Eine halbe Stunde später liege ich auf meinem Bett und halte mir einen dieser Handventilatoren direkt vors Gesicht.
Solvei sitzt beziehungsweise liegt auf meinem Sitzsack und tut das gleiche. Das Sommergewitter ist inzwischen vorübergezogen.
Es ist genauso schnell gegangen, wie es gekommen ist und hat eine noch unerträglichere Hitze hinterlassen als vorher.
Wir starren an die Decke.
"Weißt du was ich glaube?"
Ich schüttle den Kopf.
"Was denn?"
"Ich glaube, dass.."
Sie rutscht im Sitzsack nach vorne, schaltet ihren Ventilator aus und sieht mich an.
"....der Himmel nur eine Tarnung ist. Sowas wie ein riesiger Vorhang, der nur erfunden wurde, um uns zu verheimlichen was dahinter liegt."
Ich lasse meinen Arm sinken.
"Wie kommst du darauf?"
"Ich weiß auch nicht...ich frage mich manchmal nur ob es den Himmel wirklich gibt. Das Himmelreich oder wie das auch immer heißt.
Ich meine, wenn du mit einer Rakete in die Luft schießt, kommst du früher oder später im Weltraum an, was bedeutet das der Himmel nur unsichtbar sein kann.
Deswegen glaube ich manchmal, das der blaue, stinknormale Himmel nur Tarnung ist. Verstehst du?"
Ich nicke.
Ich weiß genau was sie meint, nur habe ich mir da vorher noch nie Gedanken drüber gemacht.
"Hey, ich hab deine Handynummer noch garnicht.", sie springt auf, krammt in ihrer Tasche herum und wirft sich gleich darauf neben mich aufs Bett.
Ich bin so überrascht von dem plötzlichen Themenwechsel, dass ich ihre Frage erst verstehe als sie mir ihr Handy direkt unter die Nase hält.
"Du hast doch ein Handy, oder?"
Sie versteht mein zögern allerdings falsch.
"DU HAST KEIN HANDY?!?!?", kreischt sie und kugelt sich auf den Rücken.
"Soll ich dir Briefe schreiben, wenn ich hier weggezogen bin oder was?"
Ich lache und ziehe mein Handy aus der Tasche, dessen Akku leider immernoch leer ist.
"Zufälligerweise hat sich die Möglichkeit ergeben, dass ich unter misteriösen Umständen ein sehr nützliches Mobiltelefon zugeschickt bekommen könnte. Aber auch nur damit sie, Mrs. Solvei, nicht die unglaublich schwere Aufgabe hätten, sich durch alternarive Kommunikationsmittel mit mir in Kontakt setzen zu müssen."
Sie fällt in mein Lachen mit ein und öffnet kurz darauf ein kleines Fenster auf ihrem Mobiltelefon in das ich meinen Namen und meine Handynummer einhebe.
"Viele dank Mrs. Mia. Meine Wenigkeit ist sehr erfreut darüber sich in ferner Zukunft auch über solch zeitgemäße und einfache Kommunikationsmittel mit ihnen in Verbindung setzen zu können."
Sie grinst.
"Soll ich dir mal was richtig cooles zeigen?"
"Was denn?"
"Pack deine Badesachen ein...
Wir gehen schwimmen."
Eine hauchdünne Windböe fegt über meine Haut und ich atme die salzig herbe Luft ein die meine Lungen endlich ein wenig abkühlt.
Unter meinen Zehen kribbeln kleine Sandkörner und ich höre das leise Rauschen der Wellen.
Mein Arm wandert zu meinem Gesicht und ich taste nach dem Knoten des Tuchs mit dem mir Solvei die Augen verbunden hat.
"Nanananana"
Sie schlägt ganz sachte auf meine Finger und bewegt mich an den Schultern noch ein paar Meter vorwärts bis ich bin zu den Knöcheln im kühlen Wasser stehe.
"Okay", murmelt sie.
"Du kannst sie jetzt abnehmen."
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Never Saw Heaven
Novela JuvenilBenommen steht er auf und legt dem Typen mit den kastanienbraunen Haaren eine Hand auf die Schulter. "Magst du dich vielleicht selbst vorstellen?" Der Junge sieht auf und lässt seinen Blick durch die Klasse schweifen. Plötzlich spiegelt sich in sein...
