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Ich schnaubte genervt, während ich leise klopfte und anschließend das Zimmer betrat.
Sofort richtete sich 2 Augenpaare auf mich.
"Hallo Rose,Schätzchen." begrüßte mich mein Großvater so wie er es immer tat.
Ich lächelte ihn herzlich an und lief auf ihn zu, um von ihm in eine lange Umarmung geschlossen zu werden.
Jason blendete ich dabei gekonnt aus.

Erst als ich mich aus der Umarmung gelöst hatte, wandte ich mich zu ihm.
"Danke, aber du kannst jetzt gehen." sagte ich mit zusammengepressten Lippen und nickte in Richtung Tür.
Erst dachte ich er hätte mich nicht verstanden, da er wenige Sekunden wie versteinert einfach nur auf der Stelle stand und ins nichts starrte.
Jedoch setzte er sich schließlich doch in Bewegung und ließ meinen Großvater und mich alleine.

***

Ich genoss es.
Ich genoss es, wie jedes andere tägliche Treffen mit ihm.
Es war unfassbar schön seinen Geschichten zu lauschen, wenn er mal wieder einen seiner 'hellen' Momente hatte.
Die Wörter sprudelten nur so aus ihm heraus und wirkte glücklich.
Einfach unbeschwert.Zufrieden.
Er erzählt es so, als wenn er es gerade erst erlebt hätte.

Es gab wiederum auch Tage an denen er nichts mehr wusste.
Egal was ich sagte er verstand nicht, was ich von ihm will.
Aber so war diese Krankheit nunmal.
Und deshalb genoss ich so manche Momente immer mehr...

***

Es war spät geworden.
Die Zeit ging,wie eigentlich jedes mal wenn ich meinen Großvater besuchte, rasend schnell rum.
Ich hatte mich gerade von meinem Opa verabschiedet und wollte eigentlich nur noch nach Hause, als ich mich Jason wiedermal aufhielt:

"Rose! Warte mal bitte!" hörte ich ihn hinter mir rufen.
Genervt blieb ich stehen und drehte mich langsam zu ihm um.
"Hatte ich dir nicht eindeutig klar gemacht, dass du meinen Großvater in Ruhe lassen sollst?! Wenn ich dich nochmal bei ihm sehe, werde ich mich über dich beschweren!" motzte ich ihn direkt an.
"Wow wow. Ich wurde nunmal ihm zugeteilt, was kann ich da bitte für?! Außerdem hatten wir wirklich Spaß zusammen." meinte er und lächelte zum Schluss hin leicht.
Ich atmete tief ein und aus, um nicht jeden Moment die Kontrolle über mich selbst zu verlieren.
"Das ist mir sowas von egal. Du hältst dich von ihm fern und basta!"
Er verdrehte nur die Augen und ging nicht weiter darauf ein.
"Seit wann lebt dein Opa hier im Heim?" fragte er stattdessen und musterte mich eindringlich.
Sofort fühlte ich mich unwohl und wollte umso mehr von hier verschwinden.
Jedoch versuchte ich stark zu bleiben und mir nichts anmerken zu lassen.
"Seit einem halben Jahr aber wieso um alles in der Welt interessiert dich das?!"
Es herrschte ein paar Minuten eine unangenehme Stille zwischen uns, bis er wieder anfing zu reden:
"Ich arbeite jetzt hier und das Leben der Menschen hier interessiert mich." antwortete er erstaunlich ernst.
Ich konnte jedoch nicht anders, als laut aufzulachen.
Das klang so surreal.
Ich meine. Jedem anderen Menschen würde ich so etwas direkt glauben.
Aber Jason definitiv nicht.
Diese Worte konnten unmöglich ernst gemeint gewesen sein.

"Wieso lachst du? Glaubst du mir etwa nicht?" hackte er prompt nach.
"Genauso ist es." bestätigte ich seine Vermutung und nickte gleichzeitig zur Verdeutlichung.
"Und wieso nicht, wenn ich fragen darf?"
"Ist das dein Ernst?! Du machst mich jeden Tag in der Schule mit deinen 'Freunden' fertig! Du gibst einen Scheißdreck auf meine Gefühle! Du denkst dir nichts dabei, wenn du irgendeinen Spruch über mich ablässt. Du bist kalt. Deine Mitmenschen sind dir alle unwichtig also wieso solltest du dich urplötzlich verändert haben und warum sollten dich diese Leuten und ihre Gesichten etwas kümmern?"
Ich war froh und stolz zugleich, nachdem diese Worte meinen Mund verlassen hatten.
Es tat gut ihm endlich mal meine Meinung gesagt zu haben.
Zulange hatte ich sie für mich behalten. Mir jegliche Kommentare unterdrückt.
Er soll wissen, dass er mein Leben zur Hölle gemacht hat bzw. macht.
Er soll wissen, dass ich ihn über alles verabscheue.
Er sollte Schuldgefühle haben, was allerdings nur nicht wirklich möglich seien kann.
Schließlich bin ich mir nicht mal sicher, ob er überhaupt Gefühle hat...

"Es tut mir leid ok?Ic-" fing er an, jedoch unterbrach ich ihn sofort.
"Spar's dir einfach."
Mit diesem Worten drehte ich mich wieder um und verließ mit schnellen Schritten das Gebäude.Dabei ignorierte ich seine Rufe.

Das einzigste was ich jetzt wollte, war in mein Bett und schlafen.
Denn nur so konnte ich in meine eigene Traumwelt abtauchen, in der alles wunderbar und friedlich war.
So wie ich mir mein Leben wünschte...

・・・・・・・・・
Nach langer Zeit mal wieder ein neuer Part! :)
Ich hoffe er gefällt euch! &' es tut mir leid,dass ihr so lange warten musstet.
Freue mich über Kommentare und Vots! <3
Schönes Wochenende wünsche ich euch schonmal! ^^

Life changesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt