"Especially in autocratic systems, a single individual may instigate a series of events ulutmately leading to war. We cannot assume that individuals calculate their odds of winning in the same was states do."
- Bethany Barratt
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Das Mädchen griff in seinen Zopf und ließ die schneeweißen Strähnen bewundernd durch kleine Finger gleiten. "Schön."
Richtig. Schön. Immer wieder war Scorpius genauso beeindruckt wie vor den Kopf gestoßen von der Gabe eines Kindes, die Welt um sich zu vergessen. Was machte es schon aus, dass um sie herum die Feuerdämonen wüteten? Dass sie sich durch Balken und Ziegel fraßen und bald die gesamte Nokturngasse dem Erdboden gleichmachten? Oder dass Leonore noch gerade eben fast in Rauch und Flammen erstickt wäre? In jenem Moment verblasste alle Angst in diesen leuchtenden Augen und allein der begeisterte Funken für das interessante Haar ihres Retters blieb bestehen.
Scorpius hustete Asche aus seinen Lungen. Sein Brustkorb brannte. Sofort war er zurück im Malfoy Manor, watete durch dicken Rauch, tastete blind nach der Hand seiner Mutter. Scorpius, sieh mich an. Die Stimme seines Vaters, genauso rau wie die eigene. ICH war das. Wenn dich jemand fragt, dann sagst du, dass ich es war.
Den Auroren hatte er genau das erzählt, zu verstört, um sich einen Reim darauf zu machen, was in den letzten Stunden wirklich geschehen war. Sie hatten die Worte des in Tränen aufgelösten zehnjährigen Jungen nicht hinterfragt. Vater. Vater hatte den Zauberstab gehoben, da war ein grüner Lichtblitz, dann lag der Mann da. Natürlich. Der Todesser war es gewesen. Nur dass Draco Malfoy nie auch nur ein Todesfluch über die Lippen gekommen war.
Das Stechen in seinen Atemwegen, die schwelende Hitze auf der Haut, die einsetzende Realisation, gerade dem Tod von der Schippe gesprungen zu sein: Alles brachte die mühsam unterdrückten Erinnerungen zurück an die Oberfläche. Schon wieder. Erneut kämpfte sich ein heftiger Hustenanfall aus seinem Inneren. Der kleine Körper klammerte sich enger um ihn.
Er zwang sich zu einem tröstenden Lächeln. "Alles gut, Kleine, ich lass dich schon nicht fallen. Keine Sorge."
Scorpius' Mund formte einige magische Floskeln und mit dem SCHNIPP! seiner Finger entfesselte er die Böe, die ihm bereits im Haus der Carrows guten Dienst geleistet hatte. Sie fegte durch die Gasse, jagte rauchige Schwaden hinauf zu windschiefen Hausgiebeln und Zinnen, rüttelte an morschen Fensterläden. Flugs führte der Wind die Asche an den hunderten Schornsteinen vorbei, die dort wie Mauersteinbäume aus den Dächern sprossen und trug sie hinauf in die regenschweren Wolken.
Die Welt klärte auf.
Eine Mischung aus Erleichterung und Sauerstoff erfüllte ihn, als er nach frischer Luft schnappte. Seine ersten Atemzüge waren die eines Ertrinkenden. Endlich! Er rieb sich über die gereizten Augen, was das Brennen nicht wirklich minderte, und blinzelte in die sich neu vor ihm eröffnende Welt. Die abgeschiedene Ecke der Nokturngasse war kaum mehr wiederzuerkennen.