Kapitel 22 - Puppendoktor

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Nachdem ich bei meiner Haltestelle eilig aus dem Bus gesprungen war kam ich einige Minutel später völlig außer Atem zuhause an. Keuchend schloss ich die Wohnungstür auf und trat ins Wohnzimmer.

Er war erschreckend ruhig in der Wohnung. Bedrohlich ruhig. Ich setzte meinem Weg zum Schlafzimmer meiner Mutter fort, da wo ich die beiden vorhin gesehen hatte.

Als ich die Tür öffnete schrie ich auf. Der Anblick der sich mir bot ließ mich erstarren und mir wünschen ich wäre vorhin nicht gegangen oder jetzt gar nicht erst zurückgekommen.

Meine Mutter lag auf dem Bett in der Mitte des Zimmers. Ihre Haut war leichenblass und eine Platzwunde zierte ihre Stirn. Das Blut schien schon getrocknet zu sein, denn es verkrustete ihre hellen Haare. Ich stürzte panisch zum Bett und schüttelte den leblosen Körper. Das konnte nicht sein. Sie lebte. 

Ich musste sie nur bürsten und kämmen und pflegen und das Blut wegwischen und dann würde das schon wieder werden. Wie mit Puppen. Sie sah sogar aus wie eine Puppe. Mit der porzellanfarbenen, fast wächsernen Haut und mit der liegenden Haltung. 


Sie sah aus wie ein Spielzeug, dass jemand weggeworfen hatte. Ich schüttelte meinen Kopf, um dieses Bild zu vertreiben, bis mir einfiel, dass es real war. Ich schrie nocheinmal und lief dann ins Bad. Ich griff nach dem erstbesten Gegenstand und mir fiel auf, dass es eine Bürste war. Wie ironisch. 

Mit Bürste und Kamm bewaffnet lief ich zurück ins Schlafzimmer und begann, ihre Haare zu bürsten. Jede Strähne einzeln und genau so sorgsam wie bei einer Porzellanpuppe. Doch das Blut war hartnäckig und ließ sich nicht ausbürsten. Frustriert warf ich die Bürste in eine Ecke und beobachtete, wie sie erst einen Kratzer auf der Wand hinterließ und dann zu Boden fiel. 


Alles schien wie in Zeitlupe zu geschehen. Ich merkte wie der Boden, auf dem ich sowieso schon kauerte, erst näher kam und dann verschwomm. Krampfhaft versuchte ich, die Augen offen zu halten doch es gelang mir nicht.


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Ich wurde von einer Frauenstimme geweckt. Doch nicht von irgendeiner Frauenstimme sondern von der Stimme meiner Mutter. Sie war vom Bett aufgestanden und hatte mich in den Arm genommen. Beruhigend streichelte sie mir über die Haare und flüsterte: "Alles wird wieder gut, kleiner Tiger. Es wird alles gut."

Ungläubig starrte ich sie an: "Mom, dir geht es gut! Du warst doch eben noch bewusstlos. Aber du lebst!", ich wollte lachen, doch als mein Blick den meiner Mutter streifte, blieb mir das Lachen im Halse stecken. 


Ich folgte ihrem unendlich traurigen Blick und sah auf das Bett. Auf dem immer noch der leblose Körper lag. Das konnte nicht sein. Aber sie saß doch vor mir! Das konnte nicht sein! Immer schneller blickte ich zwischen meiner Mutter und dem Korpus auf dem Bett hin und her. 


Irgendwann verzog sich das Gesicht meiner Mutter zu einem Schrei: "Beeil dich, sonst ist es zu spät.", hauchte sie, bevor ich ein weiteres Mal das Bewusstsein verlor. 


Als ich aufwachte, wusste ich dieses Mal ganz genau was zu tun war. Ich erhob mich zitternd, bewusst den Blick auf das Bett vermeidend und stolperte ins Wohnzimmer um zu meiner Tasche zu gelangen. Obwohl mein Kreislauf allem Anschein nach nicht besonders begeistert von meinem plötzlichen Tatendrang war, schaffte ich es, das Handy aus der Tasche zu ziehen und die Nummer des Notarztes zu wählen. 

Noch bevor ich etwas sagen konnte, war mir das handy auch schon aus den zitternden Fingern gerutscht. Beim Versuch, es aufzuheben, knallte ich unsanft auf den Boden, was mir ein Aufstöhnen entlockte. Unter Aufbringung all meiner Kräfte hob ich das kleine Telefon wieder an mein Ohr und wartete darauf, dass abgenommen wurde. 


Oben sehr ihr  - hoffentlich - ein Bild, wie ich mir Sky vorstelle. Was sagt ihr? Andere Vorschläge? Zufrieden? Vorschläge für den Bad Boy?

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