4: Und senden!

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„Es wäre mir eine Ehre, mich von dir durch die Stadt führen zu lassen, Dust", meinte ich  und sie begann zu kichern. „Ich finde dich lustig. Komm mit! Ich zeige dir zuerst, wo-", doch weiter kam sie nicht.

„Dust, was machst du denn schon wieder? Ich habe dir doch hundertmal gesagt, dass du nicht mit Fremden sprechen darfst!", ein braunhaariger Mann kam auf uns zu gesprintet und ich erwischte mich dabei, wie ich sicherheitshalber einen Schritt zurückwich, als er schließlich vor mir stand. Immerhin wusste ich nicht, ob mir dieser Typ eines auf die Nase geben wollte, nur weil ich mit seiner Schwester sprach. Zumindest sah es so aus, als wäre es seine kleine Schwester, denn wenn ich mich nicht irrte, dann müsste er bloß ein paar Jahre älter als ich sein.

Er musterte mich mit zusammengekniffenen Augen, bis er mit einer grummeligen Stimme feststellte: „Dich habe ich hier noch nie gesehen."

„Was für ein Zufall! Ich habe dich auch noch nie gesehen", gab ich ihm bissig als Antwort und er runzelte die Stirn.

„Du könntest glatt die Tochter unserer Nachbarn sein. Die haben dasselbe vorlaute Mundwerk. Also, jetzt im Ernst. Wer zum Teufel bist du und was willst du von meiner Schwester?" Er verschränkte die Arme vor seiner Brust und mir wurde klar, dass ich mich nun nicht mehr aus dieser Situation flüchten konnte.

„Ich komme aus einer anderen Dimension. So! Da hast du deine Antwort!" Er war mir ganz klar unsympathisch, mit seinen zurückgeschleckten Haaren und seiner beschützerischen Art. Es gab immer mal wieder Menschen, denen man begegnete und von Anfang an nicht leiden konnte. Und genauso einer war dieser Typ.

„PAHAHA!", prustete er los, sobald ich ausgesprochen hatte. „Nicht nur vorlaut, sondern auch total durchgeknallt in der Birne, das sind mir die liebsten. Wo hast du die denn aufgegabelt Dust?"

Machte er sich etwa lustig über mich?

„Es ist die Wahrheit du Vollidiot", fuhr ich ihn an. „Deine Schwester hat mich auf dem Boden gefunden, nachdem ich in mein Handy eingesaugt wurde!"

Für wen hielt der sich?

„Aha", machte er und anhand seiner Mimik erkannte ich ganz genau, dass er sich noch nicht ganz sicher war, ob er mir glauben sollte. „Sag mal, was hast du da überhaupt an? Wenn ich mir dich so ansehe, kommt es mir eigentlich gar nicht so unwahrscheinlich vor, dass du nicht aus dieser Welt stammst."

Verärgert ballte ich meine Hände zu Fäusten. „Wenigstens trage ich nicht so eine lächerliche Brille wie du!"

Seine Mundwinkel glitten nach unten. Vermutlich hatte ich einen wunden Punkt getroffen.

„Ich kann nichts dafür. Ich bin ein Filtertester", rechtfertigte er sich. „Dieser hier ist gerade in der Testphase. Und ja, ich finde ihn auch hässlich."

Filtertester? Das hörte sich nach einer ätzenden Arbeit an. Trotzdem tat er mir kein bisschen leid, auch wenn er auf einmal ziemlich bedrückt wirkte. „Morgen sehe ich wieder normal aus", fügte er hinzu.

Das würde ich hoffentlich nicht mehr miterleben, denn ich hatte wirklich absolut keine Lust, mich bis morgen in dieser Welt herumzuschlagen. Doch Moment mal, woher wusste ich denn, wann „Morgen" war? Sonnenlicht schien es in dieser Welt gar nicht zu geben und ich fragte mich, wie spät es eigentlich mittlerweile war.

„Da bin ich mir sicher", sagte Dust und tätschelte ihrem Bruder tröstend die Schulter. „Ich hoffe es ist okay, wenn ich Elodie die Stadt zeige, jetzt wo du sie kennengelernt hast." Sie schenkte ihrem Bruder ein süßes Lächeln, während er mir einen bösen Blick zuwarf. „Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist", meinte er dann und ich verdrehte genervt die Augen. Was hatte der nur gegen mich?

Hinter dem BildschirmGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt