Es fühlte sich an wie ein gewöhnlicher Oktobertag, als sie die zweite Leiche fanden. Der Hebst schien erst jetzt richtig in der Welt angekommen zu sein. Die Bäume verloren ihre Blätter, die Tage wurden bemerkbar kürzer und es regnete mehr. Manche erfuhren schneller davon, als andere. Diesmal gab es keinen Geist, der durch die Gänge zog. Einer der Auroren hatte sie entdeckt. Ich konnte aus dem Gewächshaus in der Ferne beobachten, wie sie das Mädchen aus einem der Bäume fischten. Ich konnte nicht genau einschätzen, ob mich das Bild gruselte, oder faszinierte. Das war einer dieser Gedanken, die man wohl nie vor anderen aussprechen würde.
"Tragisch!" gab Scarlett von sich. "Das arme Mädchen." Sie beobachtete die Situation genauso gebannt wie ich. Es war wohl dieses Symptom, sich schreckliche Szenen genau anschauen zu wollen. Zu starren, wenn es wohl am unpassendsten ist. Ich widmete mich wieder meinen Hausaufgaben.
"Memento Mori." kommentierte ich nur, und widmete mich wieder meinen Aufsatz.
Scarlett kicherte. "Ziemlich makaber."
"Nur weil jemand stirbt, heißt es nicht, dass ich meinen Aufsatz nicht schreiben muss." lächelnd zuckte ich mit den Schultern.
"Und dann sagt man von Hogwarts, dass es der sicherste Ort in England ist. Ich bin erst seit sechs Wochen hier, und schon die zweite Leiche. Ist das so der durchschnitt bei euch?"
"Naja. Immerhin sind hier keine Schusswaffen legalisiert. Da solltest du mit deiner amerikanischen Herkunft schön ruhiger sein. "
"Da hast du einen Punkt." Auch sie löste ihren Blick vom Fenster und kam auf mich zu geschlichen.
Hinter mir blieb sie stehen. Ihre Hände umschmeichelten meinen Hals. "Mich freut es übrigens, dass du meine Kette trägst." Ihre Hände rutschten tiefer auf meine Brust, und blieben auf meinem Herz liegen.
"Es ist ein Geschenk von dir. Natürlich trage ich sie täglich. Ich kann mich glücklich schätzen, dich als meine Freundin zu haben. Ich liebe dich."
Sie lächelte. "Wir sollten nach den Herbstferien auf ein Date gehen." schlug sie vor.
"Du bist über die Herbstferien nicht hier? Ich dachte eigentlich, dass wir etwas Zeit zusammen verbringen könnten. Ich dachte, dass wir schon darüber geredet hätten."
"Das hatte ich nicht mehr im Kopf, Entschuldigung. Ich habe jetzt schon Pläne mit meinen Freunden in Amerika gemacht. Das kann ich nicht mehr absagen."
"Aber wir haben doch schon darüber geredet!" fing ich an mich zu beschweren, als sie abrupt ihre Hände von mir nahm.
"Du musst verstehen! Ich sehe meine Freunde so selten, du kannst mir nicht verbieten sie zu treffen." Sie war wieder wütend.
"Das habe ich gar nicht so gemeint! Tut mir leid. Ich hätte dich nochmal fragen sollen, bevor ich Pläne mache." Unsicher knibbelte ich an meinen Fingernägeln.
"Ja, dass hättest du. Und hör auf damit." sie griff nach meinen Händen. "Sieht unschön aus." Sofort hört ich damit auf.
Kurz entstand stille. "Dann ist alles wieder gut zwischen uns?", fragte ich vorsichtig.
Engelsgleich lächelte sie. "Ich wüsste nicht, was falsch wäre." Sie setzte sich auf meinen Schoß und küsste mich federleicht. Erst zögerte ich. Diese Frau verwirrte mich. Ihre Gefühle waren wilder als eine Achterbahn. Doch nach ein paar küssen konnte ich nicht mehr widerstehen.
Nach dem Abendessen in dem Gemeinschaftsraum wurde die Einzelheiten zum zweite Mord bekannt gegeben. Das Mädchen hieß Marie Brown, sechstes Jahr, Hufflepuff. Alle waren geschockt von dem Tod. Sie war unter den älteren Schülern sehr bekannter gewesen. Ein purer Sonnenschein, immer ein Witz auf Lager, aber auch ein offenes Ohr für alle Sorgen. Ich hatte nie ein persönliches Wort mit ihr gesprochen, aber ihr Ruf eilte ihr weit vor raus.
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Der Sonne zu Nah (HP-ff)
Fanfiction„Sie sucht dich wieder Heim?" fragte er. Ich zupfte eine weites Blütenblatt von seinen Stamm." Ich kann noch immer ihre Stimme hören, ihre Lippen spüren und ihre Hand auf meiner." Mein Blick fiel auf meinen Vernarbten Arm. Ich trug selten ein T-Shi...
