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Albus blinzelte nur überfahren, als sein Freund die wenigen Meter zu ihm eilte und beide Hände auf seine Schultern legte. Was? Scorpius redete auf ihn ein. Doch Albus hörte nur das Rauschen in seinen eigenen Ohren, ein Echo der Stimmen in seinem Kopf, und verfolgte die Lippenbewegungen mit stummem Unverständnis.
Was war da gerade passiert?
"Albus. Albus, sieht mich an", drang Scorpius' Stimme endlich zu ihm durch. Sie klang seltsam heiser. Der junge Malfoy hatte besorgt die Brauen zusammengezogen und studierte wachsam jede Regung in seinem Gesicht. "Dir geht es gut. Sprich mir nach, ja? Dir geht es gut. Dir geht es gut und es ist nichts passiert."
Die Worte sollten nicht helfen. Albus wusste schließlich, dass sie nicht stimmten. Für einen Augenblick war er nicht mehr Herr seines eigenen Körpers gewesen, irgendetwas war passiert. Aber Scorpius sprach weiter, brachte ihn zurück ins Hier und Jetzt. Dir geht es gut. Kurz kniff Albus die Augen zusammen, wiederholte die Worte in seinem Kopf, bis er ihnen glauben schenkte. Und bis auf das Pochen hinter seinen Schläfen stimmte es doch auch? Ihm war nichts passiert.
Als er sie wieder aufschlug, schien der Blondschopf kurz den Atem anzuhalten, bevor die Sorgenfalte zwischen seinen Augenbrauen sich langsam glättete. "Da bist du wieder!", meinte er - und schloss Albus in eine feste Umarmung. Der ließ es über sich geschehen. "Ich hatte kurz Angst. Als ich dich da über meinen Sachen gebeugt gesehen habe, mit diesem leeren Blick. Das ... das hätte nicht passieren sollen. Irgendetwas muss ich bei der Schutzformel übersehen haben, es tut mir leid, Albus." Er holte langsam Luft und Albus spürte, wie der Körper in seinen Armen kaum merklich zitterte. "So was passiert mir sonst nicht, bei Merlin, das schwöre ich dir. Aber du bist okay. Du bist okay, weil ich heute nicht noch ein Desaster verkraften kann, fürchte ich. Gerade ist alles ... zu viel."
"Du stinkst", murmelte Albus tonlos, als der Wortschwall des Blondschopfs geendet hatte. Nicht, dass er auch nur die Hälfte von dem verstanden hatte, was Scorpius da gerade von sich gab. Sein Kopf tat weh. Trotzdem versuchte er sein bestes, dem Jungen in seinen hastigen Ausführungen zu folgen, pflückte seine Worte auseinander, bis eines davon Sinn ergab. Schutzformel?
"D-Das ist nicht sehr nett, Albus."
"Aber es stimmt." Er zog den anderen Jungen fester an seine Brust und vergrub den Kopf in Scorpius' Nacken. Das tat gut. Gleichzeitig spürte er den Jungen immer noch leicht unter sich beben. Da war diese flackernde Panik in seinen Augen gewesen, bei deren Erinnerung es ihm kalt den Rücken runterlief. Was machst du da, Albus? Albus! Weg vom Bett! Es war genau dieser entsetzte Ausdruck im Gesicht seines Freundes gewesen, der Albus letztendlich aus seiner Trance katapultiert hatte. Scorpius hatte regelrecht Angst gehabt vor ...
Ja, vor was genau?
Der dunkle Stoff knitterte unter seinen Fingern, als Albus die Kapuze von Scorpius' Umhang näher zerrte und ... Uff! Er verzog das Gesicht. Der Geruch, der ihm nun noch intensiver in die Nase stieg, erinnerte an den Ausflug an die Küste von St. Ives, damals, mit der ganzen Familie. James hatte von Onkel George eine Tüte Zündcracker geschenkt bekommen und damit herumgealbert, wie es halbwüchsige Jungen, die sich für den nächsten Merlin hielten, nun einmal taten. Ein Zündcracker war nicht über die Klippe geflogen und lustig auf der Wasseroberfläche explodiert. Nein, einer war James in der Hand ausgerutscht und nur Ginnys schnellem Löschzauber war es zu verdanken gewesen, dass James mit nicht mehr als versengtem Stoppelhaar, gekränktem Stolz und Tränen im Gesicht davongekommen war. Doch Albus hatte einen ganz schönen Schrecken bekommen. Das war vor einigen Jahren gewesen.