Die Wochen vergingen, und obwohl Yll und Djellza sich entschlossen hatten, gemeinsam der Bedrohung aus seiner Vergangenheit zu begegnen, fühlte sich der Frieden immer zerbrechlicher an. Die Tage, an denen sie den Garten besuchten und sich gegenseitig versprachen, dass sie alles zusammen durchstehen würden, schienen weiter entfernt zu sein, als sie je gehofft hatten. Die ständige Sorge, dass etwas Unvorhersehbares passieren könnte, hing wie ein dunkler Schatten über ihrer Beziehung.
Eines Abends, als sie zusammen auf der Couch saßen und die Stille genossen, ging die Tür auf, und Ylls Handy vibrierte auf dem Tisch. Djellza hatte es bemerkt, aber nichts gesagt. Sie kannte Yll gut genug, um zu wissen, dass er bei Anrufen aus der Vergangenheit immer abweisend wurde. Doch heute war etwas anders.
„Du solltest rangehen", sagte sie, ohne Yll anzusehen.
Er starrte auf das Display. Der Name „Viktor" leuchtete auf. Ylls Gesicht verlor sofort jede Farbe, und seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.
„Was ist los? Du wirkst blass", fragte Djellza besorgt.
„Es ist Viktor...", flüsterte Yll, und die Panik war deutlich in seiner Stimme zu hören.
„Wer ist Viktor?" fragte sie, obwohl sie sich schon dachte, dass es nicht gut war.
Yll stand abrupt auf und griff nach dem Handy. Er zog sich in eine Ecke des Zimmers zurück, so dass Djellza nur noch die Stille und dann das leise murmeln von Ylls Stimme hören konnte. Sie konnte nicht verstehen, was er sagte, aber die Schwingungen seiner Worte ließen die Luft um sie herum kälter werden. Ihr Herz klopfte schneller, und sie stand auf, um sich Yll zu nähern.
„Yll?" fragte sie leise.
Er drehte sich schnell um, als ob er sie vergessen hätte. „Du solltest das nicht hören", sagte er mit zitternder Stimme.
„Was ist los? Was hat Viktor dir gesagt?" Ihre Stimme war fast flehend.
Yll sah sie mit einem gequälten Ausdruck in den Augen an. „Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht alles erzählen", sagte er mit einem Hauch von Verzweiflung.
„Warum nicht? Wir haben uns doch versprochen, dass wir uns nichts mehr verschweigen", sagte Djellza und trat einen Schritt näher. „Warum willst du mich draußen lassen? Warum soll ich nicht wissen, was passiert ist?"
Yll schloss die Augen, und es war, als ob er gegen sich selbst kämpfte. „Viktor ist...", er atmete tief ein, als würde er sich zu einer Sache zwingen. „Viktor ist mein älterer Bruder. Und er ist derjenige, der mich in all das hineingezogen hat."
„Dein Bruder? Und er will dich in Gefahr bringen? Warum?" Djellza spürte, wie sich der Boden unter ihr zu drehen begann. „Ich verstehe das nicht. Was hat er von dir verlangt?"
„Er ist in den gleichen Geschäften wie die anderen", sagte Yll, und seine Stimme war nun von einem bitteren, fast abweisenden Ton begleitet. „Er hat mir immer wieder versucht, zu zeigen, wie alles funktioniert, als ob es der einzige Weg im Leben wäre. Und ich... ich habe mich hineinzogen lassen, Djellza."
„Du hattest keine Wahl, oder?" fragte sie sanft, doch es war nicht Mitleid in ihrer Stimme. Sie wollte verstehen, was Yll durchgemacht hatte.
„Nein", sagte Yll bitter. „Ich habe mich selbst entschieden. Aber ich wollte nie, dass du das alles erlebst, dass du mit meiner Schuld leben musst."
Djellza trat näher und nahm seine Hand. „Aber jetzt bin ich hier, Yll. Und du musst dich mir nicht allein stellen. Wir sind zusammen in diesem Kampf, und wir können diese Last teilen."
Er blickte sie mit traurigen Augen an, seine Miene war ernst. „Ich wünsche, es wäre so einfach, Djellza. Aber Viktor hat mir gesagt, dass ich mich entscheiden muss. Entweder ich kehre zurück in die Welt, aus der ich gekommen bin, oder du wirst ein Ziel für all diese Leute. Du bist in Gefahr, solange du an meiner Seite bleibst."
Djellza zog seine Hand zu ihrem Herzen. „Ich habe dir gesagt, ich lasse dich nicht allein. Wenn wir diese Hölle durchmachen müssen, dann tun wir es zusammen. Ich werde nicht zulassen, dass jemand dir schadet – und schon gar nicht, dass du mich verlässt, um mich zu schützen. Ich vertraue dir."
Yll schüttelte den Kopf. „Du verstehst nicht. Diese Leute – sie sind nicht wie wir. Sie haben kein Mitleid. Sie werden dich finden, egal wo du bist, und sie werden dir wehtun, wenn du mir folgst."
„Dann lassen wir uns nicht finden", sagte Djellza mit einer Entschlossenheit, die sie selbst überrascht. „Wir verschwinden. Zusammen. Du und ich. Wenn wir zusammen bleiben, dann können wir das alles überstehen."
Yll sah sie an, als ob er sie zum ersten Mal wirklich sah. Die Tränen in seinen Augen waren die einzige Offenbarung des Kampfes, den er in seinem Inneren führte. „Du bist wirklich verrückt", sagte er, aber es war kein Vorwurf in seiner Stimme, sondern ein Hauch von Bewunderung. „Aber vielleicht... vielleicht hast du recht. Vielleicht müssen wir fliehen, bevor es zu spät ist."
„Wir müssen nicht fliehen, Yll. Wir müssen nur zusammenhalten und herausfinden, wie wir uns wehren können. Ich lasse nicht zu, dass du aufgibst."
Doch plötzlich riss das Geräusch einer Schusswaffe die Stille in der Wohnung auf. Ein Schrei – Djellza drehte sich sofort um, als der Schuss den Raum erschütterte. Das Geräusch war wie ein Signal. Von draußen konnte sie die Schritte hören, die immer näher kamen, und Yll wusste sofort, was das bedeutete.
„Sie sind hier", sagte Yll und zog sie schnell hinter sich. „Wir müssen jetzt gehen, Djellza. Es ist zu spät, um zurückzukehren."
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vetem ti dhe une
RomanceEine Geschichte von 2 Menschen mit unterschiedlichen Leben unterschiedlichen Gefühlen gegenüber der Welt 2 einsame Seelen treffen ganz zufällig aufeinander und können nicht mehr ohne einander Mal eine nicht ganz so klassische Schul romanze
