Unerwarteter Verbündeter

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Mark erwachte. Er lag auf einer Britsche, ungefesselt.

Sein Kopf schmerzte.

Mittlerweile war es hell. Die Tür die der Mann aufgestoßen hatte war nun angelehnt. Licht schien in den Raum er­hellte jedoch nicht jede Ecke des Raumes. Mark sah das sich in einer Ecke etwas bewegte. Automatisch reagierte sein Körper, Adrenalin schoss in seine Adern und ließ ihn seine Kopfschmerzen vergessen. Schnell setzte er sich auf.

Nun trat ein Mann aus der Ecke, der Mark interessiert musterte.

Misstrauisch sah auch Mark den Mann an. Er hatte genauso dunkle Haut wie Mariana, war  klein aber drahtig, und scheinbar nicht zimperlich. Über sein Gesicht verlief vom rechten Auge bis zur rechten Wange eine hässliche Nar­be. Jetzt sah Mark auch, dass er auf dem rechten Auge blind war.

Hinter dem Mann trat eine weitere Person in den Raum. Es war ein weiterer Mann. Er stand jedoch nur da, sagte nichts, bewegte sich nicht.

„Ich bin José. Wer bist du?", fragte ihn der Kleinere auf Portugiesisch.

Mark erinnerte sich an Marianas Worte.

>Sagen Sie nichts auf Englisch<

Mark überlegte nicht lange. Er hatte, nach seinem Dienst in der Navy, eine lange Zeit in Spanien gelebt. Also sag­te er auf Spanisch das er nichts verstünde.

José starrte ihn an, drehte sich dann zu seinem Kumpel um, sagte ihm was auf Portugiesisch, woraufhin sich die­ser entfernte.

Dann drehte sich José wieder zu Mark und sagte im fließenden Englisch: „Sie sprechen sehr gut Spanisch."

Mark starrte ihn an, sagte aber vorerst nichts. Er traute diesem Mann nicht.

Der andere Mann kam wieder, er trug einen Krug Wasser und einen Becher. Außerdem hatte er ein paar Früchte dabei. Er legte alles auf den Boden und ging dann wieder an seinen Platz. Doch José schickte ihn hinaus. Dann nahm er den Krug, goss etwas Wasser in den Becher und reichte ihn Mark. Immer noch skeptisch schaute Mark, José an. Doch dann siegte sein Durst und er nahm den Becher. Hastig leerte er ihn, woraufhin ihm José noch ein­mal nachschenkte. Auch diesen Becher leerte Mark in einem Zug.

„Wollen Sie auch was essen?", fragte José und zeigte auf die Früchte.

Mark hätte sein rechtes Bein für etwas zu essen gegeben, doch er war sich immer noch nicht sicher was er von José halten sollte. Er sprach so gut Englisch, dass es nahe lag, dass er Amerikaner oder Engländer war. Doch viel­leicht war es auch eine Falle.

„Sie überlegen ob sie mir vertrauen können. Das ist gut, scheinbar war Mariana bei Ihnen."

Als Mark ihren Namen hörte wurde er hellhörig.

„Mariana ist eine sehr vorsichtige Frau, wenn Sie bei Ihnen war dann stellen Sie keine Gefahr dar. Haben Sie auch Ana kennengelernt?"

Nun war Mark komplett verwirrt. Mariana hatte ihm erzählt dass niemand im Lager von ihr wusste.

Sein Magen knurrte laut. José reichte ihm eine Mango, die Mark ohne zu zögern nahm. Er biss in das saftige Fruchtfleisch so dass der Saft ihm über die Hände rann. Ein klebrige Angelegenheit, doch die Mango schmeckte köstlich. Im Nu hatte er sie verspeist. Nur der Kern war noch übrig.

„Wollen sie mehr?"

Mark nickte. José reichte ihm die restlichen Früchte, die Mark alle auf aß. Danach wischte er sich mit seinem Hemdsärmel über den Mund.

„So jetzt dürfte es etwas besser sein. Wollen Sie mir jetzt sagen wer sie sind und woher sie kommen?"

Mark war immer noch nicht überzeugt. Doch er hatte keine großartige Wahl.

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