17. Gefühlschaos

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„Samantha und ich haben uns in der Mittelschule kennengelernt, als ich gerade in die zweite Klasse kam. Zuvor hatte ich nie viel Interesse an Mädchen, doch dies änderte sich auf einmal schlagartig als ich sie traf. Ihre Familie war gerade von New York nach Los Angeles gezogen und sie war auf Anhieb das beliebteste Mädchen der Schule und ein Jahr älter als ich. Anfangs interessierte sie sich kein bisschen für mich, ignorierte mich sogar, was mich nur noch mehr dazu anspornte ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Ich versuchte alles um ihr zu gefallen..." „Du warst ihr also vom ersten Moment an verfallen? Wie war sie so?", fragte Misa nach, als ich eine Pause machte. „Sam war das schönste Mädchen, das ich je gesehen habe. Sie hatte langes, blondes Haar, blaue Augen, eine wunderschöne Haut und sie hatte dieses Lachen, es war irgendwie albern. Ihr Lachen brachte mich zum Lachen. Sie war so witzig und sie wusste wie man Spaß hat. Aber... Samantha hatte auch viele negative Eigenschaften, die mir erst später auffielen, nachdem wir mehr Zeit miteinander verbracht hatten. Sie war sehr ungeduldig, anspruchsvoll, selbstsüchtig und impulsiv. Und nach ungefähr einem halben Jahr hatte ich plötzlich ihre Aufmerksamkeit. Ich wusste nicht was sich verändert hatte und das war mir auch egal, denn endlich interessierte sich das Mädchen, dass ich so sehr begehrte für mich. Die Zeit mit ihr war sehr intensiv und jedes Mal wenn ich mit ihr zusammen war, fühlte ich mich wie in einer Art Rausch", ich legte wieder eine Pause ein, da all diese Erinnerungen wieder hochkamen. „Sie war deine erste große Liebe...", sagte Misaki sanft und fing wieder an mir durchs Haar zu streichen. „Ja vielleicht... Wir waren ca. vier Monate zusammen, als sie das was wir hatten, ganz plötzlich beendete. Ich fragte natürlich immer wieder nach dem Warum, bis sie mir offenbarte, dass sie mich nur benutzt hat, um ihren Exfreund eifersüchtig zu machen, den sie unbedingt zurück haben wollte. Ich war am Boden zerstört und als sich dann auch noch meine Beziehung mit Tatsuya immer weiter verschlechterte, wollte ich nur noch weg. Weit weg von alldem, weg aus Amerika. Das war der eigentliche Grund, weshalb ich nach Japan zurückgekehrt bin", beendete ich meine Erzählung und setzte mich auf. „Es tut mir so leid, Taiga", flüsterte Misaki und blickte betreten zu Boden. „Das muss es nicht, denn ohne diese Erfahrung hätten wir Beide uns vermutlich nie kennengelernt und darüber bin ich sehr froh. Denn, so intensiv wie die Beziehung mit Samantha auch war, weiß ich mittlerweile, dass alles nur auf einer Lüge beruhte. Und deshalb möchte ich sie nicht als meine erste große Liebe ansehen, sondern dich kleine Blume. Ich liebe dich über alles." Während er dies sagte, war er immer näher an mich herangerückt. „Ich liebe dich auch Taiga. Ich liebe dich so sehr", flüsterte ich gegen seine Lippen, überbrückte die letzten Centimeter, die zwischen uns waren und gab ihm einen sanften Kuss.

„Und weil ich dich so sehr liebe, möchte ich komplett ehrlich zu dir sein... Ich habe Tetsuya bereits vor einigen Monaten von all dem erzählt. Es muss ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als ich bemerkte, dass ich mich in dich verliebe. Weißt du, ich hatte eine Zeitlang Angst, dass du mir das Gleiche oder etwas Ähnliches antun könntest. Als du mir von deiner Beziehung mit Kise erzählt hast, erkannte ich zwar einige Ähnlichkeiten zwischen dem was uns widerfahren ist und doch... Ich hatte einfach Angst, dass du mich benutzen würdest, um wieder mit ihm zusammen zu sein. Tetsuya hat mir diese Angst genommen, mich dazu ermutigt meine Gefühle zuzulassen und eine Beziehung mit dir einzugehen." Abrupt brachte sie etwas Abstand zwischen uns. „W-Warte mal! Wie war das gerade? Du hattest Angst, dass ich dich benutzen würde um wieder eine Beziehung mit Ryōta einzugehen?! Dir ist aber schon klar, dass ich mit ihm Schluss gemacht habe und nicht umgekehrt. Außerdem hast du mitbekommen, dass er mehrmals versucht hat mich davon zu überzeugen wieder mit ihm zusammen zu sein. Ich war diejenige die dies immer wieder abgelehnt hat", rief sie mir aufgebracht entgegen und stand auf. „Ich weiß und diese Angst war ja dann schnell verschwunden, als ich deine Reaktionen gesehen habe. Und die Gespräche mit deinem Bruder haben mir auch sehr geholfen", sagte ich beschwichtigend, stand ebenfalls auf und wollte ihr die Hände auf die Schultern legen. Doch sie wich einige Schritte zurück. „Und mit mir konntest du nicht darüber reden?! Weißt du eigentlich was das bedeutet?!", fragte sie noch lauter.

Was sich neckt, das liebt sich (Taiga Kagami x Oc)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt