Kapitel 13

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Die Woche zieht sich wieder. Es ist grade mal Donnerstag. Ich weiß, es ist fast Freitag. Aber eben noch nicht Freitag.
Seit dem Vorfall mit Anton und Kollegen werde ich nurnoch komisch angesehen. Selbst Leute aus meiner Stufe sehen mich abfällig an. Ich hab keine Ahnung, was hier vorgeht. Aber das muss ich wahrscheinlich auch garnicht.
Die Pausen gehen zu schnell rum und die Unterrichtsstunden ziehen sich. Endlich gongt es und ich kann nachhause.

Nach der Busfahrt steige ich aus und traue meinen Augen nicht. Rettungswagen, Notarztwagen und Polizei stehen vor unserem Haus. Meine Mutter spricht grade mit einem Polizisten. 'Oh Gott, bitte lass meiner Familie nichts passiert sein'
Ich renne zu meiner Mutter, als mich ein Polizist abfängt und mich fragt, wer ich bin. Ich erzähle ihm, dass sein Kollege grade mit meiner Mutter spricht und ich wissen will, was passiert ist. In einem ruhigen Ton erklärt mir der Polizist, dass meine Mutter in der Wohnung über uns schreie gehört habe und die Nachbarin von ihrem Mann verprügelt worden sei. Dieser sitzt im Polizeiauto und sieht mit einem irren Blick zu uns rüber.
Seine Frau liegt im Krankenwagen und wird behandelt. Ich hoffe wirklich, dass es ihr bald wieder gut geht. Sie war immer so lieb zu mir.
Nach weiteren 10 Minuten fahren Krankenwagen, Notarztwagen und Polizei. Oh man.
Zusammen mit meiner Mutter gehe ich wieder ins Haus und in unsere Wohnung. Ich gehe direkt in mein Zimmer, knalle meinen Ranzen in die Ecke und zieh mir eine Jogginghose an. Ich ziehe meinen Laptop vom Ladekabel ab und leg mich mit ihm ins Bett. Rechts neben mir liegt mein Handy, als ich einen Anruf bekomme. 'Das darf doch nicht wahr sein' ich war grade dabei TbbT weiter zu gucken. Ich will wissen, was Raj und Howard in diesem Grufti Aufzug vorhaben.
Trotzdem gehe ich ran.
"Hallo?" Frage ich.
"Hey Hannah" eine kurze Stille tritt ein.
"Wer ist da?" Es kommt keine Antwort. Ich blicke mein Handy an und halte es mir dann wieder ans Ohr.
"Ich bin's Matt"
"Matt? Was ist los?" In meiner Stimme klingt ein wenig Angst.
"Kannst du ins Memorial Hospital kommen? Mir geht's hier nicht so gut"
"Klar, bin in 20 Minuten da!"
Er legt auf. Oh oh. Krankenhaus? Matt? Jetzt habe ich wirklich angst um ihn. In den letzten Wochen sind wir gute Freunde geworden.
"Mama? Kannst du mich ins Memorial fahren?"
"Was?!" Schrillt es aus der Küche. Geschockt stürmt meine Mutter in mein Zimmer, wärend ich mir meine Sneaker anziehe. "Es ist alles gut. Ich muss zu Mattew."
"Klar, beeil dich"
Was? Ich mein, meine Mutter ist echt cool. Aber das sie direkt 'ja' sagt hätte ich nicht erwartet.
In weniger als 15 Minuten sind wir da. Ich steige aus dem Auto, bedanke mich bei ihr und gehe direkt zum Eingang. Hinter einen großen automatischen Glas-Schiebetür befindet sich noch eine große automatische Glas-Schiebetür. Ich gehe zur Rezeption und frage nach Mattew Jones. Die ältere Dame beschreibt mir den Weg und ich habe nichts besseres zu tun, als mich erstmal in diesem verfluchten Krankenhaus zu verlaufen. Niemand scheint meine Verwirrung zu bemerken und als ich versuche Ärzte und Schwestern nach dem Weg zu fragen, ignorieren diese mich eiskalt. Ich lauf hier schon 10 Minuten verwirrt rum und rufe schließlich Matt an um ihn zu fragen.
"Ja?"
"Hey ehm.."
"Du hast dich voll verlaufen, stimmts?" Ich kann dieses miese Lächeln von ihm durchs Telefon hören.
"Ja.." sage ich demütig.
"Wo bist du denn?"
"Wenn ich das wüsste, müsste ich dich nicht anrufen" sage ich beleidigt.
"Dann beschreib mir halt, wie es da bei dir aussieht"
Ich versuche ihm das hier irgendwie zu erklären. Ich mein, außer weißen Wänden, ein paar Bildern, die aussehen, wie von Kindern gemalt und ein paar klapprigen Stühlen ist hier nichts zu beschreiben. Weit und breit keine Schilder.
"Gratuliere" sagt er.
"Du bist in der Ambulanz gelandet"
'Woher weiß er das bitte?'
"Ja gut. Und jetzt? Wo muss ich hin?" Frage ich ihn schon leicht panisch. Das scheint er zu hören und spricht jetzt ganz ruhig mit mir.
"Bleib cool. Ich hol dich da ab"
'Toll' denke ich 'das hilft mir trotzdem nicht' nach etwa 3 Minuten steht er tatsächlich neben mir. In einer Jogginghose, einem alten grauen Pulli und zerzausten Haaren seht Matt vor mir. Seine Hände in den Taschen vergraben.
"Was ist passiert? Warum bist du hier?" Frage ich ihn, als ich verbände an seinen Händen entdecke.
Mit aufgerissen Augen sehe ich ihn an.
"Das erklär ich dir später" sagt er.

Wenn alles schief geht, dann zumindest mein Eyeliner nicht.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt