chapter 21.

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Mika Pov.

Ich verschwieg den Jungs das mit meinem Vater in der Hoffnung, dass es einfach nicht nochmal passierte.

Am nächsten Tag war Noemi zum Glück nicht mehr krank. Zu meinem großen Pech hatten wir heute direkt in den ersten beiden Stunden Sport, fragt mich nicht wie oft man hier in der Woche Sport hat.

Wir trafen uns also direkt in der Umkleide. Anna sah mich nur böse an, doch ich versuchte es zu verdrängen. "Mika", hörte ich eine bekannte Stimme. Sie kam aus dem Duschenraum. Ich verschwand dort hinter der Tür und sah Noemi, die schon dabei war, sich ihr Sport T-Shirt über den Kopf zu ziehen. Wir umarmten uns zur Begrüßung und dann zog ich mich auch um. Heute hatte ich zwar eine kurze Hose, aber dafür ein langärmliges lockeres Shirt. Ich band meine Haare zu einem Zopf zusammen und dann gingen wir auch zusammen in die Sporthalle.

Unser Lehrer winkte uns zu sich und wir stellten uns mit in den Halbkreis. "So, heute machen wir Gymnastik und Tanz. Macht hier irgendjemand von euch ein Tanzsport?" er sah durch die Runde. Doch niemand meldete sich. "Mika macht Ballett", hörte ich Finns Stimme. Alle sahen mich an. Er grinste bloß. Gott, wie ich in dem Moment hätte dahinschmelzen können. Und ihn schlagen können.

"Stimmt das, Mika?" mein Sportlehrer lächelte. "Ich war im Stuttgarter Ballett", sage ich leise. "Im Stuttgarter Ballett?" wiederholte er unglaubwürdig. "Wow, wir haben hier eine Staatlichannerkante Balletttänzerin", sagte er beeindruckt. Ich nickte bloß. "Tanzt du immernoch?" fragt er. "Zurzeit nicht, seit zirka 2 Monaten. Aber ich fange demnächst wieder an", erklärte ich. "Wäre super wenn du uns ein wenig Grundlagen beibringen könntest", Herr Weiß machte sich irgendwelche Notizen. Ich machte große Augen.

Auf gar keinen Fall, dachte ich mir.

"Mika würde super gerne vortanzen", wand Noemi ein. "Noemi", zischte ich leise. "Vertrau' mir.." flüsterte sie leise.
"Sehr schön", sagte Herr Weiß und lächelte. "Du hast doch bestimmt Sachen zum vorzeigen." "Vorzeigen?" fragte ich. "Spitzenschuhe oder so." "Achso.. ja.."

"Perfekt. Dann stellt euch mal versetzt in der Halle auf und wir beginnen mit einem Warm Up", er packte mich leicht an der Schulter und zog mich mit. Ich stand jetzt vor allen meinen Mitschülern. Hilflos sah ich zwischen Herr Weiß und zu Noemi hin und her. "A-also, wir könnten mit Pliés, oder Jéte's oder Tendus beginnen.." stotterte ich. "Keiner von uns weiß was das ist, mach einfach", lachte Herr Weiß. Ich nicke bloß und beginne mit ein paar Übungen. Der Kurs macht mir nach. Einige wirken konzentriert, bloß Anna war das egal. Sie stand bloß genervt da und machte nichts.

Nach der Sportstunde gingen wir durch den Gang in die Umkleide. "Du tanzt echt gut" "du hast es echt drauf" oder ähnliches kam von meinen Mitschülern. Zugegeben; es freute mich extrem das zu hören. "Wenn du meinst dass du irgendein Talent hättest, vergiss es", meinte Anna hochnäsig im vorbei gehen. "Anna?" Mich packte die ganze Wut zusammen. Es regte mich so sehr auf wie sie mich in letzter Zeit behandelt hatte. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen.

"Was habe ich dir eigentlich getan? Was hab ich dir getan, dass du mich so scheisse behandelst? Es ist total unnötiges und unberechtigtes Verhalten von dir gegenüber mir. Ich habe dir nichts getan, dich nicht beleidigt, die wehgetan oder sonstiges anderes. Verdammt, ich lass mich doch nicht grundlos von dir fertig machen", meine Stimme erhob sich. Mittlerweile standen alle um uns herum und hörten gespannt zu. Auch Finn war unter ihnen. "Du hast mir nichts getan?" sarkastisch lachte sie. "Du hast mir mit voller Absicht versucht mir meinen Freund auszuspannen", warf sie mir vor. "Aber nicht mit so einer Absicht wie du mir vor paar Tagen den Ball auf den Arm geschossen hast", konterte ich. "Außerdem was kann ich dafür wenn Finn sich von dir getrennt hat? Wie wärs mal damit die Fehler erstmal an sich selbst zu suchen", rechtfertigte ich mich. "Das nimmst du zurück", rief sie aufgebracht. "Nein, denn ich habe rein gar nichts damit zutun."

"Fein. Bitte, du hast es geschafft, werd' glücklich mit Finn", sagte sie. "Hörst du mir eigentlich zu?", frage ich genervt. "Zwischen uns läuft rein gar nichts, verdammt nochmal. Hör auf mich für irgendwas verantwortlich zu machen, mit dem ich nichts zutun habe, ja?" Und mit diesen Worten machte ich auf dem Absatz kehrt und verschwand in der Umkleide. Innerhalb weniger Sekunden war ich fertig und ich kämmte schnell meine Haare durch. "Hast du gut gemacht", Noemi lächelt mich an. "Ich glaube jetzt wird alles nurnoch schlimmer.." befürchtete ich.

Ich ging raus, doch Anna hielt mich fest. "Das war noch lange nicht das Ende, wenn du das gedacht hast." Ich zog meinen Arm weg und sah sie angewidert an. Kaum hatte ich die Umkleide verlassen sah ich Finn direkt vor mir an der gegenüberliegenden Wand angelehnt und scheinbar wartend auf eines der Mädchen.
Und dieses Mädchen war wohl ich.

''Mika, warte mal bitte kurz", bat er mich, als ich versuchte einfach weiter zu laufen. Er nahm meine Hand und zog mich zurück. Dieses mal gab ich auf. Immer wegrennen ist in manchen Situationen einfach keine Lösung. "Es ist wirklich besser so. Glaub' mir", murmelte ich. "Es ist mir egal was Anna sagt." Ich nicke. "Lass uns nachher reden.. ich muss gehen", widerwillig lasse ich seine Hand los und gehe raus aus der Sporthalle. Ich renne zur Schulbibliothek wegen der Schülerzeitung.

"Hey Mika", begrüßt mich Taylor. "Hi.." ich setzte mich neben ihn an einen Tisch. "Du siehst fertig aus", er mustert mich ein wenig besorgt. "Ich hatte gerade Sport", erklärte ich. "Achso", er lachte. Sein Lachen war schön. Es klang so weich und liebevoll. "Was soll ich als erstes machen bei der Schülerzeitung?" frage ich. "Warte, warte, warte", er lachte leicht. "Erstmal, musst du dir im Klaren sein, was es überhaupt heißt ein Teil der Schülerzeitung zu sein."

Die ganze 20 Minuten Pause erklärte er mir um was es grob in der Schülerzeitung ging. "Jeden Freitag nach der 2. Stunde Treffpunkt hier", er lächelte mich an und umarmte mic zum Abschied. "Cool dass du dich dafür entschieden hast", sagte er. "Immer doch", ich lächelte ihn an. Dann klingelte es und ich verschwand im Unterricht.
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adopted || dnerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt