4.

1K 55 3
                                        

Oliver:
Nachdem wir ein wenig durch den Wald gelaufen sind, beschlossen wir noch auf ein Bier ins Stammeshaus zu gehen. Dort angekommen sprachen wir gerade über Theos Pläne, Sasha schnellestmöglich zu heiraten. Ich machte mich sogar noch über seine Bessenheit zu Sasha lustig, als auf einmal ein lautes "Hey Jungs" hörte. Fuck, Sasha selbst ist hier. Wie von der Tarantel gestochen drehten wir uns alle um, wobei wir bemerkten, dass die nicht alleine war. Ein rotblondes Mädchen mit grauen Augen stand neben ihr. Ich versank in genau diesen. Mich durchzog ein Gefühl der Vollständigkeit, der Zufriedenheit.

Dieses Mädchen war meine Sonne, ich bermerkte es sofort, an der Art wie sie mich anzog. Diese Augen ließen ihn bis zu ihrer Seele blicken. Interesse, Intelligenz, Reife aber auch Einsamkeit sah man sofort in ihnen. Aber von nun an war er hier. Sie würde sich niemals mehr einsam fühlen, denn er würde sich gut um sie sorgen. Er würde ihr alles geben was sie brauchte, für immer. Sie war seine Gefährtin, sein Leben. Nichts war mehr wie es war. Würde es nie mehr sein.

Anmutig kam sie auf mich zu und hielt mir die Hand hin und mit einer lieblichen Stimme sprach sie:" Hallo ich bin Belle". Was für ein passender Name. Belle, die Schöne. Ich wollte ihr schon meine ewige Ergebenheit erklären als ich roch, dass sie ein Mensch war, wusste ich das ich anders vorgehen müsse, behutsamer. Also entschied ich mich dazu freundlich zu Lächeln und zu sagen:" Nett dich kennenzulernen. Ich bin Oliver." Ich ergriff ihre Hand und mich durchfuhr ein Schlag, ein weiteres Zeichen dafür, dass sie die eine war.

Nach ein paar Sekunden zog sie ihre Hand zurück und wollte sich schon abwenden als ich sie fragte ob sie nicht noch länger bleiben wollte. Sie sah zu Sasha die die Situation begriffen hatte und deswegen begeistert nickte und Theo anrief, ob er nachkommen würde. Als sie auflegte erzählte sie, er sei in 10 Minuten da.

Ich ging mit gutem Beispiel voran und setzte mich äußerlich locker auf das Sofa. Innerlich brodelte es jedoch nur so. Tausende Fragen an Belle.

Belle setzte sich neben mich und ich begann schon die Inquisition:"Wie alt bist du Belle?" war die Frage auf die sie in sanfter Sopranstimme "17" antworte, und mich fragte wie alt ich sei."24" war meine kurze Antwort. Danach fragte ich sie, in welche Schule sie ging. Ihre Antwort war überraschend. In keine, sie war schon fertig. Erste Klasse übersprungen. Interessant, intelligent war der Engel vor mir also auch noch. Geduldig beantwortete sie mir alle meine Fragen, sodass das Puzzle ihrer Persönlichkeit nach und nach zusammen setzbar war. 17 Jahre alt, seit vier Tagen in der Stadt, geboren und aufgewachsen in Denver, arbeitet ab nächste Woche bei Denny's. Keine Geschwister.

Die Frage warum sie alleine nach Glenwood gezogen war, brannte mir auf der Zunge, doch ich nahm an, dass dieses Thema persönlich war, weswegen ich sie mir für später aufhob.

Im Gegenzug fragte sie mich auch einiges. Wo ich arbeite, wo ich wohnte, Hobbys, das übliche halt. Jeder Sopranton der aus ihrer Kehle kam war Musik in meinen Ohren, sanft und lieblich.

Gegen Ende des Abends fasste ich mir ein Herz und nahm sie kurz zur Seite. "Belle, möchtest du morgen mit mir Abendessen gehen?" war mein Versuch sie auf ein Date einzuladen. Leider scheiterte er kläglich, denn ihre Antwort war:" Freundschaftlich gerne aber kein Date, ich Date nicht". Ich versuchte nicht Belle zu überreden, denn ich würde alles sein was sie wollte das ich war. Und wenn sie momentan einen Freund brauchte, würde ich geduldig warten, bis sie mich als Liebhaber wollte.

"Freundschaftliche Pizza beim Italiener morgen um 7?" Sie lächelte mich strahlend an, was ein Gefühl der Unbesiegbarkeit in mir auslöste. Ich gab ihr meine Telefonnummer bewusst nicht, denn so hätte sie die Möglichkeit für morgen abzusagen. Sie schien ziemlich müde zu sein, weshalb sie sich schon verabschiedete. "Bist du mit dem Auto da?" fragte ich sie, was sie verneinte. "Ich hol nur schnell meine Autoschlüssel, dann führe ich dich Nachhause" sagte ich ihr und ging sofort zu meiner Jacke und meinen Schlüsseln, damit sie keine Möglichkeit hat abzulehnen. Den anderen erzählte ich, dass ich sie schnell nachhause bringen würde, was die meisten eher gelangweilt stimmte.

Nur Sasha grinste mich höhnisch an. Sie hat meinen Kommentar zu Theos Besessenheit an ihr definitiv gehört und scheint sich über die Ironie der Situation innerlich kaputtzulachen.

Als ich zurückging wartete sie schon vor der Türe auf mich. Eine Hand in ihren Rücken legend ging ich voraus zu meinen Auto. Zufrieden bemerkte ich, das sie kurz erschauderte als ich sie berührte.

Da ich schon von vorher wusste, dass sie in Sasha's Alter Wohnung lebte, fuhr ich direkt dorthin. Im Auto breitete sich eine Stille aus, doch keine Peinliche, eher eine angenehme. Als ich vor ihrer Tür stehenblieb, bemerkte ich, dass sie eingeschlafen war. Völlig verzaubert betrachtete ich sie, wie sie im Schlaf, die Lippen leicht geöffnet, den Kopf drehte, als würde sie eine bequemere Position suchen. Also nahm ich den Schlüssel aus ihrer Jacke und ging ums Auto herum, um sie hineinzutragen. Eine Hand unter den Kniekehlen und eine um ihre Hüfte hob ich sie hoch und trug sie ins Wohnhaus. Sie legte ihren Kopf an meine Brust und in mir breitete sich der Wunsch aus, sie auf ewig so zu halten. Doch ich sperrte die Türe auf und legte sie dann in ihrem Bett ab, deckte sie zu und gab ihr noch einen kleinen Kuss auf die Wange.

Und obwohl ich mich lieber zu ihr gelegt hätte, nur um sie noch länger beim schlafen zu beobachten, drehte ich mich um und ging zur Türe hinaus. Es würde wohl noch ein wenig dauern, bis ich mir dieses Vergnügen verdient hätte.


Diesen Teil widme ich paulifeli. Ich danke dir für deine Unterstützung :)

Schrei des Wolfes: Das GeständnisGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt