Kapitel 14: Bist du eigentlich glücklich?

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Sicht Norman:

„Hört mir bitte zu, wir haben nicht viel Zeit! Hinter der Mauer ist ein Abgrund. Ein so großer Abgrund, dass man unmöglich drüber springen kann. Schwester Krone sagte uns wirklich die Wahrheit, aber die Monster haben uns auch nicht unterschätzt. Ich bin auf der Mauer entlang gelaufen und an einer Stelle hat sie sich einem 60 Grad Winkel geteilt. Auf der einen Seite ging der Abgrund weiter und auf der anderen Seite sah es links und rechts exakt gleich aus... Dank Rays Erklärung wusste ich aber sofort Bescheid.
Es gibt 5 angrenzende Anlagen diese werden durch Mauern voreinander getrennt. Die Anlagen liegen auch direkt neben einander. Wir befinden uns in Anlage Nr.3 und der Sektor ganz im Westen ist wahrscheinlich die Zentrale. Wir sind zwar von einem tiefen graben umgeben aber es gibt eine Brücke... Wenn wir fliehen wollen, dann über diese Brücke.",sage ich zu ihnen.

Es klopft an der Tür und Phil kommt rein. Er sagt:„ Norman! Mama ruft dich!" „Ja ich bin schon auf dem Weg. Sag ihr bitte das ich gleich da bin.", sage ich zu ihm. Phil geht wieder raus und ich gebe Ray den Zerstörer zurück.
Ich sage:„ Hier den gebe ich dir zurück. Ich habe ihn nicht benutzt also könnt ihr ihn noch verwenden. Schaltet damit eure Sender aus und flieht!" „Moment mal... Du hattest also gar nicht vor zu fliehen?! Die Sache mit dem Abgrund hat doch nichts damit zu tun! Das hättest du uns auch sagen können während du untergetaucht bist! Also warum?! Warum hast du-", sagt Ray doch ich unterbreche ihn mit:„ Ja... Tut mir leid, aber ich habe euch angelogen. Ich kann mir keinen Fehler erlauben. Niemand von euch darf sterben. Wenn ich fliehe, wird der ganze Plan über den Haufen geworfen und die Flucht wird noch um einiges schwieriger werden. Das kann ich nicht Riskieren! Denn ich will das wir das hier auf jeden Fall gewinnen! Ihr könnt mich nicht mehr aufhalten. Mein Entschluss steht bereits fest. Ich habe heute alles getan, was ich noch tun konnte. Den Rest überlass ich euch! Ihr müsst es auf jeden Fall schaffen. Ich muss jetzt zu Mama wahrscheinlich Koffer fertig machen.
Danke für alles! Dank euch dreien hatte ich ein wirklich schönes Leben. Ich hatte Spaß, ich war froh, ich durfte erleben wie es sich anfühlt verliebt zu sein und ich war ausgesprochen glücklich."
Ich umarme die drei noch einmal und gehe dann zu Mama. Sie sagt mir, wie ich es mir bereits dachte, das ich meinen Koffer fertig machen soll.
Während ich packe finde ich das Dosen Telefon das Emma und (y/n) damals mit Hilfe von Ray und unter der Aufsicht von Mama gebastelt haben. Ich war damals sehr oft krank und das war die einzige Möglichkeit wie sie mit mir reden konnten ohne das sie selbst bei mir sind.

Als ich wieder auf dem Weg zu Mama bin, denke ich noch mal nach... Ray hat die ganze Zeit geklaut dass ich mich an seine Bedingung halten würde, doch das stimmt nicht. Und Emma und (y/n) vertrauen Ray blind, dass zusätzliche Bewachung kein Problem ist. Sie merken nicht, dass Ray die ganze Zeit davon ausgeht, dass wir nur zu sechst fliehen. Sie sagten dass wir alle zusammen fliehen. Doch leider ist das Leben kein Wunschkonzert. Ich will nicht das die drei sterben und Emma will ja auch eigentlich kein einziges Kind zurücklassen. 'Kein einziges Kind zurücklassen' was ein idealistisches Hirngespinst. Jeder würde es für unmöglich erklären und aufgeben. Aber genau deshalb gebe ich nicht auf! Ich will die Regeln umschreiben und zusammen mit den anderen die Welt verändern. Auch wenn ich dafür den tot wählen muss!

Ich gehe zu Mama und sage ihr das ich bereit bin. Wenige Minuten später stehen alle im Speisesaal und ich verabschiede mich von ihnen. „Also auf Wiedersehen. Passt bitte gut auf euch auf!", sage ich zu ihnen. Ray kommt zu mir und umarmt mich. Er flüstert:„ Norman, ich zerstöre jetzt deinen Sender. Emma und (y/n) lenken Mama ab. Also flieh! Bitte Norman!" „Spinnst du Ray?! Mama ablenken in dem Emma ihr gebrochenes Bein auf den Boden schlägt?
Wie kannst du nur so unverantwortlich sein?! Ray du weißt ich liebe dich, aber warum verstehst du nicht das ich gar nicht fliehen will. Ich will doch nur, dass du mich mit einem Lächeln verabschiedest, bitte versteh doch meine Entscheidung!", sage ich leise zu ihm...
Das Gerät habe ich extra nicht benutzt und zwar nur damit ihr es bei eurer Flucht benutzen könnt! Natürlich lasse ich mich nicht gerne ausliefern, aber es ist der einzige Weg um euch alle zu beschützen. Ray:„ Nein das werde ich nicht tun! Du willst es doch auch gar nicht!" Ray... Ich küsste ihn, unser erster und letzter Kuss...

Mama zerstört diesen Moment und sagt:„ Norman es wird langsam Zeit zu gehen." Bevor wir gehen wende ich mich noch kurz zu Don und Gilda. Ich sage zu ihnen:„ Passt bitte gut auf (y/n), Emma und Ray auf. Tut ihr mir bitte diesen Gefallen?" Die beiden stimmen zu und zusammen mit Mama verlasse ich das Waisenhaus. Es tut mir leid das ich euch nicht mit einem echten lachen verabschieden konnte, den ich hätte gerne bis zum Schluss echt für euch gelächelt.

Sicht Isabella:

Ich gehe zusammen mit Norman zum Tor Währenddessen Summe ich mein Lied. Dieses Lied hatte damals eine besondere Person für mich geschrieben. Ich liebe dieses Lied, ich liebte ihn. Ich liebte ihn sogar sehr. Doch er wurde mir von diesen verdammten Monstern genommen. Deswegen wurde ich eine Mama um für uns beide weiter zu leben. Ich sage zu Norman:„ Dein Koffer ist ja leer oder?" „Ja zumindest fast. Ich kann doch sowieso nichts mitnehmen oder?", sagt er zu mir. „Ich wusste übrigens von Anfang an das du nicht fliehen würdest. Du bist nähmlich ein wirklich liebes Kind  Norman. Deine Entscheidung war tapfer und richtig. Jetzt können Ray, (y/n) und Emma weiter Leben bis sie 'reif' sind und geerntet werden können. Sie werden ein erfülltes Leben im Waisenhaus haben bis ihre Zeit abläuft. Genau ein glückliches Leben."

„Sag mal Mama. Bist du eigentlich glücklich?", fragt mich Norman plötzlich. Ich antworte:„ Ja das bin ich. Denn ich durfte so tollen Kindern wie euch begegnen. Solange ich bei euch bin, bin ich glücklich." Als wir beim Tunnel ankamen muss Norman in einen Raum gehen wo die Monster schon auf ihn warten. Lebe wohl Norman, eines meiner geliebten Kinder.

Ab heute besteht unsere 'Familie' nur noch aus 37 Kindern und 1 Erwachsen.

Immer bei dir | Emma x Reader | The Promised NeverlandWo Geschichten leben. Entdecke jetzt