Chapter 11 ~ Gregs Hochzeit & das dazugehörige Chaos

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So neues Kapitel für euch am Start ;D...und da es wieder etwas länger gedauert hat...ist das Kapitel dieses mal auch länger als sonst =)

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Mit Cap auf dem Kopf und Sonnenbrille, samt Amy auf dem Arm, die eine Kapuze mit Bärenohren auf hat, kämpfe ich mich durch den Flughafen.

Wir haben nun wieder ein paar Tage frei und mein Bruder Greg heiratet in zwei Tagen. Meine Trauzeugenrede hatte ich dank Liam, der mich die letzten Tage dazu gezwungen hatte sich dran zu setzen, nun endlich fertig.

„Ow.“, sagt sie. „Oh Amy.“, sage ich leicht genervt und bücke mich hinunter, um den Eisbären, der ihr so eben aus der Hand gefallen ist wieder auf zu heben.
„Hier.“, sage ich und Amy umklammert ihr Kuscheltier, während ihr blauen Augen mich ansehen. Seufzend wende ich meinen Blick von ihr ab.
Ich liebe sie. Ich liebe sie wirklich, auch wenn ich grade echt mies reagiert habe. Jedoch ist der Flug ein wenig zu nervig für meinen Geschmack gewesen. Erste Klasse Flug hin oder her.


*Flashback Start*

„Amy nun hör auf zu weinen.“, versuche ich mit allen Mitteln Amy zu beruhigen. Flüge mit ihr sind immer recht anstrengend, aber da muss ich durch, sie ist schließlich noch ein kleines Kind.

„Können sie mal das Kind endlich beruhigen?“, höre ich es genervt Fragen und blicke auf einen dicken Geschäftsmann mit Halbglatze, der in seinem teuren Anzug wütend zu mir rüber sieht. „Was meinen sie was ich grade versuche?“, frage ich.
Er lacht spöttisch auf. „Man merkt es.“, sagt er arrogant. „Hören sie mal zu sie Schnösel. Es ist ein Kind okay?! Wenn sie noch nie mit einem kleinen Kind geflogen sind und keine Ahnung haben, was das heißt, dann hängen sie sich bitte nicht rein. Danke.“, sage ich nun.
„So was freches. Die Jugend von heute. Null Respekt vor Erwachsenen und dann auch noch nicht in der Lage zu verhüten, wo man doch mit dem Kind so ganz und gar nicht klar kommt.“, lacht er. „Was haben sie da gesagt? Nur mal zu ihrer Info, ich bin bereits Neunzehn! Und ich denke nicht, dass es ihre Sache ist was ich mache und was nicht. Sie wollen Respekt? Dann lernen sie besser mit ihren Mitmenschen umzugehen.“, sage ich und erzittere bereits vor Wut.
Im Kopf habe ich mir bereits ausgemalt wie ich Superheldenmäßig aus dem Sitz hüpfe und ihm an den Hals falle.
Doch noch schaffe ich es mich zusammen zu reißen. Mittlerweile sind wir auch so hoch, dass der Druck nachlässt und Amy sich langsam beruhigt.

„Na endlich. Ist ja kaum aus zu halten.“, sagt er Kopfschüttelnd und schaltete seinen Laptop an. Wütend schiele ich zu ihm.
„Schon gut Amy, der fette Mann meint es nicht so.“, sage ich frech. „Wie bitte? Unverschämtheit!“, kommentiert er empört.
Ich lache leise auf. „Leg dich einfach nicht mit Nialler an.“, murmele ich vor mich hin, während ich Amys Gesicht, welches von den Tränen Klitschnass ist, trocken wische.

Während des kurzen Fluges schläft Amy und als es zur Landung geht, bin ich gezwungen sie zu wecken, was dazu führt, dass sie schon anfängt zu weinen, noch ehe das Flugzeug zu landen beginnt. „Oh nicht schon wieder.“, motzt der Typ gleich rum.
„Ah halten sie mal ihre Fresse sie Idiot!“, sage ich genervt, während ich versuche Amy zu beruhigen. „Schon gut Kleines, gleich ist es vorbei.“, sage ich und streichele sie.

„Da wird man ja wahnsinnig.“, beschwert er sich. „Also wirklich guter Mann. Es ist ein Kind. Nun hören sie auf zu meckern.“, beschwert sich nun eine Frau wegen seinem Gemotze.
„Danke.“, sage ich und lächele ihr freundlich zu.

Kaum dürfen wir das Flugzeug verlassen, schnappe ich mir Amy und gehe zum Ausgang. „Was für ein toller Flug.“, brummt er.
„Glauben sie mir. Ich fand den Flug in ihrer Gesellschaft auch nicht sonderlich angenehm. Und sagen sie noch einmal was gegen mein Kind, dann schwöre ich ihnen, dass ich für nichts garantieren kann.“, sage ich wütend und verlasse dann schnellen Schrittes das Flugzeug.

*Flashback Ende*


„Ah schau mal da ist Onkel Greg.“, grinse ich und Amy fährt herum. Greg kommt derweilen lächelnd auf uns zugeschritten.
„Da seid ihr ja.“, sagt er und nimmt mir Amy aus den Armen. „Na Amy. Alles klar?“, fragt er und tätschelt ihre Wange.
„Sie ist müde.“, sage ich. „Und du wirkst genervt. Keinen guten Flug gehabt?“, fragt Greg. „Doch alles cool.“, sage ich und verlasse mit den Zweien das Flughafengebäude.

Draußen treffe ich noch mal auf den Dicken als ich grade dabei bin Amy ins Auto zu setzen. Wir werfen uns Beide böse Blicke zu, ehe ich mich abwende, die Tür schließe und vorne als Beifahrer einsteige.
„Was guckt denn der Typ da so?“, fragt Greg. „Keine Ahnung. Fahr einfach los.“, sage ich und Greg zuckt die Schultern, ehe er wortlos los fährt.


Während der Fahrt schläft Amy ein. „Na toll.“, seufze ich, als ich nach hinten sehe. „Oh die arme Maus ist sicher total fertig.“, lächelt Greg.
„Ist sie ja auch. Aber, wenn ich sie jetzt aus dem Sitz hole, beginnt sie wieder zu weinen.“, sage ich und streichle ihr durchs Haar.
„Dir wird wohl keine andere Wahl bleiben.“, sagt Greg. „Ah ne, sag bloß du Schlaumeier.“, sage ich. „Sag mal heute mit dem falschen Fuß aufgestanden oder was?“, fragt er und zieht dabei die Augenbrauen zusammen.
„Tut mir leid. Hab nur etwas schlechte Laune.“, murmele ich und löse den Gurt von Amy, die ich dann so vorsichtig wie möglich aus dem Sitz hieve, was mir allerdings auch nicht viel hilft, da sie innerhalb nur weniger Sekunden wach wird und mit Weinen anfängt.
„Ssshht. Ist ja gut Amy. Alles okay. Gleich kannst du weiter schlafen.“, sage ich und schauckle sie ein wenig, doch auch das hilft nicht weiter.

Erst als wir über die Türschwelle treten und sie meine Mutter erblickt, hört sie auf. „Na meine Lieben.“, begrüßt sie uns und nimmt mir Amy ab.
„Greg. Der Mann aus dem Laden hat angerufen, du sollst doch bitte deinen und Nialls Anzug holen.“, sagt sie.
„Den muss Niall erst mal anprobieren. Ich mein seine Größe und so habe ich zwar angegeben, aber man kann ja nie wissen. So viel wie der bei Nandos rumhängt, ist er bestimmt fetter geworden.“, grinst er frech.
„Mom.“, jammere ich und Mom lacht Kopfschüttelnd. „Ihr seid unmöglich.“, sagt sie und geht mit Amy davon, wir Beide folgen ihr.
„Ich denke ich und Amy kommen ganz gut klar. Ihr solltet los gehen. Die Hochzeit ist in zwei Tagen, wir dürfen da nicht all zu viel Zeit verlieren. Wenn etwas geändert werden muss, dann schnellstmöglich.“, sagt sie.
„Na dann. Los Niall komm mit.“, sagt Greg und läuft Richtung Ausgang. Ich seufze. „Bis dann Amy. Spiel schön mit Oma ja?“, frage ich und gebe ihr einen sanften Kuss auf die Stirn, ehe ich meinem Bruder hinter her laufe.


Kurz darauf sitzen wir wieder im Wagen. „Hör zu, wenn wir dann zu Hause sind, kannst du zu Abend essen und dich schlafen legen. Ich weiß du bist müde und dass du jetzt lieber deine Ruhe haben möchtest. Aber es ist mir wichtig, dass alles super wird. Ich will Denise eine Traumhochzeit bescheren. Verstehst du?“, fragt Greg.
Ich lächele. „Ist doch alles gut man. Hab doch nichts gesagt.“, sage ich und Greg grinst. „Ich wollts dir ja nur gesagt haben.“


Im Laden angekommen, holt uns der Mann die Anzüge. „Ich hatte meinen schon anprobiert.“, sagt Greg. „Nur der Kleine hier muss noch seinen anziehen.“, sagt er und deutet auf mich.
„Kleine?“, frage ich mit einer hoch gezogenen Augenbraue. Eine lachende Frau kommt hinter der Theke hervor.
„Na kommen sie mit junger Mann, ich zeige ihnen die Umkleidekabine. Darf ich James?“, fragt sie und entnimmt ihm den Anzug.

In der Umkleidekabine ziehe ich mich dann um und betrachte mich noch mal im Spiegel, ehe ich hervor trete und die Frau daraufhin ein aufgeregtes und freudiges „Oh.“, ausstößt.

„Was? Ist der doch zu fett?“, fragt Greg, der sofort angerannt kommt, was mich dazu veranlasst ihm einen bösen Blick zu schenken.
„Aber nicht doch. Er sieht entzückend aus.“, sagt sie mit einem breiten Lächeln und zupft noch ein wenig an mir herum.
„Hast du gehört ich sehe entzückend aus.“, sage ich und strecke ihm die Zunge heraus. Greg lacht Kopfschüttelnd.
„Ich ziehe mich dann wieder um.“, gebe ich bescheid und verschwinde in der Umkleidekabine, um mich aus dem Anzug zu kämpfen und anschließend in meine lockeren Kleidungsstücke wieder zu schlüpfen.


Ich zahle die Anzüge, obwohl Greg eigentlich darauf bestanden hat, selbst zu zahlen, jedoch hatte er noch genug was er zahlen musste, deswegen wollte ich die Anzüge zahlen, ich habe schließlich genug und tue es gern. Nach einer langen Diskussion hatte Greg glücklicherweise aufgegeben, ehe es noch peinlicher werden konnte.

Mit roten Köpfen verlassen wir den Laden. „Du bist echt stur.“, schimpft Greg. „Ich? Du hast dich doch wie ein Esel verhalten.“, sage ich.
„Oh-okay, okay. Schluss jetzt. Ich hab keine Lust auf Zankereien mit dir, zwei Tage vor dem schönsten Tag meines Lebens.“, wirft Greg ein.
Ich grinse. „Heißt es nicht immer, dass es der schlimmste Tag im Leben des Mannes sei?“, frage ich. „Hey. Ich liebe Denise. Klar?“, fragt er und ich nicke. „Klar.“, sage ich und lächele leicht. ich liebe Denise… hallen mir Gregs Worte im Ohr wieder.
Ich schlucke schwer, denn Augenblicklich schießt mir Zoe durch die Gedanken. In letzter Zeit passiert es irgendwie zu oft. Harry sagt, dass es wiederaufkommende Gefühle sind, die ich einfach nur verdrängt habe, jedoch nicht vergessen.
Louis wiederum ist sich sicher, dass es nur daran liegt, weil ich Amy ständig vor mir habe und weiß, dass es auch Zoes Kind ist.
Ich selbst weiß gar nicht was mit mir los ist. Aber ich denke eher, dass ich in der Hinsicht Harry recht geben muss. Ich bin einfach über Zoe nicht hinweg und war es auch noch nie gewesen. Ich hab es nur verdrängt…


Zu Hause angekommen, stürzt sich Amy kichernd in meine Arme. Sie wirkt wieder gut gelaunt, sieht aber dennoch müde aus.
„Niall wir haben ihr vorhin das Kleid angezogen. Sie sieht echt niedlich aus.“, quiekt Denise freudig. Ich lächle.
„Schau mal ich habe Fotos gemacht.“, sagt sie und hält mir ihr Handy vor die Nase, wo Bilder meiner Tochter im Schneeweißen Kleid zu sehen sind.
„Wie eine kleine Prinzessin.“, grinse ich und gebe Amy einen Kuss auf die Wange. „Ja. Sie ist echt toll.“, lächelt Denise und ich nicke. „Ja das ist sie.“, gebe ich zurück.
„Was ist mit dem Anzug? Passt er Niall?“, fragt Denise. „Ja alles bestens.“, grinse ich. „Sehr schön.“, sagt Denise lächelnd.


Nach dem Abendessen hilft mir meine Mom beim waschen von Amy und dann geht es ab ins Bett. Doch die müde Amy von vorhin ist mittlerweile scheinbar so übermüdet, dass sie völlig aufgekratzt ist.
„Amy.“, sage ich seufzend und schmeiße mich selbst ins Kissen, während sie kichernd durchs Bett rollt und dann zu mir rüber krabbelt.
„Amy wenn du gleich vom Bett fällst hast du Pech gehabt.“, sage ich grinsend, doch das bringt sie nur zum Lachen.
„Los, schlaf jetzt. Morgen gehen wir dann auf den Spielplatz, da kannst du genug herum tollen.“, sage ich und ziehe sie an mich ran.
„Nein. Daddy.“, jammert sie und kämpft sich aus meiner Umarmung. „Amy.“, sage ich ernst, doch sie kichert nur.
Ein erneuter Seufzer entfährt mir, ehe Amy sich dann von allein neben mir aufs Kissen legt. „Daddy schlafen?“, fragt sie.
„Ja Daddy will schlafen und Amy auch.“, sage ich. „Nein.“, kichert sie. „Na dann nicht. Dann schläft Daddy allein.“, sage ich und tue so als würde ich schlafen.
„Oh Daddy.“, sagt sie laut und bringt mich zum lachen. „Du machst mich fertig, ehrlich.“, lache ich und ziehe sie wieder an mich ran.
„Los schlaf jetzt, sonst bist du morgen für den Spielplatz zu müde.“, versuche ich es erneut. „Nein.“, sagt sie und knabbert an Flockes Ohr herum.
Dann kommt mir eine Idee. Lächelnd streichle ich ihr über die Wange und beginne ‚Little Things‘ zu singen.
Amy schaut mich mit großen blauen Augen und lauscht meiner Stimme. Nach einer Weile werden die Lider schwerer und Amy hat alle Mühe wach zu bleiben.
Komm schon kleines schlaf ein, denke ich mir. In der Hoffnung, dass sie es endlich tut, denn ehrlicherweise bin ich selbst, völlig übermüdet.
Doch kurz darauf scheint sie eingeschlafen zu sein und während die bunten Schmetterlinge ihres Nachtlichtes durch Zimmer schwirren, schließe auch ich meine Augen.


Wie abgemacht geht es am nächsten Tag zum Spielplatz. Für Ende März ist es heute relativ warm und es scheint die Sonne. Ein super Wetter also.

Der Tag verläuft ansonsten relativ ereignislos und Amy hat sich so sehr auf dem Spielplatz ausgetobt, dass ich sie aus dem Mittagsschlaf wecken muss, da sie mir sonst nachts wieder nicht schlafen wird und das ist grade heute wichtig.
Nach einem ihrer Heulanfälle, kann ich sie jedoch beruhigen, in dem ich meine alte Duplostein Kiste hervor hole und mit ihr Türme anfange zu bauen.


In dieser Nacht schläft sie zu meinem Glück relativ schnell ein und kaum ist die Nacht eingetreten habe ich das Gefühl, dass schon der nächste Tag ist.
„Niall komm schon, steh auf.“, meckert Greg und rüttelt an meiner Schulter. „Mh.“, brumme ich und vergrabe mein Gesicht im Kissen.
„Niall jetzt mal ernsthaft. Steh auf.“, sagt er erneut und zieht die Gardinen zur Seite. „WOAH GREG.“, sage ich genervt und halte mir schützend den Arm vors Gesicht, während die Strahlen der Sonne zum Fenster hinein leuchten.
„Ich heirate in wenigen Stunden, schon vergessen? Los mach dich aus den Federn und beginn dich endlich fertig zu machen.“, sagt er angespannt.
„Oh du nervst.“, sage ich und kämpfe mich aus dem Bett. „Wo ist eigentlich Amy?“, frage ich gähnend. 
„Bei Mom. Sie ist schon wach gewesen als sie nach euch geschaut hat. Mom sagt sie hat dir den Eisbähren ins Gesicht gedrückt und mit dir geredet, du hast aber keinerlei Reaktion gezeigt.“, grinst er.
„Ich hab heute aber auch geschlafen wie ein Stein.“, murmele ich. „Ja ist nicht zu übersehen. Los jetzt zieh dich endlich an.“, sagt er.
„Ja ist ja gut man.“, sage ich und schnappe mir meine Sachen, ehe ich im Bad zum Duschen und Zähneputzen verschwinde.


„Mummy schmierst du mir ein Brot? Ich hab hunger.“, sage ich als ich unten ankomme. Mom lacht. „Du hast mich schon lange nicht mehr Mummy genannt.“, sagt sie und holt Butter und Wurst aus dem Kühlschrank, während ich dabei bin mein Hemd zu zuknöpfen.
„Schatz wo sind meine Socken?“, fragt mein Stiefvater als er in die Küche kommt. „Habe ich dir auf den Stuhl gelegt zu deinem Jackett.“, sagt Mom.
„Oh. Dann muss ich noch mal schauen. Ah ja guten Morgen Niall.“, lächelt er dann. „Morgen.“, lächele ich und schließe nun die Knöpfe an den Ärmeln.
„Hier Darling.“, sagt Mom und gibt mir das Brot. „Danke Mom du bist die Beste.“, sage ich und drücke ihr einen Kuss auf die Wange, bevor ich ins Brot beiße.
„Hat Amy schon was zu essen gehabt?“, frage ich. „Natürlich. Sie ist grad bei Denise im Zimmer.“, sagt Mom und ich nicke, ehe ich zum Schlafzimmer von Greg und Denise, welches sich im dritten Stockwerk befindet, hinauf laufe.
Ich klopfe an der Tür und werde von Denise hinein gebeten. Meine Cousine Katie zupft grade an Denise ihrem Kleid herum, während Amy auf dem Boden hockt und mit Flocke spielt, als sie jedoch mich entdeckt, springt sie auf und kommt zu mir wie ein Pinguin rüber gestolpert.
„Daddy.“, quiekt sich strahlend dabei und ich nehme sie lachend in die Arme und hebe sie hoch.
„Niall in einer halben Stunde müssen du und Greg los zur Kirche.“, sagt Denise und ich nicke. „Ich weiß. Fährt Mom mit uns mit?“, frage ich. „Ja. Wir haben gedacht es wäre besser, dann kann sie sich derweilen um Amy kümmern, während du und Greg die Positionen einnimmt.“, sagt sie. Ich nicke. „Alles klar, dann nehme ich sie jetzt mit runter.“, sage ich. „Tu da. Bis später Niall und Amy.“, lächelt Denise. „Bis dann.“, sage ich und gehe aus dem Zimmer.
„Flocke.“, ruft Amy. „Oh ja ehm. Sorry Amy.“, sage ich und gehe wieder hinein. „Tut uns leid für die Störung wir haben den Bären vergessen.“, sage ich und Katie reicht ihn mir. „Danke.“, sage ich lächelnd. „Bitte.“, lächelt sie zurück und so verlasse ich samt Amy das Zimmer.


Unten angekommen, nimmt Mom wieder sie. „Ich fahre.“, sage ich. „Ja von mir aus, fahr.“, sagt Greg und drückt mir die Schlüssel in die Hand.
„Aber park dieses mal bitte so, dass das Auto nicht so wie deins abgeschleppt wird.“, grinst er. „Haha.“, sage ich mürrisch.
„Na was denn ist doch so.“, lacht er. „Ja meine Güte. Es ist nur einmal passiert man.“, sage ich grinsend, während ich mich mit der Krawatte abquäle.
Mom seufzt. „Greg nimm mal Amy.“, sagt sie und drückt ihm meine Tochter in die Arme, während sie die Krawatte mir aus der Hand reißt und ordentlich um meinen Hals hängt, ehe sie sie ordnungsgemäß bindet.
„Danke Mom.“, grinse ich und ziehe mir die Weste über. Das Jackett nehme ich zunächst in die Hand.

„Wir haben ein Problem.“, sagt Chris. „Was ist los?“, fragt Mom. „Nialls Fans belagern das Haus.“, sagt er.
„Oh man.“, sage ich und seufze. „Ich klär das schon. Hier setz schon mal Amy in den Wagen und pass auf, dass keiner sie fotografiert oder bedrängt.“, gebe ich Greg die Anweisung.
Schnell ziehe ich Amy einen beigen Mantel um und setze ihr die Kapuze auf. „Nein.“, jammert sie und schiebt sie wieder runter.
„Amy. Nein!“, sage ich und ziehe sie wieder an. „Anlassen, sonst wird Daddy böse.“, sage ich bestimmt. Amy schaut mich zwar an, scheint aber jedoch verstanden zu haben. „Daddy kommt gleich. Onkel Greg setzt dich ins Auto okay?“, frage ich und gebe ihr einen Kuss auf die Wange. „Daddy.“, jammert sie, während Greg durch den Hinterausgang mit ihr und Mom verschwindet und ich den Vorderausgang nehme, wo ich meine Fans erblicke. Mein Sicherheitsteam ist ebenfalls bereits vor Ort und stellt sich gleich an meine Seite.
„NIALL.“, kommt es sofort von allen Seiten, was mich erneut zum Seufzen bringt. Ich liebe meine Fans, aber manchmal können sie echt anstrengend sein.
Unsicher winke ich ihnen zu, was sie nur noch mehr zum ausrasten bringt. Tief ausatmend begebe ich mich zu ihnen und gebe Autogramme oder mache mal hier und da ein Foto.

Anschließend bitte ich sie zu gehen, da es ein wichtiger Tag für meinen Bruder und meine Familie ist und wir ihn gern ungestört feiern würden.


Doch die Bitten scheinen voll nach hinten los gegangen zu sein, denn kaum sind wir an der Kirche angekommen, geht es hier weiter.
Es ist hier die pure Hölle los. Noch mehr Fans. Noch mehr Geschreie. Noch mehr Chaos. „So hatte ich den Tag nicht geplant.“, sagt Greg seufzend und mir wird schlecht.
Es sollte doch der schönste Tag im Leben für Greg und Denise werden, stattdessen scheint es sich in dem Moment zu einem Alptraum zu entwickeln.

Wir kommen mit dem Auto kaum vorbei. Etwas genervt hupe ich. „Niall.“, ermahnt mich Mom schroff.
Die Fans gehen allerdings daraufhin zur Seite, so dass ich zumindest parken kann. „Geht mit Amy schon mal rein.“, sage ich, während ich selbst umringt von Bodyguards mich zu den Fans vorkämpfe und wie vorhin schon Fotos mit ihnen mache und Autogramme verteile.

Es wird immer voller und die Situation scheint regelrecht außer Kontrolle zu geraten. Meine Bodyguards befördern mich dann irgendwann mal in die Kirche.
Mir ist richtig schlecht und ich zittere am ganzen Körper. Der Tag droht völlig außer Kontrolle zu geraten.


„Denise wird gleich da sein.“, verkündet Greg. „Ist sie sehr wütend?“, frage ich. Greg zuckt die Schultern. „Es geht denk ich doch mal.“, sagt er und kratzt sich am Hinterkopf. „Greg hör zu. Das war so nicht geplant. Ich hab es nicht gewollt, dass es so endet.“, sage ich leicht panisch. Ich fühle mich echt mies. 
„Schon gut. Bleib ruhig, alles ist gut.“, sagt Greg und legt mir die Hand auf die Schulter. Ich nicke, fühle mich jedoch nicht unbedingt besser.


Jedoch beginnt kurz darauf die Trauung, also reiße ich mich zusammen und ziehe mir mein Jackett über, während ich mich an Gregs Seite an den Traualter stelle.
Von draußen hört man noch vereinzelte Fans. Mein Atem wird schwer. Oh Gott hoffentlich läuft alles gut.

Als die Musik einsetzt und Denise durch die Tür schreitet mit einer vor ihr her wackelnden Amy, die nicht so recht mit den Blütenblättern die sie auf den Teppich verteilen soll, anzufangen weiß, muss ich mich echt zusammenreißen nicht los zu lachen.
Am Ende schüttelt sie einfach das komplette Körbchen einfach in der Mitte aus und stolpert zu meiner Mutter.


Die Trauung verläuft glücklicherweise recht gut. Doch das nächste Problem lässt nicht lange auf sich warten. Mit Amy auf dem Arm, will ich grade die Kirche verlassen als mir eine Schar Fans entgegen strahlt und ich sofort wieder in der Kirche hinter verschlossenen Türen verschwinde. Amy kriegt angst und beginnt zu weinen.
„Mom kümmere sich um sie.“, sage ich und drücke Amy meiner Mutter in die Arme, während ich mich mit den Bodyguards und Greg wieder nach draußen kämpfe.
Doch keine Chance, der Andrang wird immer größer und die Fans immer aufdringlicher, so dass uns keine andere Wahl bleibt als doch wieder in der Kirche zu verschwinden.

„Das sollte eigentlich der schönste Tag in meinem Leben werden.“, sagt Denise traurig und auch ein wenig genervt.
Zu viel für meine Verhältnisse. Wütend und mit Tränen in den Augen laufe ich in Richtung Toiletten, wo ich mich zunächst verschanze und Harry anrufe.

„Nialler was ist los?“, fragt er besorgt. „Es läuft alles außer Kontrolle. Die Fans machen voll Stress und belagern die Kirche und wir kommen nicht raus. Gott Harry ich versaue grade die Hochzeit meines Bruders und meiner Schwägerin. Ich fühl mich so scheiße.“, sage ich, während mir die Tränen hinunter laufen. 
„Niall beruhige dich. Verlier jetzt nicht die Nerven. Du weißt doch wie unsere Fans sind. Halt durch. Geh raus und rede noch mal mit ihnen, bitte sie doch darum zu gehen. Keine Ahnung mach einen auf traurig. Die meisten Fans mögen keinen traurigen Niall, vielleicht hilft das.“, versucht Harry mich zu überzeugen und ich lache leise auf. „Traurig bin ich doch so oder so schon.“, sage ich und wische mir die Tränen weg.
„Ich ruf dich später noch mal an ja?“, frage ich. „Mach das. Viel Glück Niall und lass bitte den Kopf nicht hängen.“, sagt er. „Ja.“, murmele ich und lege auf.
In dem Moment geht die Tür auf und Greg kommt samt Amy hinein. „Greg es ist eine Herrentoilette.“, sage ich seufzend und Greg zuckt grinsend die Schultern. „Komm schon Alter. Was ist los mit dir?“, fragt er besorgt. 
„Ich hab euch eure ganze Hochzeit versaut.“, sage ich und senke den Kopf. „Daddy weinen?“, fragt Amy und kommt zu mir rüber. 
„Nein. Nein Amy schon okay. Daddy weint nicht.“, sage ich und lächele ihr zu als ich sie hoch hieve. „Du kannst doch nichts dafür Niall. Keiner ist dir sauer und deinen Fans auch nicht.“, sagt Greg. „Denise klang schon ziemlich sauer.“, sage ich.
Greg seufzt. „Niall. Ernsthaft, die Frau ist schwanger, was erwartest du? Sie ist nicht sauer. Wir haben ehrlich gesagt damit bereits gerechnet, weswegen wir uns nicht unbedingt wundern, dass es so gekommen ist.“, gibt Greg zu.
„Ihr seid also wirklich nicht wütend?“, frage ich noch mal. „Nein sind wir nicht. Jetzt komm mit. Wir reden noch mal mit deinen Fans.“, zwinkert mir Greg zu und ich erhebe mich.


Nach langen Bitten und Diskussionen mit meinen Anhängern, räumen diese zum Glück den Weg frei, so dass wir die Kirche am Ende verlassen können.


Der Rest des Tages wird dann letztendlich doch noch schön. Meine Trauzeugenrede wird ein voller Erfolg und Greg und Denise kriegen ihre gewünschte Traumhochzeit.
Denise legt sich sogar mit meiner Hilfe einen Twitteraccount an, in dem sie verkündet, dass sie den Fans nicht wütend ist.

Am Ende des Tages kann ich mich also mit ruhigem Gewissen ins Bett legen…

Plötzlich VaterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt