Ardy
Ich schlich aus dem Gebäude. Ich hatte grade mein Mädchen zurück gelassen. Ich hatte sie bei einem gewalttätigen Schläger gelassen. Ich war kein guter Freund. Das weiß ich und sie hoffentlich auch.
Hellen riss mich aus meiner Phase von Selbstverachtung imdem sie mir um den Hals fiel. Ich tätschelte sie einmal kurz auf den Rücken und sie ließ mich los.
Ich konnte meine Gedanken nicht mehr von Vicky abbringen.
Ich hatte sie einfach so verlassen.
Taddl
Nun standen wir hier zu dritt vor dem Gebäude und wussten nicht was wir nun tun sollten.
"Leute, ich glaube wir sollten hier weg. Wenn Marius merkt das wir weg sind, rennen wir ihm doch so direkt in die Arme", stellte ich fest und blickte beide erwartungsvoll an. Hellen kam zu mir und wir drehten uns um und setzten zum gehen an. Ardy stand aber immer noch an der Stelle wie eben. "Brui, kommst du?", fragte ich vorsichtig und wartete auf seine Reaktion. Ich hatte ihn nach Sechs einhalb Jahren wieder 'Brudi' genannt.
Ich wollte ihn wieder als besten Freund zurück. Meinen plötzlichen Sinneswandel hab ich zwar auch nicht ganz verstanden, aber es fühlte sich richtig an und vermisste die Zeit von frühre schon sehr.
Ardy
"Brudi, kommst du?" Taddl hatte mich grade 'Brudi' genannt. Das hatte er schon seid Jahren nicht mehr getan. Früher, als wir beste Freunde waren, haben wir uns ständig gegenseitig so genannt. Ich musste Lächeln als ich daran dachte, das es irgendwann vielleicht mal wieder so sein konnte wie früher. Ich stand mit dem Rücken zu Hellen und Taddl gewendet und starrte die Tür an, durch die ich eben wieder die Außenwelt betreten hatte.
"Geht ohne mich. Ich hole Vicky. Macht euch keine Gedanken um mich. Bis dann Brudi", sagte ich ruhig und drehte mich bei dem Wort 'Brudi' kurz um und lächelte leicht Taddl an, der das Lächeln erwiderte. Sie verließen das Gelände und ich stolperte wieder zurück durch die Tür. Ich schlich mich durch die langen Gänge und blieb an einer Tür hängen und horchte.
"Was findest du an ihm so das du jedes mal so verkrampfst wenn ich seinen Namen erwähne?!", hörte ich Marius rumschreien. "Man Marius, Ich liebe ihn einfach!", schrie nun auch Vicky und ich musste leicht lächeln. "Wegen deiner verfickten Lovestory, sind die aber alle abgehauen!", hallte nun wieder Marius' Stimme durch den Raum. Eine ganze Weile hörte man nichts mehr bis Marius wütend aufschrie und man ein lautes klatschen, und dann ein rumpeln hörte. "Scheiße, Vicky." Ich sprang in den Raum und Marius sah mich wütend an. Vicky lag vor ihm auf dem Boden und bewegte sich nicht. Er hatte sir grade bewusstlos geschlagen. Die Wut in mir kochte und ich ging auf Marius los. Ich verpasste ihm Schläge und Tritte, bis er schließlich am Boden lag und sich zusammen krampfte vor Schmerzen. Ich trat noch einmal kräftig in seine Magengrube und hechtete dann zu Vicky rüber. Tränen verließen meine Augen und es waren nicht grade wenig. Ich fühlte panisch Vickys Puls und atmete erleichtert auf als ich auch das langsame Heben und Senken ihres Brustkorbs bemerkte. Ich hob Vicky hoch und trug sie aus dem Gebäude. Schnell lief ich mit ihr im Arm von dem Gelände runter und ließ sie auf meinem Schoß liegend runter. Ich lehnte mich an einen Baum, da ich in einem angrenzenden gelaufen war. Vicky lag auf meinem Schoß und ich strich ihr behutsam durchs Haar. Nach einer Weil öffnete sie vorsichtig wieder ihre Augen und blinzelte mich an. Sie riss die Augen erschrocken auf und setzte sich ruckartig auf und viel mir um den Hals. Ich bemerkte ihre warmen Trämen in meinem Nacken und drückte sie noch fester an mich. Ich hatte es geschafft. Ich hatte meine Freunde in Sicherheit, ich denke das ich Taddl und Hellen wieder als meine Freunde bezeichnen konnte, und ich hatte mein Mädchen gerettet und ihr ging es gut. Nun liefen die Tränen auch schon wieder bei mir. Wie konnte man in dieser Situation einfach nicht weinen? Allerdings waren es Freudentränen.
