Kapitel 4: Vor dem Palast des Königs

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So gingen sie lange. Der Morgen war schon in den Nachmittag übergegangen, als Legolas sie wieder rief. Sie waren nun in der Nähe des Palastes von König Thranduil, der König des Waldlandreiches.
Sie trat aus den Schatten und sah an Legolas vorbei, in Richtung des Palast's. Sie konnte die Brücke sehen die über den Waldfluss und in den Palast führte. Vor den Toren standen zwei Wachen in schwarzen Rüstungen, mit Schwertern ausgerüstet. Die Tore waren geöffnet und eine Frühlingsbriese wehte den Wachen ihre Haare ins Gesicht.
"Komm mal her." Sie richtete ihren Blick auf Legolas und sah ihn aus schmalen Augen an. Bewegte sich keinen Millimeter. Legolas machte einen Schritt auf sie zu. Sie wich zurück. "Ich muss dich bitten, die Handfesseln zu tragen." , sagte er und hatte eine kompliziert aussehende Schlaufe in der Hand.
Sie knurrte. Es gefiel ihr gar nicht, dass sie gefesselt werden sollte.
Er ging weiter auf sie zu, ignorierte das Knurren und sah ihr in die waldgrünen Augen. Sie spannte sich an und zeigte die Zähne. Da blieb er stehen. Ihre Zähne! Sie waren lang und spitz, wie die eines Wolfes.
Wie ein Wolf flätschte sie die Zähne und ihr Mantel bauschte sich in der Briese auf, wodurch sie größer erschien. Sie machte einen Schritt rückwärts, bereit ihn anzugreifen.
Doch Legolas blieb ganz ruhig. Er ließ die Arme sinken und sagte besänftigend: "Es muss nur den Anschein machen, dass du gefesselt bist. Sonst kommst du gar nicht zum König." , sagte er, in der Ahnung, dass sie zum König wollte. Dann fügte er hinzu: "Und wenn nicht ich, sondern eine der Wachen dich gefunden hätte, wärst du den gesamten Weg gefesselt und mit verbundenen Augen dem König vorgeführt worden."
Das schien sie wirklich zu besänftigen. Sie richtete sich gerade auf, seufzte und legte die Hände auf den Rücken. Das halb getrocknete Blut der Spinne klebete wiederlich und stank grauenvoll, als die schon angetrocknete Kruste wieder aufgerissen wurde, und das noch flüssige Blut hervor trat.
Legolas Schritt auf sie zu. Während sie ihn mit einem Mitleid erregenden Gesichtsausdruck ansah, stellte er sich hinter sie und sagte: "Ich mache sie nicht so fest. Du kannst jederzeit daraus entkommen. Aber ich bitte dich sie solange zu tragen, bis ich sie dir wieder abnehme. Ok?"
Sie nickte und Legolas legte vorsichtig die Schlaufe um ihre blutverschmierten Handgelenke. Da fielen ihm die Silberreifen an ihren Unterarmen auf, die zu den Handgelenken gerutscht waren und wie durch ein Wunder nicht mit Blut verschmiert waren. Sie klimperten leise, als sie gegeneinander schlugen. Er zog leicht an einem Faden, der die Schlaufe enger zog.
Sie warf einen Blick über die Schulter. Für ihren Geschmack war er zu nah. Aber bei jedem den sie nicht kannte, war eine Armlänge gerade noch die Schmerzgrenze, die jemand an sie herantreten durfte. Außer im Kampf. Da war das etwas anderes.
"So Ok?" , fragte Legolas und sah ihr in die Augen. Blau des Flusses traf auf das Grün des Waldes.
Sie schaute nach vorne und bewegte die Hände, die Reifen klirrten wie kleine leise Schneeflöckchen im Winter. Sie lächelte. Sie konnte sich, wenn nötig befreien. Und wenn sie die Arme locker ließ fühlte es sich so an, als ob sie die Hände gemütlich auf den Rücken gelegt hätte. Ganz entspannt.
Als sie lächelte, hatte sie normale Zähne. Legolas beschloss, dieses Geheimnis später zu lüften. Sie sprach eh nicht mit ihm. Bis jetzt.
Sie machte eine Kopfbewegung in Richtung Palast und Legolas ging voraus. Sie als sein Schatten hinter ihm; in gewissem Abstand.
Legolas kam der Brücke immer näher und die Wache begrüßte ihn, reagierte jedoch nicht auf sie. Dann traten sie über die Brücke und durch das große Tor, in die Hallen des Königs Thranduil.

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So. Das ist das 4. Kapitel.
Ich hoffe dass ihr die Geschichte genau so gerne hab wie ich, und euch auf das 5. freut.
Ich freue mich schon darauf es (ab-)zuschreiben.
Ich verrate ja schon mal etwas, es heißt: In den Hallen des Königs.
Es wird auch ein kleines Esta-Egg geben. Was es ist verrate ich aber nicht. :p
Mal schauen wer es findet... ;)

LG, Halya26

Eine der Gaurwaith (Legolas ff)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt