Kapitel 8

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Der nächste Morgen...

"Fiona, aufwachen" hörte ich Ju leise in mein Ohr flüstern, woraufhin ich anfing zu grinsen und ihn ansah. "Guten Morgen" flüsterte ich zurück. Vorsichtig beugte er sich zu mir runter und küsste mich. Wir schlichen uns dann aus dem Schloss, da ich nicht wirklich Lust hatte Mutter und Vater das jetzt zu erklären, obwohl Mutter Juliens Anwesenheit wahrscheinlich sowieso gespürt hatte. Da wir beide ziemlich hungrig waren, entschieden wir uns in Carlas Café zu gehen und dort zu essen. Das Café war ein Dorf weiter, weswegen wir dorthin reiten mussten. Da Ju kein eigenes Pferd hatte und auch nicht wirklich reiten konnte, saß er hinter mir. Seine Arme legte er locker um meine Hüfte und schon ritten wir los. Am Café angekommen, stiegen wir von Shadow ab und setzen uns an einen der Tische auf der Terrasse. Das Café war höher gebaut als der Rest des Dorfes und man hatte einen wunderschönen Ausblick auf die Landschaft. Schon nach wenigen Sekunden kam Carla und umarmte uns erstmal. Wir kannten Carla schon lange, sie hatte früher oft auf uns aufgepasst, da unsere Eltern uns nicht alleine rauslassen wollten. Sie war relativ klein, hatte blonde, schulterlange Haare, blaue Augen und war sehr zierlich. "Fiona, Ju, es ist so schön euch zu sehen" lachte sie fröhlich. Auch wir freuten uns sehr sie zu sehen, da wir lange nicht im Café waren. „Hey Carla, bringst du uns bitte jedem einen Kamillentee und ein Croissant?" bat Julien sie und Carla eilte direkt in die Küche. Ich schmunzelte, während ich ihr hinterher blickte und schaute dann wieder zu Julien. Dieser saß grinsend auf seinem Stuhl und starrte mich an. „Habe ich was im Gesicht?" fragte ich lachend. „Nein, aber du bist wunderschön" sagte er immer noch starrend. Ich lächelte, beugte mich vor und küsste ihn leicht auf die Wange. Wenige Sekunden später, kam auch schon Carla wieder und brachte unsere Bestellung. Nachdem wir fertig waren, und gerade aufstehen wollten, spürte ich plötzlich, dass etwas nicht stimmte. Jeder Muskel in meinem Körper spannte sich an und mir wurde schlagartig schwindelig. Ich sackte zurück in meinen Stuhl und sofort fragte Ju, ob alles in Ordnung ist. „Irgendwas passiert gerade. Wir müssen zum Schloss" antwortete ich hektisch und stieg schnell auf Shadow, nachdem der Schwindel nachgelassen hatte. Wir ritten in Lichtgeschwindigkeit nach Hause und als wir in den Himmel blickten, sahen wir nur schwarz. Es sah aus, wie der Weltuntergang. Am Himmel waren überall Drachen, die nicht zu uns gehörten. Auf ihnen saßen Krieger und in ihrer Mitte war Smaug, Jasons Drache, mit ihm auf seinem Rücken. Mutter und Vater standen auf der Treppe zum Schloss und blickten besorgt zu mir hinunter. Smaug begann mit seinen Flügeln zu schlagen und kurz darauf landete er direkt vor unseren Füßen. Bedrohlich sah der Drache uns an. In seinen Augen loderte das Feuer und aus seiner Nase trat haufenweise Rauch auf. Wir stiegen schnell von Shadow ab und ich schickte ihn weg, damit ihm nichts passiert. „Ich sagte dir, ich werde dir alles nehmen. Das ist nur der Anfang, Prinzessin" grinste Jason mich mit hasserfülltem Blick an. Nachdem auch die anderen Drachen landeten, um ihre Reiter auf den Boden zu lassen, begann der Krieg. Die Krieger zogen ihre Schwerter und begannen uns alle anzugreifen. Unsere Freunde rannten direkt zu uns, um uns zu unterstützen. Für mich war es natürlich kein Problem, Jasons Untertanen zu überwältigen, doch plötzlich raste er auch mich zu und schleuderte mich durch die Luft. Ich landete, nicht gerade sanft, am Rande des Waldes, der innerhalb unserer Mauer, gewachsen war. Jason trat auf mich zu und ließ ein Schwert in seinen Händen erscheinen. Schnell holte er aus und wollte das Schwert in meinen Bauch rammen. Ich wich jedoch direkt aus und rollte mich auf die Seite. Dadurch konnte ich wieder aufstehen und presste Jason gegen den nächstbesten Baum. Dieser Biss mir jedoch mit seinen Vampirzähnen in die Schulter, weswegen ich aus Schock zurückwich. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, wie Mutter von mindestens fünf Drachen belagert wurde und auch Vater war umgeben von einigen Kriegern. Ich wollte ihm helfen und flog los. Auf Mitte des Weges, packte Jason jedoch mein Bein und zog mich wieder zu Boden. Zusammen rollten wir einige Meter und als wir gerade anhielten, hörte ich einen herzzerreißenden Schrei. Es war meine Mutter. Alle Drachen um sie herum wurden weggeschleudert und sie kniete schreiend vor der Leiche meines Vaters. Er hatte eine riesige Klinge im Herzen und seine Kleidung war durchtränkt von Blut. Da mein Vater ihr Seelenverwandter war, floss auch aus Mutters Brustkorb unendlich viel Blut. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Zu groß war der Schock. Jason lachte laut, stieg auf Smaug und bevor er losflog, sagte er: „Wie gesagt, das war erst der Anfang". Ich rappelte mich auf und rannte auf meine Eltern zu. Michael kniete schon neben ihnen und versuchte die Blutung unseres Vaters zu stoppen, hatte jedoch keine Chance. Nachdem auch ich auf meine Knie viel, nahm Mutter meine Hand. „Fiona, Meine wundervolle Tochter. Verspreche mir, dass du auf deinen Bruder acht gibt's. Ich weiß, dass du deinen Seelenverwandten gefunden hast. Beschütze ihn mit deinem Leben. Du musst Jason töten, er wird nicht nachgeben. Ich weiß, dass das nicht leicht für dich sein wird, aber es ist die einzige Möglichkeit. Ich liebe euch meine Kinder" flüsterte sie schwach, während sie uns beiden mit letzten Kräften über die Wange strich. Während Michael bitterlich weinte, waren meine Augen so trocken wie die Wüste. Ich fühlte nichts. In meinem Kopf war völlige Leere. Ich blickte erstarrt auf die schwarze Blutlache meiner Mutter und spürte dann eine Hand auf meinem Rücken. Ein Körper kniete sich neben uns und drückte mich an sich. Es war Julien, der meine Gefühle wieder auftaute. Die Leere verschwand und Trauer nahm ihren Platz ein. Nun begann auch ich zu weinen. Ich presste mein Gesicht in Juliens Brust und krallte mich in sein Hemd. Mein Körper begann fürchterlich zu zittern und ich schluchzte laut auf. Nachdem wir uns alle etwas beruhigt hatten, gingen wir ins Schloss. Unsere Bediensteten kümmerten sich um die Leichen. Sie wurden in Särge gepackt und es wurden teure Tücher über sie gelegt. Bis zur Beerdigung, die am morgigen Tag stattfinden wird, wurden sie im Keller verstaut.  

Der Seelenverwandte (Julien Bam FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt