Meister Fu (wahrscheinlich vornamenlos)
Angespannt lief ich in meinem Wohnzimmer umher, jedes Geräusch ließ mich zusammenzucken. Mir spukte noch immer die Erinnerung an dieses furchtbare Gespräch mit Auphelia im Kopf herum. Wie hatte das alles nur so weit kommen können...?
»Lancelot...«, hauchte Luna geschockt und kniete sich neben ihn, kaum dass meine Schützlinge und der Sonnengeist verschwunden waren. Sie sah so erwachsen aus... Das letzte Mal, als ich sie gesehen hatte, war sie noch ein Kind gewesen.
»Luna, ich bitte dich! Hör auf damit. Siehst du nicht, was du hier tust? Du verletzt Menschen, Kinder!«
»Sei still.«, flüsterte sie und hielt sich den Kopf. »Sei STILL! Du bist nicht anders! Verflucht, du hast mich zu all dem hier gezwungen! Jeder Schmerz, der den Leuten von mir zugefügt wird, ist allein deine Schuld!«
»Ich erwarte nicht, dass du mir vergibst, Luna. Aber versteh doch, dass ich nichts für Baihu tun konnte. Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern, und dein Vater hätte nicht gewollt, dass du dich so in deinen Rachegelüsten verlierst!«
Sie bedachte mich mit einem eisigen Blick, und für einen Moment konnte ich etwas um sie herum sehen. War das auch ein Geist? Er sah aus wie eine junge, hochgewachsene Frau, deren Aura Luna völlig umschlang. Dann verblasste das Bild wieder und Luna stand auf. »Jämmerlicher alter Mann.«, höhnte sie mit scharfer Stimme. Ein eiskaltes Lächeln umspielte ihre Lippen und in ihren Fingern materialisierten sich zwei schneeweiße, kristalline Klingen. »Du versuchst, an mein Gewissen zu appellieren? Ich scheine dir ja wirklich Angst einzujagen! Kannst es wohl nicht mehr mit dem kleinen Mädchen aufnehmen, was?«
Ich wich zurück und hob abwehrend den Stab. »Ich warne dich, Luna, keinen Schritt weiter!« Mit hochgezogener Augenbraue kam sie weiter auf mich zu und schnipste mit den Fingern, ihr Umhang löste sich in Luft auf und enthüllte ein einfaches, mit leichten Metallpanzerungen verziertes Kleid. Sie war auf einen Kampf aus, zweifellos. »Meister, zieht euch zurück!«, tönte Wayzz stimme in meinem Kopf. »Ohne den Jadeschild sind wir ihr haushoch unterlegen!«
»Sie muss ihre Grenzen kennen! Sonst wird sie sich und andere weiterhin in Gefahr bringen. Ich weiß, was ich tue.«, versicherte ich meinem Kwami und hoffte, inständig, dass ich Recht hatte.
Unser Dialog wurde abrupt unterbrochen, als eine der eisigen Klingen knapp an meinem Kopf vorbeischoss und verpuffte. Entschlossen wandte ich mich Auphelia zu und wirbelte den Stab umher, um das zweite Messer ebenfalls abzuwehren. Gleichgültig ließ sie zwei Neue Dolche erscheinen und Hieb nach meinem Rumpf, doch ich konnte ausweichen und schlug ihr mit dem Holzstab eine der Waffen aus der Hand. Sie war stärker, als ich angenommen hatte, ihre Angriffe wurden mit jedem Mal heftiger und ich kam bald aus der Puste. »Schwächelst du schon, Hüter?«, spottete sie und lachte schrill. »Das ist viel zu einfach! Vielleicht sollte ich Dragon fragen, ob nicht lieber er gegen mich kämpfen will! Er sieht wirklich wahnsinnig gut aus, nicht wahr?«
»Ich habe es dir schon einmal gesagt!«, erwiderte ich keuchend und blockte ihrem Arm ab. »Lass meine Schützlinge aus dem Spiel! Deinen Zorn auf mich kann ich verstehen, aber die anderen haben damit nichts zu tun!« Mit einem Mal verschwand das Spottende, Amüsierte aus ihrem Blick und blanke, wahnsinnige Raserei nahm seine Stelle ein. Schneller, als ich blinzeln konnte tauchte sie unter meinem Stab durch, trat ihn mir aus der Hand und katapultierte mich nach hinten. Unsanft prallte ich gegen eine Wand und wollte mich aufrichten, doch sofort stürmte das Mädchen auf mich zu und hob eine ihrer Klingen. »Jadeschild!«, rief ich, bevor ich mich zügeln konnte. Grünes Licht flammte auf, doch statt der erhofften Wärme durchfuhr mich ein unerträglicher, brennender Schmerz. Ich schrie auf und krümmte mich zusammen, Auphelia ließ überrascht das Messer sinken. »Oh... Das hatte ich ja ganz vergessen!« Sie lachte schadenfroh. »Herrlich, so ein Geisterfluch, nicht wahr? Er hat mich damals viel Mühe gekostet! Aber die Wirkung...«, sagte sie und betrachtete interessiert, wie ich mir keuchend die Brust hielt. »Ja... Die Wirkung kann sich durchaus sehen lassen. Oh, keine Sorge, du stirbst nicht. Denke ich.« Wayzz wimmerte schmerzerfüllt auf, aber langsam, Stück für Stück, nahm der Schmerz wieder ab. Auphelia schleuderte mit gelangweiltem Blick ihre Klinge auf mich, sie bohrte sich in mein Gewand und nagelte es an die Mauer. »Ich werde dich nicht töten, alter Mann. Noch nicht.« Ich konnte mich noch immer nicht völlig schmerzfrei bewegen, also sah ich tatenlos zu, wie Luna mir den Rücken kehrte und Lancelot verschwinden ließ. Wahrscheinlich würde sie an einen geschützteren Ort gehen und ihn dort heilen. »Eins noch, Meister.«, sagte sie über die Schulter und blieb stehen. »Ich weiß, dass du davon überzeugt bist, das Richtige getan zu haben. Aber ich bin nicht du. Ich wurde nicht mit Wayzz' Weisheit gesegnet, oder mit Trixx' Intelligenz. Alles, was ich kann und weiß, musste ich mir selbst aneignen. Also wirst du mir meinen Hass auf dich nachsehen müssen.« Ich verzog das Gesicht und sie lächelte mich an. »Oh, dir macht das etwas aus? Wie lieb von dir!« Ihr Blick verfinsterte sich. »Ich. Hasse. Dich. Und deswegen werde ich wohl noch irgendetwas Kindisches und Bösartiges anstellen, bevor ich dich umbringe. Am besten, ich fange bei dieser ätzenden Queen Bee an. Sie scheint für Dragon zu schwärmen, also werde ich ihn für mich gewinnen, bevor ich den gestreiften Käfer zertrete... ja! Und dann kümmere ich mich um deine anderen beiden Lieblinge in China, das tragische Dornröschen und den unglücklichen Kater. Oh, und seine Eltern natürlich! Bailong ist einer deiner letzten Verwandten, also setze ich ihn auch auf die Liste. Und dann, wenn all deine kleinen Freunde tot sind, erlaube ich es dir, ebenfalls zu sterben.« Sie sah mich fast bedauernd an und mir wurde kalt, so grausam waren ihre Worte.
»Falls es dich tröstet, wenn ich mit dir fertig bin, werde ich deine Fehler wieder ausbügeln. Ich kümmere mich um die Miraculous, erledige diese einfältigen Geier von QUiNN und nicht zuletzt werde ich Vater retten. Vielleicht verzeiht ja wenigstens er dir, dass du ihn hast dahinsiechen lassen.« Sie winkte mir gelassen zu und verschwand in in der Seitenstraße. »Au revoir, alter Mann.«
DU LIEST GERADE
Miraculous 3.2 - Auphelia
FanfictionDrama, Baby, Drama. Hawkmoth ist besiegt, Paris ist sicher. Doch während Adrien und Marinette in China daran arbeiten, QUiNN zu zerschlagen, hat ein gewisser Rotschopf in Paris Langeweile. Das ändert sich jedoch schlagartig, als die Schule wieder an...
