Sofort löste er sich von mir und mit ihm verschwand die angenehme Wärme die ich eben noch empfunden hatte. Resigniert seufzte ich und legte mich wieder hin, die Decke zog ich erst gar nicht über mich. Ardy kam nur wenige Augenblicke später wieder mit den Tabletten und einem Glas Wasser. „Hier". Er gab mir beides und setzte sich an die Bettkante. Schnell schluckte ich die Tablette und trank das Wasser nach. Ich musste husten und hielt mir die Hand an die Brust. Dafür kassierte ich einen besorgten Blick von Ardy. Noch bevor er fragen konnte ob alles okay sei stellte ich das Glas weg und legte mich hin, dabei griff ich nach seiner Hand. Als ich diese zu fassen bekam zog ich ihn schwach zu mir, er verstand und legte sich neben mich. Ich drehte meinen Rücken zu ihm und legte seinen Arm um mich, danach verschränkte ich unsere Finger ineinander. Ein leichtes Lächeln legte sich auf meine Lippen und ich kuschelte mich an ihn. Wieder umhüllte mich seine Wärme und ich fühlte mich wohl in seinen Armen. Ardy drückte mich sanft an sich, darauf bedacht mich nicht zu verletzen. „Ruh dich aus, du siehst so schwach aus", hauchte er in mein Ohr und ich nickte. Er hatte recht, ich war schwach. Aber schlafen wollte ich nicht, zum ersten weil ich gerade erst wach geworden war und zum zweiten weil ich Angst hatte wieder schlecht zu träumen. Außerdem wollte ich die momentane Situation genießen solange ich konnte, jede Sekunde in der ich in den Armen meines besten Freundes lag musste ausgekostet werden. Ein leises zufriedenes Seufzen kam über meine Lippen.
Ich wusste nicht wie lange wir schweigend aneinander gekuschelt hier lagen, aber es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit. Eine wunderschöne. Doch leider wurden wir durch das Klingeln an unserer Tür gestört. Ardy zuckte leicht zusammen und öffnete ruckartig seine Augen, anscheinend war er gerade dabei gewesen einzuschlafen. Ein leises Kichern war meine Reaktion darauf. „Ey lach mich nicht aus!", er schmollte. „Tu ich nicht", meinte ich leicht grinsend. Wieder klingelte es. „Ich gehe", schon hüpfte Ardy aus dem Bett und lief um die Ecke zur Tür. Sekunden später folgte ein poltern und die Worte „Geh du zu Tür!". Hatte dieser Idiot sich ernsthaft auf die Fresse gelegt? Leicht lachend rappelte ich mich auf und ging aus dem Schlafzimmer. Mein kleinerer Freund lag auf dem Boden am Ende des Ganges und hielt sich den Kopf, als er mich sah stieg ihm die Röte ins Gesicht. Ich lachte ihn an und ging dann leicht Kopfschüttelnd zur Tür. Diese öffnete ich ohne groß darüber nachzudenken. Ein großer Fehler, denn plötzlich stand ich nur mit Boxershorts bekleidet vor einem groß gewachsenen Lieferanten in dessen Händen ein Paket ruhte. Sein geschockter und angeekelter Blick klebte förmlich an mir. Ich fühlte mich so unwohl in meinem Körper wie noch nie zuvor. Mit schnellen Schritten verschwand ich wieder in Ardy's Schlafzimmer, dieser warf mir einen entschuldigenden Blick zu. Ich ignorierte ihn und kuschelte mich in sein Bett. Wieder fühlte ich mich so schlecht das ich kotzen könnte.
P.o.V Ardy
Schnell nahm ich das Päckchen entgegen, dann knallte ich dem Lieferanten die Tür vor der Nase zu. Achtlos war ich den kleinen Karton irgendwo ins Wohnzimmer ehe ich wieder zu Taddl ging. Vorsichtig kuschelte ich mich an ihn, er schmiegte sich an mich. Sanft strich ich über seinen Bauch. „Alles gut?", fragte ich leiste, griff nach seiner Hand und verschränkte unsere Finger ineinander. Er sah mir direkt ins Gesicht und sagte „Er hat mich gesehen, die hässlichen Narben und Wunden... meinen abgemagerten Körper .. ich bin so ein Krüppel". Seine Augen glänzen tief traurig. „Sag sowas nicht, du bist kein Krüppel... du bist wunderschön". Ein kurzes amüsiertes Lachen hinter dem sich tiefer Schmerz versteckte kam über seine Lippen. „Ich und wunderschön? Sieh mich doch mal an Ardy!". Taddl löste sich von mir und stieg aus dem Bett sodass er nur noch in Boxershorts vor mir stand. „Überall Wunden, blaue Flecken, zugenähte Schnitte, Narben... alles hässlich! ICH bin hässlich!", mein Gegenüber brach in Tränen aus. „Ein abgemagerter Junge, nur noch Haut und Knochen der anscheinend einen harten Suizidversuch hinter sich hat! So wie ich aussehe verabscheuen mich doch alle!". Er begann zu zittern. Langsam rappelte ich mich auf, legte meine Arme von hinten um ihn, gab ihm genug Zeit um mich daran zu hindern, doch er tat nichts dergleichen. Sanft drückte ich ihn an mich und verschränkte wieder unsere Finger ineinander. Taddl schmiegte sich an mich, leises Schluchzen war immer wieder von ihm zu hören. Beruhigend strich ich mit meinem Daumen über seinen Handrücken und begann Küsse in seinen Nacken zu hauchen. „Du bist wunderschön Bruder", nuschelte ich schüchtern. Daraufhin huschte ein leichtes Lächeln über die Lippen des größeren und auch ich musste lächeln. „Zusammen bauen wir deinen Körper wieder auf, die Augenringe kommen weg und ich stopf' dir so lange Essen in den Mund bist du nicht mehr hauchdünn bist. Zusammen schaffen wir das". „Danke Ardy, für alles", Taddl lächelte und löste sich von mir uns legte sich wieder ins Bett. Ich legte mich zu ihm und zog ihn sanft in meine Arme. Arm in Arm schliefen wir schließlich ein. So gut schlief ich lange nicht. [...]

DU LIEST GERADE
Bestie in mir - Tardy FF
FanficTW SELFHARM / SELBSTVERLETZUNG In dieser Fanfiction wird Depression nicht so wiedergegeben wie sie wirklich ist! Ich selbst leide nicht unter dieser Krankheit und kann deshalb nur mutmaßen wie es ist, darunter zu leiden. Es geht außerdem nicht um...