Jimin
"Hey. Hey!," flüstere ich leise und tätschele einmal die Wange des jungen Mannes. Kann der nicht mal aufwachen und ein Lebenszeichen von sich geben? So langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen, obwohl er doch selber schuld ist. Schließlich bin ich geflogen, weil er mich mit seinem Spaten eiskalt abstechen wollte.
Jetzt hole ich einmal mehr aus und es klatscht laut, als meine Hand die Wange von dem Mintfarbenden Typen trifft. Über bleibt ein roter Abdruck, aber der Kerl rührt sich nicht. Na gut, was hilft sonst? Wasser, genau.
Ich sehe mich um und entdecke schließlich etwas entfernt von mir eine Gieskanne. Ich lasse den Mann kurz auf dem Rasen liegen und Hole dann die Kanne, die schwerer ist als gedacht.
Mit schmerzenden Armen komme ich schließlich wieder bei dem Ohnmächtigen an und hebe die Kilos an Wasser in meinen Armen hoch.
Ich seufze erleichtert, als das kühle Nass in einem schweren Strahl aus der Kanne schießt und direkt in das Gesicht des Spatenmörders fällt. Japsend und nach Luft schnappend schießt dieser hoch und sieht mit weit aufgerissen Augen zu mir, während ich die leere Kanne lässig wegschmeiße.
"S-Sie..." Ich schüttele den Kopf. "So alt bin ich noch nicht, ein 'Du' reicht'," biete ich an und der nasse Typ rappelt sich von seinem Rasen hoch.
"Du bist entweder ein Alien oder ein Engel," haucht er und ich verziehe bei ersterem das Gesicht. "Ich bevorzuge Engel oder einfach Jimin. Von mir aus auch Sexgott."
"Was fällt dir eigentlich ein, mir das alte Dreckwasser ins Gesicht zu klatschen?," fragt er jetzt empört und ich zucke nur desinteressiert mit den Schultern.
"Werd nicht ohnmächtig, dann muss ich sowas eben auch nicht machen," erkläre ich nur und er seufzt.
"Komm eben mit rein, ich will mich umziehen," meint er jetzt und läuft vor zum Haus.
"Also du kannst dich auch nur ausziehen," grinse ich und betrachte den Rücken des Mannes, an dem das nasse T-Shirt klebt wie eine zweite Haut.
Er wirft mir einen säuerlichen Blick über die Schulter zu und gemeinsam betreten wir durch eine große Schiebetür ein Wohnzimmer.
"Wie heißt du überhaupt?," frage ich jetzt und der Irre Spatentyp läuft irgendeine Treppe nach oben. Ich lasse mich in einen hellen Sessel fallen und sehe mich in dem Wohnzimmer um. Es ist hell eingerichtet und auf einer Kommode stehen viele Bilder, unteranderem von einer Frau die mir sehr bekannt vorkommt.
"Min Yoongi," kommt es von oben und kurze Zeit später höre ich wieder Schritte auf der Treppe. Yoongi kommt in einem alten, schlabbrigen T-Shirt zu mir und ich beginne wir ein Kleinkind zu schmollen.
"Du hast es doch nicht nötig deinen Körper zu verstecken! Du bist gemein. Warum raubst du mir die schöne Aussicht?," maule ich und Yoongi wirft mir einen genervten Blick zu.
"Also, du bist ein Engel, Mh?," fragt er jetzt und ich nicke. "Hab ich dir doch schon gesagt." Yoongi setzt sich mir gegenüber auf ein Sofa und starrt mich dann an.
"Hätte ich dich eben nicht fliegen sehen, würde ich dich jetzt einweisen. Und was macht man als Engel so?"
"Ich rette Menschen das Leben. Wie zum Beispiel der Frau da," ich deute auf die Bilder auf der Kommode.
"Jetzt liegt sie im Koma, aber ich habe sie davor bewahrt unschuldig an einem Autounfall zu sterben. Ich bin gut, nicht?" Ein bisschen stolz bin ich ja auf mich selber.
Ich sehe zu Yoongi, der mich durchdringend anstarrt.
"Davon. Macht. Man. Keine. Witze.," knurrt er jetzt und ich sehe ihn etwas erschrocken an.
"Habe ich doch auch nicht?"
"Das ist meine Mutter, verdammt!," brüllt er laut und ich zucke zusammen.
"Ja, dann sei doch froh das sie noch die Chance auf ein Leben hat! Ohne mich läge sie jetzt im Leichenschauhaus!," Gifte ich. Was bildet der Kerl sich ein mich so anzuschnauzen. Schließlich hätte ich seine Liebe Frau Mama auch einfach sterben lassen können.
Yoongi formt seine Augen zu Schlitzen und starrt mich durchdringend an. Eine Ader an seinem Hals pocht etwas, aber wenigstens sagt er nichts mehr.
Ich starre bloß ohne zu blinzeln zurück und nach einer Weile gibt der Mintfarbende junge Mann auf.
Seufzend lehnt er sich nach hinten in den Sessel und reibt sich einmal über die Stirn.
"Und warum bist du nochmal aus dem Himmel geschubst worden?," fragt er müde und ich verziehe das Gesicht.
"Ich würde gerne sagen, das es freiwillig war, aber leider war es das nicht. Vielmehr hätte Gott keinen Bock auf mich. Ich meine, notgeile Engel haben im Himmel nichts verloren." Ich schnaube resigniert.
Nur weil ich mich von allem ficken lasse, was gut aussieht und einen Schwanz hat, habe ich meinen Job verloren. Okay, und wegen meines Alkoholkonsums.
"Und jetzt hast du nichts mehr, außer den dünnen Klamotten die du anhast?," hakt Yoongi nach und ich nicke bestätigend.
"Du hast meine Mutter gerettet. Ich denke, ich bin die was schuldig."
Er erhebt sich und sieht alles andere als glücklich, aber trotzdem entschlossen aus. Wie jemand, der etwas eben unbedingt machen muss, obwohl er keine Lust darauf hat.
"Du kannst für die erste Zeit hier wohnen, das ist eine Sache der Ehre," bietet er schließlich an und ein dreckiges Grinsen breitet sich über meine Züge aus.
"Vielen dank!"
Das wird ein Spaß Yoongi aus seinem Schneckenhaus zu locken. Kein Schwanz der Welt kann dem Jibooty widerstehen.
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Playboy Angel
FanfictionKann zwischen einem Menschen und einem Engel Liebe bestehen? Jimin wird kurzerhand von Gott aus dem Himmel geworfen, nachdem dieser sein Playboygehabe nicht mehr ertragen kann. Vollkommen desorientiert landet der Engel schließlich bei Yoongi im Ga...
