Ich ging Taiga bereits seit Tagen aus dem Weg, was gar nicht so einfach war, aufgrund der Tatsache, dass wir in der gleichen Klasse waren und Riko ihn dazu verdonnert hatte während des Trainings auf der Bank zu sitzen. Schließlich war ich immer noch wütend auf ihn und konnte nicht verstehen, wieso er seine Gesundheit aufs Spiel setzte. Immer wieder versuchte er mich anzusprechen oder daran zu hindern woanders hinzugehen. Als ich an diesem Tag frische Handtücher aus dem Nebenraum holen wollte, rief mich Riko zurück. „Also ihr Beiden, so kann es nicht weitergehen! Misaki, du weißt doch wie Taiga ist! Eine Einladung zum Trainieren würde er niemals ausschlagen und der zusätzliche Aspekt, mehr Zeit mit dir verbringen zu können, bot sicherlich noch einmal einen extra Anreiz. Ich hab's dir doch neulich schon gesagt, er mag dich! Und du Taiga, kannst du wirklich nicht verstehen wieso sie wütend auf dich ist? Der Grund ist doch ganz einfach! Sie macht sich Sorgen um dich, weil sie dich ebenfalls gern hat und Angst hat, dass du dich in diesem Zustand ernsthaft verletzen könntest." Wir beide blickten verlegen zu Boden, wussten jedoch, dass es sinnlos war sie zu unterbrechen. „Also vertragt euch wieder! Für die Strafe die ich euch auferlegen werde ist das sowieso von Nöten. Ihr seid immerhin Beide daran schuld, dass Taiga sich in diesem Zustand befindet. Während du dir weiterhin Ruhe gönnst, wird Misaki für deinen Gesundheitszustand zuständig sein. Das heißt, sie wird sich um die regelmäßigen Massagen deiner Beine, sowie um die Kühlung kümmern und darauf achten, dass du nicht doch heimlich trainierst oder sonstigen Blödsinn anstellst!" Ruckartig hob ich meinen Kopf an und konnte nicht anders als zu protestieren. „Du machst mich zu seiner persönlichen Leibeigenen? Und für wie lange? Wie soll ich denn nach der Schule darauf achten, dass er nicht doch trainiert? Wieso fällt meine Strafe so hart aus? Das ist nicht fair...?!" „Also mir gefällt der Gedanke, dich als meine persönliche Dienerin zu haben kleine Blume. Du könntest ja solange bei mir einziehen. Dann hast du mich Tag und Nacht im Blick", scherzte er und lachte laut. „Halt doch die Klappe", knurrte ich und blickte wütend zu ihm auf. „Ihr macht es einem aber auch wirklich nicht leicht. Da verschaffe ich euch eine Chance mehr Zeit miteinander zu verbringen und ihr verhaltet euch so undankbar", seufzte sie. „Also, die Strafe steht und ich dulde keine Widerrede. Am besten beginnst du mit der Massage", sagte Riko abschließend und ging dann aufs Spielfeld, um mit den Jungs etwas zu besprechen. „Toll, es war schon immer mein Traum die Dienerin irgendeines Kerls zu sein...", brummte ich sarkastisch. „Wirklich? Mission erfüllt würde ich sagen. Nach der Massage darfst du mir auch gerne noch einen Orangensaft bringen, frisch gepresst natürlich", sagte er nach einem breiten Grinsen im Gesicht. Kurz ballten sich meine Hände zu Fäusten, bevor mir eine Idee kam. Schön, wenn er es so haben will. „Sehr gerne, aber eins nach dem anderen", säuselte ich und begann mit festen Bewegungen meiner Finger, eines seiner Beine zu traktieren. „Au, sag mal hat dir Riko nicht gezeigt wie das geht?", fragte er leicht gereizt. „Doch natürlich, aber da du so ein harter Kerl bist dachte ich nicht, dass dich sowas schon zum Schreien bringt. Außerdem muss ich deine verkrampften Muskeln doch lockern", erwiderte ich grinsend. Scharf sog er die Luft bei meiner nächsten Bewegung ein und rief: „Hör auf! Entweder du machst es richtig, oder..." „Oder was, hm? Willst du Riko sagen, dass du mich doch nicht als deine Leibeigene haben willst? Wie sie darauf wohl reagieren wird?!", fragte ich provokant nach. „Das trifft mich wirklich tief Taiga", setzt ich nach und fasste mir betroffen an die Brust. „Du kleines Biest!", rief er aus und funkelte mich wütend an. Doch ich ließ mich nicht unterkriegen und erwiderte seinen Blick unerschrocken. Jedenfalls so lange bis wir unsere wahren Gefühle nicht mehr verbergen konnten und lauthals anfingen zu lachen. Die dicke Luft zwischen uns hatte sich mit einem Schlag verzogen und alles schien wieder wie vorher zu sein.
Am nächsten Tag hatte Riko uns die Schwimmhalle organisiert. Sie wollte, dass das Team heute ohne große Belastung für den Körper trainierte. Es sollte eine Art erholsames, aber dennoch effektives Training werden. Während Taiga und ich auf einer Bank am Schwimmbecken saßen und ich dabei war seine Beine zu massieren, wärmten sich die Jungs bereits auf. „Das mit dem Schwimmtraining war eine gute Idee. Beim Schwimmen werden alle Muskeln trainiert, ohne diese stark zu belasten", sagte ich und blickte beiläufig zu ihnen. „Sag mal, wieso trägst du eigentlich kein Shirt, sondern ein Bikini Oberteil", fragte Taiga mit leicht geröteten Wangen. „Weil es hier drin viel zu warm ist. Ich kann nicht verstehen, wie du hier in voller Montur sitzen kannst", antwortete ich und legte dann ein Grinsen auf. „Wieso? Passt dir irgendwas an meinem Outfit nicht?", fragte ich fies grinsend nach. „Nein, das ist es nicht... aber naja so wie du dich gerade bewegst, ähm wie soll ich sagen...", druckste Taiga herum, als er plötzlich zurückzuckte. „Entschuldige, war das zu fest?", fragte ich mit einem unschuldigen Blick nach und stoppte meine Bewegungen. Knurrend packte er eines meiner Handgelenke und zog mich etwas nach vorne, sodass er mir besser in die Augen blicken konnte. „Du hättest ja auch woanders hinschauen können... Aber, dass dich sowas schon verlegen macht, das hätte ich nicht gedacht", hauchte ich ihm entgegen. „Was macht ihr da?", fragte Tetsu plötzlich und ließ uns auseinander fahren. „Gar nichts wir...ahhh!", schrie Taiga, sprang von der Bank auf und rannte ans andere Ende der Schwimmhalle. Lachend nahm ich Tetsuya 2 hoch und setzte ihn auf meinen Schoß. „Du bist so ein Angsthase Taiga!", rief ich ihm lachend zu. „Bin ich nicht!", rief er zurück, machte jedoch keine Anstalten wieder zurückzukommen.
Während die Jungs also im Schwimmbecken trainierten und Taiga sich wieder auf die Bank getraut hatte, nachdem Tetsuya 2 sich zusammengerollt hatte um zu schlafen, kam ich gerade mit einem Stapel voller Handtücher wieder herein, als mich plötzlich jemand von hinten ansprang und fest an sich drückte. „Hallo Misaki! Wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen", vernahm ich die fröhliche Stimme von Momoi, die mich gar nicht mehr losließ. „Was machst du denn hier Satsuki?", fragte ich sowohl verblüfft als auch genervt. „Ach ich hatte nur Sehnsucht nach euch!", quietschte sie und hielt auf einmal in ihrer Umarmung inne. „Hey sie sind tatsächlich etwas gewachsen! Lass mich mal anfassen", rief sie aus, ließ ihre Hände mit einer schnellen Bewegung nach oben wandern und drückte mein Brüste. „Hör auf, bitte. Ich hab keine lust auf lesbische Experimente", quengelte ich und versuchte mich aus ihrem Griff zu befreien. „Komm schon, zukünftige Schwägerin. Sei nicht so verklemmt", lachte sie vergnügt, ließ mich jedoch kurz darauf los und rannte zu Tetsu, den sie gerade entdeckt hatte. Seufzend richtete ich mein Bikini Oberteil, bevor ich die Handtücher aufsammelte. „Wer ist denn dieses perverse, aufgedrehte Mädel?", fragte Taiga und half mir die Handtücher aufzulesen und wieder zusammenzulegen. „Das ist Satsuki Momoi. Wir waren auf der gleichen Mittelschule und sie war die Managerin des Jungenbasketballteams", antwortete ich. „Aha, die Managerin der Wundergeneration also... und hatten sie und Tetsuya mal was am Laufen? Sie scheint ja total in ihn verknallt zu sein..." „Nein, das wäre zu viel gesagt. Andersherum ist es nämlich nicht so", antwortete ich und legte meinen Stapel auf der Bank ab. „Er betrachtet sie einfach nur als Freundin, wobei das wahrscheinlich auch schon übertrieben ist. Naja irgendwas zwischen Bekannter und Freundin, was weiß ich... Über sowas redet er kaum", sagte ich abschließend, bevor Tetsuya 2 angelaufen kam und Taiga wieder einige Meter zurückwich.
„Wo willst du denn hin?", fragte ich ihn als er Richtung Ausgang der Schwimmhalle lief. „Ich geh mir nur kurz die Beine vertreten. Bin gleich wieder da", murmelte er und verschwand. Da ich noch mit etwas anderem beschäftigt war, konnte ich ihm nicht sofort folgen. Doch als er nach einer halben Stunde noch immer nicht zurück war, beschloss ich ihn zusammen mit Tetsuya 2 suchen zu gehen. Dieser rannte irgendwann voraus und ich ihm hinterher. „Was ist los Tetsu 2? Hast du Taiga gefunden?" Als Antwort bekam ich ein kurzes Bellen und der Kleine wurde noch schneller. Als wir auf dem Basketballaußenfeld ankamen, erblickte ich dort Taiga auf dem Boden liegen. „Was ist denn passiert?", fragte ich schockiert und kniete mich zu ihm. „Aomine", presste er hervor und hielt sich die Beine. „Na klar! Wieso bin ich da nicht selbst drauf gekommen. Sobald Momoi auftaucht, ist Aomine auch nicht weit... Du hast doch nicht etwa gegen ihn gespielt?! Bist du denn total bescheuert!", rief ich verärgert aus. „Scheiße... Ich hol dir erst mal was zum kühlen", fügte ich noch hinzu bevor ich losrannte und unterwegs Tetsuya traf, dem ich erzählte was passiert war. Er holte in der Zwischenzeit die anderen, während ich dabei war Taigas Beine zu kühlen. „Wie konntest du nur so blöd sein?! Ich kann's nicht fassen! Deine Beine sind noch lange nicht soweit wieder voll einsatzbereit zu sein! Willst du etwa während des Inter High auf der Bank sitzen!", brüllte ich ihn an. „Jetzt hör doch mal auf mich anzuschreien! Dieser Aomine hat mich halt echt wütend gemacht! Da konnte ich nicht mehr nein sagen!", verteidigte er sich nun ebenfalls lauter. „Du... Blödmann. Vollidiot, nein Riesenvollidiot", schimpfte ich weiter, warf den Eispack beiseite und fing an seine Beine zu massieren. „Sieht so aus als hättest du ihm schon gehörig den Kopf gewaschen... Dann lass ich es mal gut sein", vernahm ich plötzlich Rikos Stimme. „War nicht zu überhören", sagte Tetsu und setzte sich zu uns. Es war eine ganze Weile Still zwischen uns bis Tetsuya plötzlich davon erzählte, wie sehr Aomine sich verändert hat. „Wir werden ihn schon aufwecken, indem wir ihn besiegen", sagte Taiga und schlug mit meinem Bruder ein. Dies hatte er auch Momoi versprochen. „Warum hab ausgerechnet ich dich am Hals?! Mach uns doch nicht immer solche Probleme", seufzte ich und stand auf. „Hey, was soll das denn jetzt?", meckerte Taiga und stand ebenfalls langsam auf. „Soll heißen: Mach sowas ja nie wieder! Wenn du Aomine wirklich besiegen willst, dann hältst du dich ab jetzt an das was Riko sagt, klar?!", fügte ich noch hinzu. „Nur an das was Riko sagt?", fragte er provokant nach. „Ganz recht sie weiß am besten was jetzt zu tun ist. Ich halte mich ebenfalls daran, dann kann gar nichts mehr schiefgehen", bestätigte ich und legte ein versöhnliches Lächeln auf, das er erwiderte, während wir uns gegenseitig die Hand reichten um diesen Schwur zu besiegeln.
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Was sich neckt, das liebt sich (Taiga Kagami x Oc)
FanficMisaki Kuroko ist die Zwillingsschwester von Tetsuya Kuroko und 16 Jahre alt. Sie ging zusammen mit ihrem Bruder auf die Teikō Mittelschule und weiß ebenso viel über die Wundergeneration wie er. Im ersten Jahr der Seirin Oberschule begegnet sie dem...