5.Kapitel

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Kunst war ziemlich langweilig genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir sollten "unsere Gefühle" malerisch darstellen. Absoluter Blödsinn, meiner Meinung nach. Wie zum Teufel sollte ich das machen? Ich hatte nicht den leisesten Schimmer. Ceci war gleich die Erste die sofort loslegte. Sie hatte soviel Fantasie, ich beneidete sie darum. Nach und nach fingen auch die anderen Teilnehmer an zu malen. Nur ich nicht. Ich starrte weiter auf meine leere Staffelei. Mir viel nichts ein was ich malen sollte.

Auf einmal spürte ich wie sich eine eigenartige wohl bekannte Schwere in meinem Kopf ausbreitete. Ich fühlte mich schummrig. Plötzlich war da nichts mehr. Da war kein Gefühl. Die Ränder meines Blickfeldes verdunkelten sich langsam, Finsternis. Bodenlose Schwärze.

Ich wusste ganz genau was das bedeutete und hätte ich jetzt noch eine Stimme würde ich laut fluchen.

Dann war da ein gleißend helles Licht. Es war so grell, ich konnte nichts erkennen. Es füllte diese endlose Dunkelheit vollkommen aus. Gerade als es höllisch zu schmerzen begann, all das Licht, es war als würde man an einem wolkenlosem Tag direkt in die Sonne schauen wollte, nur dass ich meine Augen nicht schließen wollte, verlosch es ein wenig.

Ich sah eine weiße Hand. Sie hatte einen Pinsel in der Hand. Locker zog jemand dieses filigrane Stück Holz über die Leinwand, als würde er oder sie den ganzen Tag nichts anderes tun. Es wurden hauptsächlich dunkle Farben  verwendet. Tiefe Blautöne, ein grausames Blutrot, ein dreckiges und doch verheißungsvolles Khakigrün, dass mich an das kleine Wäldchen bei Nacht erinnerte und trübe Grautöne in allen Schattierungen. Es entstand langsam ein atemberaubendes Kunstwerk. Es schien so brutal... voller Gewalt, blanker Verzweiflung, Betrug und Blut. Ich konnte meine Augen nicht abwenden, wie konnte man bloß ein so grausames Bild schaffen?

Je länger ich es betrachtete, desto mehr wurde mir etwas klar. Dieses Bild steckte nicht nur voller Grauen nein es war auch voller Entschlossenheit.

Der Maler wusste etwas, er wollte etwas erreichen, er wollte gehört werden.

Ich riss meine Augen auf. Wann hatte ich sie geschlossen? Ich musste eingeschlafen sein, schließlich hatte ich letzte Nacht nicht viel Schlaf bekommen.

Und da spürte ich etwas Dünnes, das ich fest umklammert hielt, wahrlich ein Wunder, dass es nicht gebrochen war.

Ich sah erschrocken auf meine Hand hinab, ein bereits benutzter Pinsel lag darin. Blut klebte an den Borsten.

Ich wagte kaum meinen Blick zu heben. Was hatte ich getan? Vor meinem innerem Auge erschien ein Bild nur mit Blut gemalt. Dann riskierte ich doch einen Blick. Der Schock hätte mir nicht tiefer in den Knochen sitzen können. Da war kein Blut. Aber das machte es nicht weniger gruselig.

Fassungslos starrte ich dieses perfekte Kunstwerk an. Ich hatte es schonmal gesehen. Es war nicht mein Bild. Jemand anderes hatte es gemalt. Jemand den ich mir nur erträumt hatte. Jemand der nicht existierte, es war nur ein Traum gewesen. Ein harmloser Traum.

Ein entsetzter, gellender Schrei durchschnitt die Stille.

Ehe ich begriff, dass es meiner war, hatte ich schon den Pinsel fallen lassen und war einige Schritte zurückgewichen.

Die schockierten Blicke meiner Kollegen bemerkte ich erst jetzt. Dann glitt mein Blick zu der Kursleiterin. Da hätte ich wohl lieber nicht hingesehen.

Sie schaute mich forschend an, als würde sie verstehen.

Ängstlich wich ich weiter zurück.

"Alles wird gut, ich sorge dafür, dass man dir hilft", sagte sie tröstend. Dabei klang ihre Stimme so gänzlich falsch in diesem Ton. In ihren Augen spiegelte sich der Widerspruch. Dieses grausame Glänzen darin ließ mich entsetzt aufkeuchen gleichzeitig streckte sie beruhigend ihre Arme nach mir aus.  Ich wollte nur noch weg. Weg hier.

"Setz dich, Naomi", riss mich Ceci aus meinen Fluchtgedanken. Sie versuchte immer noch mich zu schützen. Schadensbegrenzung, würde sie das nennen.

Doch es war zu spät. Die Betreuerin glaubte ich hätte eine heftige Halluzination gehabt, sie glaubte ich war außer Kontrolle... und das würde garantiert kein gutes Ende nehmen. Ich konnte froh sein, wenn ich mit einer Überdosis davonkäme.

Scheinbar ruhig setzte ich mich langsam wieder hin und ließ nochmals den Blick über dieses fremde und doch so bekannte Kunstwerk wandern. Hatte ich es wirklich während ich geträumt hatte gezeichnet? Das war doch nicht möglich!

Ich hatte schon oft schlafgewandelt, doch nie in diesem Ausmaß.

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Lg LyssCandy

Real DreamerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt