Herzschmerzen

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"Glaubt ihr sie könnte..." fing Mikel an, wurde aber sofort unterbrochen. Cat und ich lungerten immer noch hinter der Ecke und bemühten uns, keinen Mucks zu machen.

"Ach Quatsch red doch keinen Scheiß.Es gibt nen Haufen Mädchen, die so aussehen. Krieg dich mal wieder ein".
Scott hatte mich also auch schon versucht aus seinen Gedanken zu verbannen.
Ich seufzte leise. Warum waren sie bloß zu stur gewesen nach Hause zu kommen. Warum hatten sie sich so wenig um mich gekümmert. Warum war ich nicht auf sie zugegangen, als sie es taten...
In mir zog sich etwas schmerzvoll zusammen und ich bekam den Drang, zu ihnen zu rennen und sie zu umarmen. Doch ich hielt mich zurück.

"Sie würde niemals freiwillig hier her kommen. Außerdem ist sie bestimmt zu so einem Mama und Papa Liebling geworden"!

Scotts Stimmlage war düster und sehr leise geworden, sodass es mir Mühe machte die Worte zu hören. In mir kamen die Schuldgefühle zum Vorschein.

War ich zu hart zu ihnen, hätte ich wieder mit ihnen Kontakt aufnehmen sollen?

" Wir haben es damals einfach verbockt. Wahrscheinlich hätte sie sogar unsere Entschuldigung angenommen, wenn wir persönlich vorbei gekommen wären! Und wenn nicht, wir hätten uns trotzdem stärker bemühen können".

Es war komisch Nick und Tom traurig zu sehen. Sie waren eigentlich immer die kleinen Sonnenscheine der Familie gewesen.

Dieses etwas in mir zog sich immer mehr zusammen und begann auf eine bekannte Art zu schmerzen. Es fühlte sich wie ein Schlag in die Magengrube an.
Aber Nick hatte Recht, sie hatten es verbockt. Sie gingen langsam wieder in ihre Zimmer, Scott und Mikel in eines und die Zwillinge in das gegenüberliegende .

Schnell huschten wir in unser Zimmer und schmissen uns auf die Betten. Cat machte sich als erstes in unserem eigenem Bad fertig, was ich jetzt erst bemerkt hatte und ich tat es ihr gleich als sie raus war.
Als das warme Wasser der Dusche auf meinem Körper prasselte, kamen die ganzen Gefühle wieder hoch.

Solange hatte ich sie schon verdrängt und dann, plötzlich,wird meine ganze Arbeit durch ein paar Worte zerstört.

Ich war schon immer eine, die so viele Schläge wie es ging einstecken konnte, doch Worte berührten mein Herz.
Sie ließen es vor Freude schlagen oder zerschmetterten es in Tausend Einzelteile.
Dieses ist mir bisher nur einmal passiert, unzwar damals als sie ihren Fehler begangen hatten .

Ich wusste noch nichts von dem Fehler, als sie weg gingen und da sie mir so nah standen, zerschmetterte das mein kleines naives Herz.

Die Einzelteile hätten sich wieder gegenseitig flicken können, doch als ER dann auch noch aus Angst vor mir weg gerannt war und meinte das er mich nie wieder sehen wolle, wurden sie in die weite gefühlskalte Welt zerstreut.

Boah Mädel, du hörst dich ja fast schon an, wie eine gefühlvolle Bitch, die am Ende jedes Liebesfilmes heult.
Wahrscheinlich hörst du bei Titanic bald schon auf, sie beim untergehen an zu feuern, und heulst weil er stirbt.

Hallo, jetzt mal halb lang innere Stimme, ich werde mich doch nicht in so eine Pussy verwandeln, die sich auf den Schoß jedes zweiten Jungens platziert, weil sie nicht weiß wie ein Stuhl benutzt wird.

Das hoffe ich doch stark für dich!

Weißt du das du verdammt dolle nervst Kevin?

Du sollst mich nicht immer Kevin nennen, du gefühlsvolle Pussy.

Du weißt schon, das du dich eben selber beleidigt hast oder Kevin?

Grr...

Oh ist Kevi jetzt sauer auf mich?

Meine innere Stimme, war eingeschnappt und verkroch sich in den hintersten Winkel meines Gehirnes. Zumindest glaubte ich das. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was sie den ganzen Tag über in meinem Kopf anstellte.

Nach dem ich fertig geduscht war, trocknete ich mir meine nassen Haare ab und föhnte sie anschließend noch etwas.
Im Zimmer lag Cat schon schlafend auf dem Bett. Sie sah so friedlich aus, als könnte sie keiner Fliege was zu Leide tuen.

Ich zog mir mein T Shirt und meine kurzen blauen Shorts an, die ich immer zum schlafen trug und legte mich ins Bett.

Ich war zwar etwas müde, aber schlafen konnte ich dennoch nicht. Immer wieder kamen mir die Bilder von meinen Brüdern hoch.
Sie waren viel muskulöser, als ich sie in Erinnerung hatte. Auch gewachsen waren sie ein ganzes Stück.

Auch wenn du es nicht zugeben willst, du hast sie die Jahre doch vermisst oder?
Bei jedem gewonnenen Kampf hast du dich umgeschaut, ob nicht doch einer von ihnen da wäre!

Nein habe ich nicht, widersprach ich meiner inneren Stimme. Klar hatte ich sie eine Zeitlang vermisst, aber als das mit ihm passiert war, wollte ich mich ganz abkapseln.

Niemand sollte mein Inneres jemals wieder zu Gesicht bekommen, niemand solle mehr die Chance haben, mein schlecht repariertes Herz noch einmal auseinander zu reißen.
Vorhin hatte sich etwas in mir bemerkbar gemacht, etwas was ich lange nicht mehr richtig gespürt habe nur von außen war genommen.

Jetzt pochte es wie eine Wunde auf dem Knie vor Schmerz und ließ sich nur schlecht beruhigen.
Immer wieder wenn die Gedanken an sie zurück kamen, schnürte mir der zunehmende Schmerz die Luft ab.

Es war als wäre in diesem Raum nur noch ein winziges bisschen Sauerstoff, weshalb ich mir schnell meine Jacke nahm und vor die Tür ging. Ich ging rechts und nochmals rechts und dann die Treppe runter.

Die Eingangshalle war schön kühl und ließ mich aufatmen. Mein Magen machte sich wieder bemerkbar, weshalb ich in den dunklen, leeren Speisesaal ging.

Es war wie in einem Horrorfilm! Leise hallten die Schritte von der Wand wieder und wurden immer lauter.

Kein Mensch, regte sich.
Kein Tier, krabbelte über den Fußboden.
Kein Geräusch, war zu hören, bis auf meine tapsenden Schritte.

Das wäre auch echt eklig, wenn in der Cafeteria Tiere über den Fußboden krabbeln.
Es war wie die zwei Jahre lang andauernde Leere in meinem Herzen. Es war betäubt von den Schmerzen, die nicht weh taten. Aber sie waren ein stetiger Begleiter.
Doch dieser Raum war wie mein altes Herz.
Mein neues, was ich seit meinem letzten Schicksalsschlag gebildet hatte, strotzte nur so von Gefühlen.
Wenn ich recht überlege, ist es nicht mein neues Herz, sondern mein altes zusammen geflicktes, was nur noch die Narben der Zeit trägt.

Diese Narben reißen sich aber zurzeit Stück für Stück wieder auf. Mein Magen riss mich wieder aus meinen Gedanken. Essen half immer!
Schnell kletterte ich über die Essenstheke , in die angrenzende Küche. Ich guckte in den riesigen Kühlschrank, in dem noch zwei Hähnchen waren.

Schnell nahm ich sie mir und rannte nach oben, in unser Zimmer. Dort aß ich erstmal die schönen saftigen Hühnchen.
Ich verdrängte die aufkeimenden Gefühle aus meinem Herz und schlief friedlich und ruhig ein.

Hey hier mal ein etwas langweiliger es Kapitel. Würde mich sehr über Votes freuen!
GLG wolfsmaedchen01
PS : falls dieses Buch jemand liest in den Herbstferien kommen keine neuen Updates . Tut mir leid

Bad Girls BrothersGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt