Teil 7 (überarbeitet)

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In der Pause sitze ich einfach auf dem Schulhof, ich habe einfach keine Lust mich sozial zu verhalten und mit jemanden zu quatschen. Die Person würde ich sowieso nur anlügen und das muss nicht sein. Ich kann ja schließlich nicht einfach zu jemanden gehen und sagen 'Hi ich bin Jess oder J die Anführerin der Shadow hunters.' Schwierig... Also genieße ich einfach die Sonne.

Ich schaue auf die Uhr und sehe, dass ich noch 5 Minuten bis zum nächsten Unterricht habe. Dann fällt plötzlich ein Schatten auf mich und irgendein Mädchen baut sich vor mir auf.

"Hi, du hast bestimmt schon von mir gehört. " meint sie hochnäsig.

Ich schaue sie nur an und meine: "Warum sollte ich?"

"Was? Willst du dich mit mir anlegen? Ich bin Jaquelin! Jeder hat von mir gehört! Weißt du überhaupt wer mein Freund ist? Lukas! Ja genau der an den du denkst. Wenn der mitbekommt, das du mich komisch angemacht hast, wirst du was erleben!"

Damit dreht sie sich um und geht. Ich schaue ihr nach und muss mir das lachen verkneifen. Was für eine komische Tante.

Nach meinem wundervollen Treffen mit Jaquelin, mache ich mich auf den Weg zum nächsten Klassenraum. Mal wieder ein Fach, welches einfach nicht mit mir selbst kompatibel ist. Und ja Deutsch ist meine Sprache, aber mal im Ernst, wer kann schon diese ganzen Zusammenfassungen schreiben und tatsächlich Spaß daran haben?

Naja, weil ich den Weg natürlich nicht kenne bin ich mal wieder zu spät. Aber besser den Lehrer direkt an mich gewöhnen. Ich glaube das Zuspätkommen wird nicht das letzte Mal passiert sein. Wie zu erwarten, regt sich der Lehrer ein wenig auf. Und als ich mic auch selber zu Wehr setze möchte er mich auch direkt zum Direktor schicken. Wäre mir an sich ja relativ egal, nur meine Mutter würde wieder ausflippen, wenn sie das mitbekommt. Also sage ich: "Das könnten Sie tun. Aber bringen würde es vermutlich nichts. Da war ich doch vorhin erst. Und so gut wie ich mich benommen habe, würde nichts passieren, außer das ich Ihren wundervollen Unterricht verpasse." Der Lehrer schaute mich nur baff an: "Nun gut... Naja... Ähm dann, dann setz dich doch neben Lukas."

Na wundervoll denke ich mir. Sage aber nichts und stolziere mit hocherhobenen Hauptes zu dem Platz neben Lukas. Nachdem ich mich hingesetzt habe und meinen Kram ausgepackt habe stubst Lukas mich an und meint: "Hammer Aktion eben. Und das mit Jaquelin, das traut sich nicht jeder. Du solltest ab sofort auf der Hut sein. Die ist ein bisschen abgedreht. Die hängt immer an mir als wäre ich der letzte Mensch auf Erden. Und wenn sie erst mitbekommt, dass du jetzt neben mir sitzt... Puhh viel Spaß. Wo ich dich aber beruhigen kann, ich würde dir nix tun. Mein Vater würde mich köpfen." ich schaue ihn nur an, "Ich glaube mit der werde ich fertig, genauso wie ich mit dir fertig werden würde, wäre dein Vater nicht. Nur weil du ihr Liebesprojekt bist und ich neben dir sitze, muss sie sich nicht in die Hose machen. Ich würde in 10 Jahren nix mit dir anfangen."

"Dann schauen wir mal in 11 Jahren" sagt Lukas mit einem Zwinkern und wendet sich dem Unterricht zu.

Ich hingegen tue erst garnicht so als würde ich dem folgen, was der Typ an der Tafel schwafelt. Also fange ich an auf meinem Block zu kritzeln. Nach einer Weile merke ich wie Lukas darauf staart. "Was" fahre ich ihn an. "Woher kennst du den Typen?" erst jetzt merke ich, dass ich Ryan gezeichnet habe. Das tue ich oft, er ist die einzige Mensch, der mich wirklich kennt. Aber was antworte ich ihm jetzt? Ich kann ihm ja schlecht die Wahrheit sagen. Also zucke ich mit den Schultern und will gerade eine Ausrede ausspucken, als es klingelt. Glück gehabt. Ich packe meinen Kram und springe auf.

Nach der letzten Stunde, die ohne irgendwelche Vorfälle verstreicht, fahre ich nach Hause.

Dort ziehe ich mich nur schnell um und verschwinde wieder bevor jemand mitbekommt, das ich überhaupt da war. Denn dann müsste ich auch erklären, wo ich wieder hin will.

An der neuen Halle angekommen, schaue ich mich nochmal um. Es ist echt richtig schön geworden. Dann gehe ich weiter zum Sportraum und wärme mich auf. Danach fange ich wie üblich an zu trainieren.

Nach einer Weile bemerke ich einen Blick auf mir. Ich schaue mich um und entdecke Lukas. Hätte ich mir auch denken können, das er innerhalb kurzer Zeit die neue Halle finden würde. Also gehe ich auf ihn zu.

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754 Wörter



Er und IchWo Geschichten leben. Entdecke jetzt