Kapitel 6

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Am nächsten Morgen wurde ich von den Sonnenstrahlen geweckt, die in mein Gesicht schienen. Micha und ich frühstücken schnell mit Mutter und Vater und wollten dann mit den anderen ausreiten. Wir alle stiegen am Stall auf unsere Pferde. Zuerst ritten wir die Dracheninseln entlang, dort hausen auch die Drachen, die uns in der Arbeitswoche zur Seite standen. Danach machten wir uns auf den Weg zum Elfen-See und unser Endziel war die Sternenklippe, der Ort, an dem ich mich von Jason getrennt hatte. Die Klippe hatte ihren Namen dadurch, dass die Steine den wunderschönen Nachthimmel spiegeln und es so aussieht, als könnte man einfach hineinspringen. Wir setzen uns an den Rand der Klippe und begannen uns zu unterhalten. Es war ein wirklich schöner Mittag und ich war total versunken in mein Gespräch mit Manuel, als ich plötzlich ein komisches Gefühl hatte. Meine Sinne begannen sich zu verschärfen und ich hörte leise Schritte aus dem Wald. Sofort drehte ich meinen Kopf in besagte Richtung. Ich konnte zwar nicht sehen, aber spüren, dass dort etwas ist, das uns beobachtete. Jedoch nicht irgendwas, oder irgendjemand. Es war Jason, der tief im Gebüsch versteckt war und mir in die Augen starrte. Ich stand auf und ging ein paar Schritte auf ihn zu. Auch er richtete sich auf und trat aus der Dunkelheit des Waldes hervor. "Was tust du hier?" fragte ich leicht angespannt. Der Vorfall von Gestern war nicht spurlos an mir vorbeigezogen. "Ich habe euch gehört... ich habe dich gehört. Unsere Trennung schien dir ja nicht wirklich schwer gefallen zu sein, wenn du jetzt schon wieder so lachen kannst", sagte er mit bösem Blick. Ich wusste nicht genau, was ich sagen sollte. Die Trennung machte mir wirklich nicht so viel aus, aber das konnte ich ihm ja nicht einfach so sagen. Ich hoffte einfach, dass wir irgendwann wieder normal, als Freunde, miteinander umgehen können. "Das mit deinem Vater tut mir sehr leid" teilte ich Jason mein Beileid mit. In seinem Blick sammelte sich Trauer und seine braunen Augen mischten sich mit einem dunklen Blau. Er starrte zu Boden und sagte erstmal nichts. "Hätte ich meine Zeit gestern nicht mit dir verschwendet, hätte ich ihn retten können!" schrie er plötzlich, wodurch ich wieder einige Schritte zurücktrat. Auch die anderen standen nun auf und stellten sich neben mich. Jasons Augen wurden rot. Während er in seiner Vampirgeschwindigkeit auf mich zu schoss, öffnete er seine Flügel und zog mich mit nach oben. Auch ich öffnete meine Flügel und drehte mich geschickt aus seinem Griff. Mit einer Wucht warf ich ihn gegen die harte Felswand und er fiel zu Boden. Ich landete wieder neben meinen Freunden und schaute besorgt zu dem gekrümmten Körper vor mir. Ich wollte ihn nicht verletzen, aber ich musste mich und meine Freunde verteidigen. Jason sah mich mit hasserfülltem Blick an und verschwand in einem von ihm erschaffenen Portal, während er zischte: "Er war alles, was ich hatte. Meine einzige Familie. Du wirst fühlen, wie es ist, wenn dir alles genommen wird. Dafür werde ich sorgen!". "Was meint er damit?" fragte mich Sebastian. Ich schluckte und sagte besorgt: "Nichts Gutes. Ich muss mit Mutter und Vater sprechen, entschuldigt mich". Ich stieg schnell auf Shadow auf und eilte nach Hause. Ich sprintete die Treppen des Schlosses hinauf und öffnete die schweren Türen. Sofort begab ich mich in Vaters Büro in dem sich zum Glück beide befanden. "Fiona, was machst du denn hier? Ich dachte du wärst unterwegs mit den anderen" fragte Mutter und sah mich verwirrt an. "Jason plant irgendwas. Er gibt mir die Schuld für den Tod seines Vaters. Er sagte ich werde spüren, wie es sich anfühlt, wenn einem alles genommen wird", erzählte ich schnell. Vaters Gesicht nahm einen besorgten Ausdruck an. "Das klingt nicht gut" erwiderte er und ich nickte schwach. Ich hatte Angst. Angst um meine Familie... meine Freunde... mein Zuhause. Mutter trat um den großen Tisch herum und drückte mich fest an sich. Auch ich umarmte sie fest und presste mein Gesicht in ihre Schulter. Von links umarmte uns Vater und von der anderen Seite trat Michael dazu. Er schien mir gefolgt zu sein und hatte unser Gespräch mitgehört.  

Der Seelenverwandte (Julien Bam FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt