Bild: Adrian, Benjamine Heath und Jake Jaxson (von links nach rechts)
Jake POV
Nachdem ich mich von Daddy, Benny und RJ verabschiedet habe, gehe ich durchs Treppenhaus Richtung Ausgang. Unten nicke ich unseren Türstehern zu, die, wie so oft allerhand zu tun haben, und trete durch die Tür nach draußen in die kalte Nachtluft. Zum Glück hat der Club einen Hinterhof mit Parkplätzen für Mitarbeiter, denke ich mir, als ich in Richtung meines Audis laufe. Doch kaum habe ich meinen Rucksack im Kofferraum meines Autos verstaut, höre ich ein gehässiges Lachen, dass aus der hinteren Ecke des Parkplatzes zu kommen scheint. Da außer mir eben niemand Feierabend gemacht hat, frage ich mich, wer da wohl ist. Vom Club kann es niemand sein und jemand anderes darf hier gar nicht aufs Gelände. Ich habe ein ungutes Gefühl als ich der Stimme näherkomme.
Schließlich kann ich drei Personen erkennen, einer ziemlich muskelbepackt. Er hält einen zierlichen Typen am Kragen, während der Dritte dem Kleinen eine Ohrfeige verpasste. Als ich nur noch wenige Meter entfernt bin, durchfährt mich ein Ruck, als ich den Kleinen erkenne. Es ist Max. Entschlossen gehe ich auf die Gruppe zu, mache mich größer und breiter als ich eigentlich bin und rufe: „Was geht denn hier ab?!". Der Muskelprotz dreht sich um, ohne Max dabei loszulassen und schaut mich höhnisch an. Auch der andere wendet sich mir zu und ich brauche eine Weile, bis ich erkenne, dass sowohl sein Gesicht als auch sein kahler Schädel mit Tattoos übersät ist. Er wirkt kein bisschen unsicher durch meine plötzliche Anwesenheit, stattdessen antwortet er mir ganz ruhig: „Der kleine Wichser hier hat Schulden, die bezahlt werden müssen. Mehr willst du gar nicht wissen."
„Stimmt, will ich nicht. Deshalb wirst du jetzt deinen Rottweiler zurückpfeifen, denn, wenn ich an ihm", ich zeige auf Max, „auch nur einen blauen Fleck finde, bin ich nicht mehr so nett wie jetzt." antwortete ich dem Glatzkopf. Ich hoffe, er lenkt ein und ich muss meine Familie nicht ins Spiel bringen. Sieht allerdings nicht danach aus, denn er lacht nur höhnisch und sagt: „Was gibt dir die Hoffnung, zu glauben, wir würden seine Schulden ungesühnt lassen? Wir sind hier nicht bei Wünsch-dir-was, Jungchen!" Okay, das wars dann wohl mit diplomatischer Überzeugung, wieder einmal danke ich dem Universum dafür, dass es mir eine solche Familie geschenkt hat.
„Schon mal vom Clan Leblanc gehört?", frage ich den Glatzkopf mit einem überheblichen Grinsen und sehe genüsslich zu, wie seine Augen sich vor Schock weiten. Auch dem Muskelprotz sieht man an, dass er ganz genau weiß von was ich spreche. Er hält Max nur noch mit einer Hand, der Griff sieht nicht besonders fest aus und starrt zu Boden, als wäre er völlig unbeteiligt an dem Geschehen hier.
„Wenn ihr mit dem Namen heute das letzte Mal zu tun haben wollt, werdet ihr dem Kleinen sämtliche Schulden, Zinsen und Zinseszinsen erlassen. Außerdem hoffe ich für euch, dass sein Körper keine Spuren eurer Gewalt aufweist, sonst könnte es ziemlich ungemütlich für euch werden. " Jetzt wandte ich mich wieder an Mr. Muskelprotz „Und lass ihn verdammt noch mal endlich los!" Er tut wie geheißen und die beiden ziehen sich langsam zurück. Glatzkopf versucht sogar, die Spannung, die in der Luft liegt, mit einem lahmen Ausspruch zu lösen: „Hey man, schon gut, wir sind sofort weg. Wirst keinen Ärger mehr mit uns haben." Und schon waren sie in der Dunkelheit verschwunden.
Ich mache hastig zwei große Schritte und stehe jetzt direkt vor Max. "Alles okay?", frage ich ihn. Er starrt auf meine Brust und nickt "Danke, Jake. Ehrlich." Ich winke ab und mache eine Handbewegung in Richtung seines Gesichts. "Der Handabdruck auf deiner Wange sollte morgen wieder verschwunden sein." Einen Arm um seine Taille geschlungen führe ihn Richtung Auto.
Als wir vor meinem Audi stehen, runzelt er die Stirn. "Soll ich dir noch die Tür aufmachen oder schaffst du es, allein einzusteigen?" necke ich ihn schmunzelnd, als ich um das Auto herumgehe und auf der Fahrerseite einsteige.
"Arschloch" antworte Max und setzt sich schließlich auf den Beifahrersitz. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass du noch nie jemandem eine Tür aufgehalten hast. Das Wort Gentleman kommt in deinem Wortschatz nicht mal vor." Ich schmunzele, lasse den Wagen an und parke aus. „Da könntest du Recht haben, Kleiner, die Leute mögen böse Jungs einfach lieber. Und du bist da keine Ausnahme, das wissen wir beide."
Ich erkenne aus dem Augenwinkel heraus, dass seine Wangen sich röten und zwinge mich, den Blick schnellstmöglich wieder auf die Fahrbahn zu richten. Wenn er rot wird, hat er dieses verlegene Grinsen im Gesicht, dem ich noch nie sonderlich gut wiederstehen konnte.
Als ich einige Zeit wieder zu ihm sehe, scheint Max unsere kleine Stichelei schon wieder vergessen zu haben. Er wirkt als würde er angestrengt über etwas nachdenken. Sein Blick ist auf seine Beine gerichtet, er knetet seine Finger, bevor er schließlich die Frage stellt, auf die ich schon gewartet habe. "Was ist eigentlich Clan...?"
Er hat keine Ahnung was das für Worte sind oder wie man sie ausspricht. In Französisch war er schon immer eine Niete gewesen.
Ich seufze und überlege einen Moment lang, ob ich ihn anlügen soll. Ich will ihn nicht zu einem Mitwisser machen, damit wird er unweigerlich in die Sache verstrickt. Andererseits ist es Max, mein Max. Erst mein Kollege, dann bester Freund, Seelenverwandter, fester Freund und schließlich Ex, von dem ich hier rede. Ich konnte ihn noch nie sonderlich gut anlügen, er hat mich immer durchschaut. Er kann mich lesen wie ein offenes Buch, etwas, das sonst noch niemand geschafft hat.
"Es heißt Clan Leblanc. Das ist die kanadische Mafia."
Er ruckt mit dem Kopf, sieht mich ungläubig an und ruft dann aufgebracht "Ernsthaft Jake? Was hast du mit denen zu tun?" "Eigentlich fast nichts", antworte ich ihm beschwichtigend. "Mein Onkel Maurice ist mit Nathan, dem Chef, verheiratet. Nachdem mein Dad tot war, sind wir in eines der Häuser gezogen, die ihnen gehören. Ganz in der Nähe von Maurice und Nathan. Sie haben uns finanziell geholfen, damit Mom sich wenigstens darum kein Sorgen mehr machen musste. Vor allem aber haben sie auf mich aufgepasst. Unzählige meiner Eskapaden haben sie ausgebadet, ich weiß gar nicht mehr, wie oft mich die Nathans Männer mitten in der Nacht aus irgenwelchen Polizeirevieren abgeholt haben.
Egal, was ich für Scheiße verzapft hab, ich konnte immer bei meinen Onkels antanzen und Hilfe erwarten. Das hat sich nicht geändert, seit ich aus Montreal raus bin. Ich bin wesentlich braver geworden hier in New York, aber die paarmal war ich echt dankbar für ihre Hilfe."
"Hm. Wow. Was n Familie." sagt Max nachdenklich. Den Rest des Wegs legen wir schweigend zurück.
08/02/2016 - 1104 Wörter
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Engel und Teufel - [boyxboy] Jake Bass & Max Ryder
RomanceJake und Max, Models und Pornodarsteller, haben eine verdammt komplizierte Beziehung. Feinde, beste Freunde, in einer Beziehung oder Ex-Freunde, sie haben alles schon durch. Im Moment spielen sie die besten Freunde doch nach einem kurzen Tanz auf de...