Nataniël
»Ich nehme nicht an, dass du deine Meinung geändert hast.«, sagte Auphelia langsam und setzte sich entspannt aufs Lehrerpult. »Aber ich würde mich gerne überraschen lassen.«
»Weißt du, ich bin eigentlich mehr der Diplomatie-Wird-Überbewertet-Typ, also warum hörst du nicht auf mit dem Geplänkel und wir kommen gleich zum dramatischen Kampf auf Leben und Tod?«
Sie kicherte und zog sich die Kapuze über.
»So gerne ich auch weiter Zeit mit dir verbringen würde, eine Majestät zieht niemals selbst in die Schlacht. Aber meine Soldaten sind auch nicht ohne! Du und Solin, ihr kennt euch schon, nicht wahr?«
Mit einem Donnern brach der Löwe durch die Wand, ich konnte den Trümmern nur knapp ausweichen. Anscheinend hatte er sich wieder von Queen Bee's Attacke erholt, denn er ging sofort zum Angriff über: mit Klauen und Zähnen ging er auf mich los, innerhalb von Sekunden war das Klassenzimmer völlig verwüstet. Ich rollte mich ab und rannte mit einem kurzen Blick zum Pult nach draußen. Auphelia war selbstverständlich bereits verschwunden, Solin dagegen folgte mir wie ein Schatten. Ein großer, fauchender Schatten, dessen Mähne unheilvoll zu Glühen begann, kaum, dass wir den Hof erreicht hatten. Gehetzt warf ich mich zur Seite, Solins Lichtblitz verfehlte mich nur um Haaresbreite. Dafür versengte er den Asphalt und die Wände, die verbrannte Spur zog sich bis hinauf zu den Klassenräumen. Hastig wirbelte ich herum und ließ die Peitsche knallen, sie schlang sich zischend um Solins Hals. Doch wie schon die vorigen Male riss er sich ohne Schwierigkeiten los. Verdammt, so wurde das nichts! Ich würde wohl oder übel auf Bee warten müssen, alleine schaffte ich das nicht. Falls sie überhaupt zurückkam. Luna's Worte kamen mir in den Sinn. Was, wenn Bee wirklich mit Auphelia zusammenarbeitete? Wenn das gestern alles Show gewesen war? Entschlossen schüttelte ich den Kopf und konzentrierte mich auf Solin. Um Bee würde ich mich später kümmern. Der Löwe duckte sich und sprang auf mich zu, was ich nutzte, um unter ihm hindurch zu schnellen und mich aufs Dach zu ziehen. Hinter einem Schornstein ging ich in Deckung und sah zu, wie Solin sich verwirrt umsah und dann in die andere Richtung davonlief, auf der Suche nach mir. »Puh!«, sagte ich und atmete auf, kurz bevor mir jemand auf die Schulter tippte. Erschrocken fuhr ich herum, in Erwartung, Auphelia zu sehen, doch stattdessen lächelte mich Queen Bee an. »Tja, willkommen in meiner Welt, Mr Ich-schleiche-mich-von hinten-an-und-erschrecke-dich-zu-Tode.«
Ich verspürte den Impuls, zu lachen, riss mich aber gerade noch rechtzeitig zusammen und baute mich vor ihr auf.
»Lass den Unsinn! Was sollte das vorhin? Du bist einfach losgestürmt, ohne etwas zu sagen! Verdammt, du hast Auphelia genau in die Hände gespielt!«
Sie sah zu Boden und biss sich auf die Unterlippe.
»Ich weiß und es tut mir leid, aber ich musste Sa-«
»Kein Aber! Wie soll ich dir vertrauen, wenn du alleine abhaust?«
»Ich wollte doch nur helfen! Und ich muss dich ja wohl nicht um Erlaubnis fragen, wenn ich jemanden retten will!«
»Wenn du das überhaupt wolltest!«
Ich klappte schnell den Mund zu, aber Bee legte verwirrt den Kopf schief und enttäuschte meine Hoffnung, sie könnte das Letzte überhört haben.
»Wie meinst du das?«
Ich straffte mich. Ich hatte es angesprochen, jetzt musste ich auch weiterreden.
»Ich finde es nur merkwürdig, dass du schon öfter zu Gunsten unseres Feinds gehandelt hast. Du lässt Solin laufen, du nimmst mutwillig die Zerstörung der Pyramide in Kauf, gerade eben wolltest du Auphelia dein Miraculous überlassen...«
Wütend verschränkte Bee die Arme.
»Willst du damit sagen, ich arbeite mit ihr zusammen? Dieses herrschsüchtige Miststück wollte gerade Sabrina umbringen!«
»Ich meine doch nur, dass-«
Ein Krachen unterbrach mich, offenbar hatte Solin es aufgegeben, nach uns zu suchen, und terrorisierte jetzt Paris. Bee richtete sich ohne ein weiteres Wort auf und wandte sich von mir ab, ein Anflug von schlechtem Gewissen machte sich in mir breit. War ich zu voreilig gewesen? Immerhin hatte Bee gestern wirklich alles gegeben, und sie war neu! Ich sollte nicht von ihr erwarten, sofort perfekt zu sein.
»Ich beweise es dir.«, murmelte Bee und ich sah überrascht auf. Sie hatte den Blick entschlossen auf Solins Leuchten in der Ferne gerichtet, mit festem Griff umklammerten ihre Hände das Zepter.
»Ich beweise dir, dass ich auf deiner Seite bin. Diesmal mache ich es richtig.«
Flüchtig sah sie mich an und ich konnte sehen, dass ihr mein Misstrauen offenbar wirklich wehgetan hatte. Hastig sah sie wieder weg und auch ich senkte den Blick, dann hob sie ihr Zepter und rief die Drohnen.
»Ich kann nicht von dir verlangen, dass du mir trotz deiner Zweifel vertraust«, sagte sie leise.
»Aber vertraue darauf, dass ich alles geben werde, um meine Freunde zu beschützen.«
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Hach, ist Luna nicht eine manipulative kleine Schlange? So eine brave Bösewichtin, fein, fein! Ganz nach dem Motto Teile und Herrsche.
Erneut weise ich auf das geplante Special hin, dann bin ich auch schon wieder weg. Bis dann!
Eure Geeeny
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Miraculous 3.2 - Auphelia
FanfictionDrama, Baby, Drama. Hawkmoth ist besiegt, Paris ist sicher. Doch während Adrien und Marinette in China daran arbeiten, QUiNN zu zerschlagen, hat ein gewisser Rotschopf in Paris Langeweile. Das ändert sich jedoch schlagartig, als die Schule wieder an...
