Wir brauchen Hilfe

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Lucky war schon viel zu lange ohne Bewusstsein. Alan hatte sein Bein nochmals gesäubert und es geschient, doch er war besorgt das Lucky sein Bein verlieren könnte, wenn er nicht schnell behandelt würde. Allein lassen, wollte Alan ihn aber auch nicht.

Viele Möglichkeiten bleiben da nicht, dachte Alan.

Plötzlich hörte er Stimmen. Mehrere Männer waren auf den Weg in ihre Richtung. Alan packte Lucky an seinen Handgelenken und zog ihn ins nächste Gebüsch. Schnell hockte sich Alan neben Lucky und lauschte. Er hörte Stimmen die durcheinander sprachen. Portugiesisch nahm er an. Er verstand nur ein paar Fetzen. Vorsichtig ris­kierte er einen Blick.

Fünf Männer standen um die Grube. Alle trugen Maschinengewehre über der Schulter und Messer an ihren Gür­teln. Sie diskutierten, wahrscheinlich darüber warum sich nichts in der Grube befand, obwohl die Abdeckung fehl­te. Bloß gut das Alan das Seil vom Baum entfernt hatte.

Einer der Männer ging in die Hocke und untersuchte den Boden um die Grube. Dann zuckte sein Blick Rich­tung Alan und Lucky. Alan duckte sich schnell. Vielleicht zu spät. Lautlos harrte er aus, wagte kaum zu atmen. Hoffentlich wachte Lucky jetzt nicht auf und verriet sie. Doch sein Kumpel rührte sich nicht. Der Mann erhob sich wieder, sagte etwas zu den Männern bei ihm woraufhin sich die Truppe wieder in Bewegung setzte.

Erst als sie gut 500 Meter weg waren, wagte es Alan, sich wieder zu bewegen. Er fühlte Lucky's Puls und war er­leichtert dass sein Herz noch schlug. Sicherlich würden die Rebellen noch einmal wieder kommen, um die Grube wieder abzudecken. Das konnte gleich sein oder in ein paar Stunden. Alan musste Lucky hier wegschaffen, und das so schnell wie möglich. Zuerst zog er ihn etwas weiter in den dichten Dschungel hinein. Dann sah er sich nach dicken Ästen um, aus denen er eine Trage bauen konnte.

Einige mühsame Handgriffe später, hatte Alan eine provisorische Trage gebaut. Erschöpft fuhr er sich mit dem Unterarm über die Stirn. Die Luft war so warm und feucht, das Alan das Gefühl hatte einen Marathon gelaufen zu sein. Doch die größere Herausforderung lag noch vor ihm, er musste seinen Kumpel in Sicherheit bringen.

Alan überlegte in welche Richtig zu gehen sinnvoll wäre. Lucky braucht Hilfe, am besten schnelle und medizini­sche Hilfe. Das nächste Dorf war sicher gut 10 Meilen entfernt. Das würde Alan nicht schaffen, er war müde, hungrig und durstig. Wenn er seinen Kumpel retten wollte, dann brauchte er Hilfe.

Vielleicht sollte er sich auf die Suche nach Jake und Mark machen. Von Bobbie hatte er keine Hilfe zu erwarten, der war sicher schon über alle Berge. Suchend schaute Alan sich um. In seinem näheren Umfeld gab es nichts, keinen Unterschlupf, in dem er Lucky hätte vorübergehend unterbringen können. Seufzend hockte er sich neben seinen bewusstlosen Kumpel.

„Es sieht nicht besonders gut für uns aus Bro."

Lucky rührte sich nicht. Alan konnte sich nicht länger etwas vormachen, wenn er nicht schnell Hilfe fand würden sie beide hier streben.


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