13.

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Es ist merkwürdig, hier zu sein. Im Fuchsbau, mitten im Chaos der Weasleys, wo jeder Moment mit Leben gefüllt ist – Lachen, Rufen, das Klappern von Geschirr und das Knarzen der alten Holzdielen. Es fühlt sich so... falsch an. Zu warm, zu sicher.

Während in Hogwarts Blut an meinen Wänden klebte, sitzt hier jeder sorglos zusammen, als wäre die Welt noch in Ordnung. Aber sie ist es nicht. Nicht für mich.

Nach dem Vorfall – nach all dem, was passiert ist – hat Dumbledore beschlossen, die Schule für eine Weile zu schließen, das ist jetzt zwei Wochen her.

Sicherheitsmaßnahmen, sagten sie. Als ob das irgendetwas besser machen würde. Als ob ich nicht jede Nacht die Worte an meiner Wand sehen würde, egal, wie weit ich von Hogwarts entfernt bin. "Eines Potters." Immer wieder blitzen diese Worte vor meinen Augen auf, selbst wenn ich sie verbannen will. Sie verschwinden nicht.

Harry hat darauf bestanden, dass ich mit ihm herkomme. Und die Weasleys... sie haben mich aufgenommen, wie sie es immer tun.

Freundlich, fürsorglich, fast schon erdrückend liebevoll. Mrs. Weasley hält mich ständig im Blick, als würde sie nur darauf warten, dass ich in tausend Stücke zerbreche. Und vielleicht hat sie nicht ganz Unrecht damit.

Morgen wird Hogwarts wieder eröffnet, und jeder tut so, als wäre das etwas Gutes. Aber ich weiß, dass es nicht vorbei ist. Es wird niemals vorbei sein.

Ich werde in diesen kalten Korridoren laufen und immer wieder den Geruch von Blut in meiner Nase haben. Die Erinnerungen werden mich dort erwarten, an jeder Ecke.

Und doch... vielleicht ist es besser so. Besser, als hier zu sitzen und sich von dieser falschen Wärme einlullen zu lassen.

Ich lasse meinen Blick durch die Küche schweifen. Harry steht mit Ron am Herd, lacht über etwas, das Ginny gesagt hat, während Fred und George versuchen, heimlich etwas in die Suppenschüssel zu schmuggeln. Alles scheint so normal. So verdammt normal.

Ich schiebe den Stuhl zurück und stehe auf. Meine Beine fühlen sich schwer an, als würde ich mich durch zähen Nebel bewegen.

»Mrs. Weasley, kann ich vielleicht helfen?« Meine Stimme klingt ruhig, fast zögerlich, während um mich herum das übliche Chaos der Weasleys tobt. Teller klappern, Stimmen überlagern sich, und Fred und George liefern sich ein hitziges Duell mit Kartoffelbrei, während Ginny ihnen genervte Blicke zuwirft.

Mrs. Weasley hält für einen Moment inne, ihr Blick bleibt an mir hängen – ein Hauch von Zurückhaltung in ihren Augen, kaum wahrnehmbar, aber ich sehe es. Es ist immer da. Dann lächelt sie, doch das Lächeln erreicht ihre Augen nicht wirklich. »Nein, das ist nicht nötig.« Sie winkt hastig ab und dreht sich wieder zu den dampfenden Schüsseln auf dem Tisch um.

Ich öffne den Mund, um noch etwas zu sagen. »Aber–«

»Wir sind gleich fertig, setz dich einfach schon mal,« unterbricht sie mich schnell, mit einem Ton, der freundlich klingen soll, aber viel zu geübt ist. Viel zu abweisend.

Ich presse die Lippen aufeinander und nicke langsam, während ich mich zurückziehe.

Ein Teil von mir will sich einreden, dass ich mir das alles nur einbilde. Dass es keinen Unterschied gibt zwischen mir und Harry, dass ich mir ihre Blicke, ihre leichten Seufzer, wenn ich den Raum betrete, nur einbilde.

Aber tief in mir drin weiß ich es besser.

Seit meiner Einteilung in Slytherin ist etwas zerbrochen – unsichtbar, aber unübersehbar. Sie sieht mich nicht wie Harry. Ich bin nicht ihr goldener Junge, nicht der strahlende Held, den sie so bereitwillig in ihre Familie aufgenommen hat.

Violent.- Mattheo Riddle Fanfic.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt