya blickte ihn nur gleichgültig an, während Taiga antwortete: „Das werden wir noch sehen." „Glaub ja nicht, dass wir es dir so einfach machen werden", bestätigte ich und blickte ihn herausfordernd an. „Ah ich mag es wenn du diesen Blick drauf hast Misalein", entgegnete er grinsend. „Trotzdem werden wir nächstes Mal gewinnen. Wir haben sehr hart trainiert und beim Inter High werden wir es euch so richtig zeigen." „Ja richtig, das Inter High... Aomines Team hat sich doch bestimmt auch qualifiziert...", murmelte ich. „Ja, allerding und gegen den werdet ihr es nicht leicht haben", bestätigte Midorima. „Wer ist denn dieser Typ?", fragte Taiga. „Er ist ebenfalls ein Mitglied der Wundergeneration und spielt bereits in der Meisterschaft", erklärte Midorima. „Ja, aber seine Art zu spielen mag ich nicht", warf Tetsu ein. Während er Taiga dazu mehr erklärte, beugte sich Ryōta zu mir vor und bat mich noch einmal um ein Gespräch. Doch nachdem was letztes Mal passiert war zögerte ich. „Bitte, ich will nur mit dir reden. Das, was letztes Mal passiert ist tut mir leid und es wird sich nicht wiederholen." Er klang aufrichtig und da ich das zwischen uns ein für alle Mal klären wollte, stimmte ich zu und wir suchten uns eine ruhige Ecke.

Nachdem er mehrmals versucht hatte mich davon zu überzeugen, dass wir es noch einmal miteinander versuchen sollten und ich immer wieder ablehnte, hatte er irgendwann Tränen in den Augen. „Ryōta es tut mir leid, aber das was wir hatten ist vorbei. Meine Gefühle für dich haben sich verändert. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen, zumindest bis wir angefangen haben uns täglich zu streiten. Mittlerweile denke ich gerne an diese schönen Tage zurück, aber diese Zeiten kommen nie wieder... Du musst das hinter dir lassen, es verarbeiten und dann nach vorne blicken." „Das will ich aber nicht. Ich will dich nicht verlieren", sagte er leise schluchzend und blickte zu Boden. „Du verlierst mich nicht, Ryōta. Lediglich unsere Beziehung zueinander hat sich verändert, aber du kannst immer zu mir kommen wenn du einen Rat oder Hilfe brauchst. Und vielleicht sind wir irgendwann soweit, dass wir wieder Freunde sein können", antwortete ich sanft, ging einen Schritt auf ihn zu und schloss ihn in meine Arme. Zögerlich erwiderte er die Umarmung und drückte mich dann schluchzend an sich. „Es tut mir so leid. Ich hab alles zwischen uns kaputt gemacht..." „Mach dir keine Gedanken mehr darüber und vor allem, gib dir nicht die Schuld daran. Sonst wirst du dich am Ende nur selbst dafür hassen", flüsterte ich und blickte zu ihm nach oben. Sanft wischte ich die Tränen aus seinem Gesicht und seinen Augen, bevor ich ihn noch einmal kurz drückte und mich danach von ihm löste. Ich schenkte ihm noch ein aufmunterndes Lächeln, bevor ich zu den anderen zurückkehrte. „Alles ok zwischen euch?", fragte Tetsu, der ebenso wie Taiga, alles genauestens beobachtet hatte. „Ja, ich denke jetzt kann ich endlich damit abschließen und er auch...", antwortete ich erleichtert. „Gut. Das war dringend nötig und ihr Beide habt diesen Abschluss gebraucht, um ein neues Kapitel anfangen zu können", sagte Taiga, legte mir aufmunternd seine große Hand auf den Kopf und lächelte sanft.

Bereits am übernächsten Tag trainierten die Jungs als wäre nichts gewesen, um gut auf das Inter High vorbereitet zu sein. Alle waren überaus motiviert, ebenso wie ich. Der Erfolg des Teams stachelte mich dazu an jeden Abend zu trainieren, wobei Taiga mir jedes Mal Gesellschaft leistete und einen würdigen Gegner abgab, gegen den ich spielen konnte. Gerade hatte er wieder einen seiner berühmten Dunks versenkt. „Verdammt! Gegen so einen Riesen wie dich zu spielen ist echt nicht einfach...", seufzte ich. „Nur wenn man so ein abgebrochener Zwerg ist wie du und mal abgesehen davon, soll dieses Training ja auch nicht einfach sein", erwiderte er und blickte frech grinsend auf mich herab. Leicht schmollend blies ich die Wangen auf, weshalb Taiga in lautes Gelächter ausbrach. Lange konnte ich dieses Schmollgesicht nicht beibehalten und musste mitlachen, da sein Lachen einfach zu ansteckend war. „Möchtest du es auch mal versuchen?", fragte er plötzlich. „Was meinst du? Etwa zu dunken? Das schaff ich doch nie, selbst wenn ich solch eine enorme Sprungkraft hätte wie du"", antwortete ich und winkte ab. „Lauf einfach los und spring so fest ab wie du kannst. Ich sorge schon dafür, dass du an den Korb rankommst", sagte er, wendete sich von mir ab und wartete beim Basketballkorb auf mich. „Ich hab wohl keine andere Wahl", murmelte ich, lief dribbelnd los und sprang mit voller Kraft vom Boden ab. Noch bevor ich wieder Richtung Boden sinken konnte, stellte sich Taiga blitzschnell hinter mich, fasst mich an den Seiten und hielt mich mit Leichtigkeit noch weiter nach oben, sodass ich den Ball im Korb versenken konnte. Mit einem strahlenden Lächeln krallte ich mich am Rand des Basketballkorbes fest, blickte kurz über das Spielfeld und dann zu ihm nach unten. „Wow! Das war der Wahnsinn! Jetzt weiß ich warum du so gerne dunkst, das fühlt sich unglaublich gut an", staunte ich. „Siehst du? Ich hab doch gesagt, dass das die beste Art ist um Punkte zu holen", bestätigte er und grinste wieder breit. „Vielleicht solltest du den Korb dann mal wieder loslassen. Sonst lasse ich dich da oben hängen kleine Blume." Sofort lockerte ich meinen Griff, was für ihn jedoch zu überraschend kam, da er seinen Griff ebenfalls etwas gelockert hatte. Mit einem kurzen Aufschrei sank ich schneller nach unten als mir lieb war, doch Taigas schnelle Reaktion verhinderte, dass ich zu Boden fallen konnte. Fest hatte er die Arme um mich geschlungen, wodurch mein Rücken gegen seine Brust gepresst wurde. „Hab keine Angst, ich lasse dich schon nicht fallen", hauchte er mir entgegen und sein warmer Atem an meinem Ohr jagte mir eine Gänsehaut über den Körper. „Du hast mich schon mal fallen lassen. Erinnerst du dich?", entgegnete ich neckisch und versuchte damit die aufkeimenden Gefühle in mir zu ignorieren. „Das war doch eine ganz andere Situation. Schließlich hattest du es damals verdient auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden", flüsterte er und ich hätte schwören können, dass sich sein Griff noch einmal verfestigte, bevor er mich losließ, aber dennoch dicht hinter mir stehen blieb. Mit einer langsamen Bewegung drehte ich mich um und blickte ihm direkt in seine roten Augen. Der Drang ihn noch einmal berühren zu wollen war stark und ich hätte diesem wohl nachgegeben, wenn Tetsu nicht plötzlich neben uns gestanden hätte. „Macht ihr heute auch irgendwann mal Schluss?" Erschrocken gingen wir Beide einen Schritt zurück. „Was machst du denn noch hier?!", fragte ich etwas lauter als gewollt. „Ich war schon zu Hause, bin dann aber nochmal mit Tetsuya 2 für einen Spaziergang rausgegangen. Außerdem meinte Mama ich sollte mal schauen wo du so lange bleibst", antwortete er schulterzuckend. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es tatsächlich schon sehr spät war. „Er hat recht, machen wir ein andermal weiter", bestätigte Taiga und packte seine Sachen zusammen, ebenso wie ich ehe wir gemeinsam nach Hause gingen.

Was sich neckt, das liebt sich (Taiga Kagami x Oc)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt