29. Juni 1972
„WO SIND MEINE VERWANDLUNGSNOTIZEN?! ICH MUSS LERNEN IN DEN FERIEN!", schrie Ivy hektisch, während sie hastig die Schublade ihres Schranks ausräumte.
„In deinem Verwandlungsbuch, ich hab sie rein geklemmt", meinte ich. Es war der letzte richtige Tag und Schule fiel aus, morgen in der früh ging es dann ab nach Hause. Ich wusste nicht, wie ich mich fühlen sollte.
Besonders die letzten Wochen waren die besten in meinem Leben gewesen. Wir waren im See schwimmen gegangen, Julia hatte angefangen, uns Zaubererschach beizubringen – ich konnte es schon zuteils, Yvonne und Diana hatten es mir in den Weihnachtsferien gezeigt – und an einem Tag hatten Liam und ich aus der Küche Eis geholt und wir hatten den ganzen Tag nur faul im Schlafsaal der Jungs gelegen und hatten Eis gegessen.
Es war die beste Zeit – und jetzt hieß es ab nach Hause, für zwei Monate würde ich meine Freunde nicht wieder sehen. Natürlich, ich würde Jamie sehen und Dad... und würde mein Leben leben müssen, als hätte ich nicht eine Menge Zauber und so weiter gelernt. Es war total surreal.
„Hey, ich hatte doch irgendwo meinen Kulturbeutel..." Faith kam aus dem Bad. Sie hatte ihre blonden Haare in einem Dutt hochgebunden und hatte ihre Hoodies ausnahmsweise gegen ein Kleid getauscht. Verständlich, es war total heiß.
Ich hatte nur mein Hufflepuffshirt und kurze Hosen an, Ivy hatte nur ihr Bustier als Oberteil an und Julia hatte schon seit Wochen keine Hosen sondern nur noch Röcke angezogen. Es war für den Norden Schottlands wirklich, wirklich warm.
„Der ist auf deinem Regal, ich hab schon alles aus dem Bad geräumt." Julia war dabei, ihre Socken zu sortieren, ich hatte meine bereits alle in meinen Beutel geschmissen. Ich hatte zwei Taschen, meinen Koffer und meine Schultasche – und eine Menge Platz, da ich die großen Dinge einfach mit ‚Engorgio' schrumpfen ließ. Mit dem Wissen, dass ich diese daheim etwas illegal wieder großzaubern musste. Aber das würde wohl gehen.
Nach einer halben Stunde hatte ich meine ganzen Klamotten, die über das Schuljahr immer mehr geworden waren, alle in meinen Koffer geräumt, meine Bücher waren bereits in meiner Schultasche verstaut.
Jetzt musste ich nur noch die ganzen Kleinigkeiten sortieren und einpacken. Aber zuerst war Mittagessen dran.
Da meine Freundinnen noch packen mussten, sah ich mich am Tisch nur Connor gegenüber, der genauso lustlos in seinem Essen stocherte wie ich in meinem.
„Auch keine Lust, heimzugehen?" Ich schnitt ein kleines Stück des Pancakes ab, den ich davor mit viel zu viel Ahornsirup getränkt hatte.
„Ich wird hier irgendwie alles vermissen." Connor zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Es ist nur... daheim ist nichts magisches, und es wird so schräg sein, meine Freunde nicht mehr jeden Tag von morgens bis abends zu sehen. Briefe sind nur ein schwacher Trost."
„Ich schick dir auch Briefe", versprach ich und grinste Connor an. „Und ich weiß, was du meinst, Julia und Ivy können sich auch nicht wirklich mit mir treffen. Aber vielleicht kannst du dann extra was machen mit deiner Familie – hast du Geschwister?"
„Mhm, drei. Ich freu mich, Emma wieder zu sehen, sie ist meine kleine Schwester, aber Nick und Jane, meine älteren Geschwister, mochten mich schon nicht, bevor ich herausgefunden habe, ein Zauberer zu sein."
„Uff. Dann freu dich auf Emma. Und mach einfach viel mit ihr und genieß die Zeit. Werde ich auch machen, mit meinem Bruder Jamie. Was anderes können wir wohl nicht machen."
Connor grinste schwach. „Da hast du wahrscheinlich Recht." Er schob seinen Teller von sich, was er selten machte. „Ich muss noch fertig packen gehen. Wir Jungs wollen heute Abend noch eine Abschiedsrunde machen, aber leider sind keine Mädchen erlaubt. Also wunder dich nicht, wenn Liam nicht auftaucht."
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HUFFLEPUFF - Year 1
Fanfiction„Okay, wie heißt ihr alle? Ich hab nicht aufgepasst." Das braunhaarige Mädchen grinste. „Ich bin auf jeden Fall Ivy Radclyffe. Ich freue mich wirklich, jetzt hier zu sein." „Hanna Taylor", sagte ich, „Ebenfalls." Dann schnappte ich mir meinen Koffe...
