Er schien sich ziemlich sicher zu sein, dass sie ihn nicht angreifen würde.
Aber warum sollte sie ihn Angreifen?
Er hatte ja keine andere Waffe als seine bloßen Hände. Sie bezweifelte jedoch nicht, dass er ein geübter Kämpfer war. Ob nun mit oder ohne Waffen.
Schließlich betrat sie zögernd, dennoch selbstsicher die Lichtung. Sie war leise, wie von Elben üblich und stand nun knapp drei Meter von ihm entfernt.
"Ich habe mich schon gefragt, wann du dich zeigen würdest." , sagte er und wandte ihr das Gesicht zu. Seine blauen Augen funkelten belustigt und stachen unter den schwarzen Augenbrauen hervor; ein starker Kontrast zu den blauen Augen und blonden Haaren.
Sie sagte nichts, sondern schaute ihn nur an.
Jetzt hatte er ebenfalls die Möglichkeit, sie genauer zu betrachten: Sie hatte lange braune Haare, und anders als andere Elben einen Pony. Ihre Kleidung war ungewöhnlich: unter dem Mantel trug sie ein hellgrünes langärmeliges (ich nenne es mal) Shirt, dass nur bis zu den letzten paar Rippenbögen reichte. Sie trug eine dunkle Jagdhose und leichte Schuhe.
Sie sah ihn einfach nur an, als ob sie warten würde.
"Und? Wo hast du meine Waffen versteckt?" , fragte er. Sie sagte nichts, sondern legte nur den Kopf schief. Dabei wurde ihr Gesicht von Haarsträhnen umrahmt, die zuvor hinter ihren Ohren waren.
Er stand auf, und sie wich einen Schritt zurück, beobachtete jede seiner Bewegungen genau. Er stand ihr nun gegenüber, er war einen halben Kopf größer als sie. Sie schauten sich nur an, angespannt auf die Reaktion des Anderen wartend.
Mit einem Fuß trat sie einen Schritt zurück, legte die rechte Hand genau über ihr Herz und verbeugte sich vor ihm, die linke Hand geöffnet auf ihrem Rücken.
Immer noch verbeugt sah sie ihn an. Er machte ihre Haltung nach. Und gemeinsam hoben sie die Köpfe. Das war eine Begrüßung gewesen, wie er sie im Düsterwald noch nie gesehen hatte.
Doch für sie hatte die Begrüßung auch eine andere Bedeutung. Bei ihr und ihrem Volk zeigte die erwiederung der Geste: keine Bedrohung.
Sie strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr und lief an ihm vorbei, zum Flussufer. Dann sah sie ihn an und eine Frage lag auf ihrem Gesicht: Ist das Wasser trinkbar?
Verdutzt über das ausdrucksstarke Gesicht, sagte er nichts. Als er keine Antwort gab seufzte sie und sah ihn von der Seite an. Da sah er, warum ihr Gesicht so ausdrucksstark war: Ihre Ohren waren größer als die von gewöhnlichen Elben. Sie ähnelten den eines Wolfes. Und sie konnte ihre sie bewegen! Jetzt ließ sie die Ohren hängen und sah ihn aus großen Augen an.
Er lächelte und legte den Kopf schief. Dann erinnerte er sich an das, was sein Vater sagte und wurde ernst. "Hast du die Spinnen getötet?" , fragte er. Sie nickte. "Ok. Dann bitte ich dich, mich zu begleiten. Der König möchte dich sehen. Würdest du meine Waffen holen?" , fügte er hinzu. Sie nickte wieder und verschwand im Wald.
Er hörte wie sie einen Baum erklomm und über Äste lief. Schließlich stand sie auf einem Ast, ihm genau gegenüber, mit Bogen und Köcher in der einen und den Dolchen in der anderen Hand. Er sah sie an und sagte: "Ich heiße Legolas und du?" Sie sagte nichts, sondern sprang vom Baum herunter und gab ihm seine Waffen. "Dann mal los!" , sagte er und ging leichtfüßig in den Wald. Er folgte einem unsichtbaren Pfad. Während sie im Schatten oder auf den Bäumen verborgen hinter ihm her lief.
Ab und zu drehte er sich um und fragte: "Wo bist du?" Dann trat sie aus den Schatten oder sprang vom Baum über ihn und sah ihn fragend an. Er wollte sich nur vergewissern, dass sie auch wirklich noch da war. "Nicht dass ich dann alleine vor den Toren des Palastes stehe!" , sagte er und lachte.
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Bitte schön, das 3. Kapitel^^
Wie immer: Kommis und Likes gerne gesehen. ;)
LG, Halya26
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Eine der Gaurwaith (Legolas ff)
FanfictionIm Düstewald werden vermehrt tote Spinnen gefunden. Das ist so weit nicht schlimm, denn jeder ist froh über ein neues getötetes Untier. Doch der Schlächter ist unbekannt. Den Befehl seines Königs und Vaters ignorierend macht sich Legolas auf die Suc...
