Kapitel 5

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Der Werkunterricht war ein Witz. Warum es den Namen trug, konnte ich absolut nicht nachvollziehen. Nachdem ich mich hingesetzt hatte kam eine kleine, rundliche Frau rein, auf deren Nasenspitze eine kleine Brille mit runden Gläser blitzte. Einer der Aufseher verteilte an uns alle Billigfüller und stellte sich dann zu ein paar Andern, die uns alle wie Geier beobachteten. Währenddessen erklärte die runde Lehrerin für mich nochmal die Aufgabe. Jeder hatte ein kleines Buch mitgebracht und dort sollten wir irgendetwas reinschreiben oder so. Das war unsere Aufgabe. Wir konnte natürlich auch reinmalen, wenn wir das wollten, aber vor allem sollten wir einen Teil unserer Gedanken auf den Blättern festhalten. Ein Teil auch nur, da sie lediglich alle guten Gedanken haben wollte. Es sollte uns dabei helfen wieder ein Bewusstsein zu den guten Dingen im Leben zu bekommen.

Nachdem auch ich mein Buch bekommen hatte starrte ich erst einmal nur auf die oberste Seite. Auf mich wirkte der schlichte schwarze Einband, wie ein Wink des Schicksals. Schon mein ganzes Leben lang hatte ich Tagebücher geführt, bis zum Tag aller Tage. Ich hatte sie alle im Feuer verbrennen lassen. Wollte vergessen. Alles. Neu Anfangen und ignorieren, was meine Vergangenheit gewesen war. Ebenfalls hatte ich mir vorgenommen nichts mehr aufzuschreiben, da ich nur nach vorne sehen wollte. Doch jetzt, wo ich das Buch in meinen Händen hielt, brannte der Drang alles niederzuschreiben in meinen Fingern und ich schlug die erste Seite auf. Wie von selbst glitt die Feder über das Papier und ich schrieb die letzten Tage nieder. Als ich beim heutigen Tag angekommen war, hielt ich inne. Schnaubend riss ich die Seiten raus, die ich gerade beschrieben hatte, knüllte sie zusammen und warf sie dann in einen Müllkorb. Als ich mich wieder hinsetzte sah mich meine Tischnachbarin mit gehobener Augenbraue an.

„Huch? Was war das denn?“, fragte sie mich und stoppte dabei, weiter an der Karikatur eines kleinen Hundes zu zeichnen. Ihr blonden Locken kringelten sich rund um ihren Kopf herum und sie strich ständig ein paar Strähnen aus ihrem Gesicht.

Ich zuckte lediglich mit meinen Schultern.

„Ich wollte sie nicht behalten.“

Das ließ sie eine Weile lang stumm sein, bis sie antwortete.

„Ich bin Marie.“ Sie schien das Thema einfach fallen zu lassen und lächelte mich nur mit einem breiten Sonnenlächeln an. Ich konnte nur versuchen den Mund ebenfalls zu einem Lächeln zu verziehen, aber alles was entstand war eine jämmerliche Grimasse, aber ihr Optimismus schien sich nicht daran zu stören. Als sie gerade ansetzte noch etwas zu sagen, tippte mir jemand von hinten auf die Schulter. Erleichtert einer Konversation mit Marie entgehen zu können drehte ich mich um, aber gleichzeitig wünschte ich mir ich hätte es nicht getan. Denn ich bekam einen gewaltigen Schock. Der Junge hinter mir hatte sich nach vorne über seinen Tisch gebeugt und als ich mich umdrehte, war sein Gesicht nur wenig Zentimeter von meinem entfernt. Aber es war nicht dieser Fakt allein, der mir Angst einjagte. Sondern sein gesamtes Äußeres ließ mich so stark zusammenzucken. Zuerst stach mir sein Bowlingkugel-Kopf auf, da er eine Glatze hatte. Was an sich ja nicht schlimm ist. Verstörend waren vielen Piercings in seinem Gesicht, seine grün tätowierten Augenlider und die unzähligen anderen Tattoos, die an seinem Hals hinab über seinen restlich Körper weitergingen. Über seine Arme, den Teil seiner Brust den ich sehen konnte und seine Schultern zogen sich mehrere Tattoos, die ich mir für's erste garnicht genauer ansehen wollte. Als er mich angrinste strahlten mich jedoch zwei Reihen, absolut blanker, weißer Zähne an und seine gräulichen Augen blitzten amüsiert auf.

„Hey meine Tinte ist alle. Kann ich deinen Stift haben?“

Zu überrascht.. nein okay ich gebe zu – erschrocken wie ich war, bekam ich kein Wort über meine Lippen und erst nach wenigen Sekunden rührte ich mich und gab ihm wortlos meinen Füller. Nachdem ich alles was ich niederschreiben wollte geschrieben hatte, hatte ich sowie nicht mehr vor irgendetwas mit diesem Füller zu machen. Er nahm ihn und zwinkerte mir zu.

„Mund schließen. Sonst zieht's.“

Beschämt schoss mir das Blut in die Wangen, ich schloss schnell meinen Kiefer und wandte mich um. Zum Glück wurde die Stunde kurz darauf beendet, die Füller wurden von Person zu Person sorgfältig eingesammelt (der Junge hinter mir hatte mir meinen noch schnell auf meinen Tisch geworfen), dann dürften wir alle gehen.

Ich für meinen Teil nahm mein Buch an meine Brust und wollte eilig raus, doch da legte sich eine Hand auf meine Schulter. Der Junge stand hinter mir und lächelte mich an.

„Hey wart ma' kurz. Du bist Kora, nich'?“

Hey Leute!! So hier kamen jetzt zwei neue Teile, die ich in der Nacht gegen 2 geschrieben hab, als habt erbarmen mit mir ;D Ich hätte mal eine Frage an euch, denn mir Fallen zwei Namen nicht ein.

Der für die eine Zimmernachbarin mit den tiefroten Haaren und den Bowilngkugel-Kopf-Typen. Was fallen euch für welche ein? Habt ihr Vorschläge?

Außerdem würd ich gerne mal wissen wie ihr euch die Leute alle vorstellt. Also ob ihr da Bilder vor Augen habt oder Ähnliches!

Würde mich echt mal intressieren ;*

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Alles Liebe Sarah.

Irren ist menschlich.. (Arbeitstitel)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt