Kapitel 10 - Ein Gespräch mit dem Hüter

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Chloé

»Ich hoffe mal, wir sind hier richtig, Pollen.«, murmelte ich und zupfte meine Haare zurecht. Nicht, dass sie jemals schlecht aussahen! Sobald ich mich verwandelt hatte, war ich diesem seltsamen Ruf in meinem Innern gefolgt und vor der Tür eines Mehrfamilienhauses gelandet, wo ich mich versteckt und zurückverwandelt hatte. Die Gegend hier war voll von diesen Häusern, mir war es ein Rätsel, wie jemand in einer dieser winzigen Wohnungen leben konnte. Ich bekam ja allein beim Anblick Platzangst. Pollen sauste sofort hinein und die Treppe hoch, hastig folgte ich ihr. »Verdammt, warte doch mal!«, rief ich dem gestreiften Geschoss hinterher und rannte die Stufen hinauf.
»Nicht so unsportlich! Auf, auf!«
Keuchend erreichte ich mein Kwami, das mich abfällig musterte. »Du solltest dich mehr bewegen, Süße.«
»Du hast leicht reden, du kannst immerhin fliegen! Vorlaute Kuh...« Missmutig klopfte ich an die Tür und wartete, bis mir geöffnet wurde. Meister Fu nickte mir zu, als wäre es das Natürlichste der Welt, ein mit einer übergroßen Biene streitendes Mädchen hineinzubitten. »Mademoiselle Bourgeois, schön, dass Sie es noch rechtzeitig geschafft haben. Ich nehme an, wir haben nicht viel Zeit?«
Ich nickte unschlüssig und trat ein, während Pollen sich beleidigt auf ein staubiges altes Grammophon setzte.
»Äh... ja.«, sagte ich unsicher und sah mich in der Wohnung um. Als Hüter hätte ich von Fu eigentlich mehr Stil erwartet, aber wahrscheinlich lebte er im Zölibat oder sonst was spirituelles. »Ich wusste übrigens, dass sie was mit Ladybug zu tun haben, nur, um das festzuhalten!«, platzte es mir heraus. »Also, ich habe es vermutet.«
Er runzelte die Stirn und schloss die Tür wieder.
»Aha?«
Ich biss mir auf die Unterlippe. Meister Fu's Gesicht sah todernst aus und ich alberte hier rum? War ich noch ganz dicht?!
Fu ließ sich auf einem dieser asiatisch aussehenden Sitzkissen nieder und forderte mich mit einer Handbewegung dazu auf, ihm gegenüber Platz zu nehmen.
»Sicher, weißt du, weshalb ich dich hierher gerufen habe.«, sagte der alte Mann und ich schluckte. Doch nicht etwa, um mir Pollen wegzunehmen?! Meine Gedanken rasten. Das wäre das logischste! Und ich konnte es ihm nicht mal verdenken. Ich hatte das Miraculous zufällig gefunden, niemand hatte mich dafür vorgesehen. Dann hatte ich es nicht hinbekommen, Solin zu versiegeln, was die Medien und Bürger von Paris von meiner Unfähigkeit überzeugt hatte. Und gerade eben hatte Fu mitbekommen, wie ich mich mit Pollen gezankt hatte. Je länger ich darüber nachdachte, desto sicherer würde ich, dass Meister Fu mir die Haarspange wieder wegnehmen wollte!
»Nun, Chloé, ich-«
»Bitte nicht! Wirklich, ich könnte es verstehen, aber bitte geben Sie mir noch eine Chance!«
Meister Fu zog überrascht die Augenbrauen hoch.
»Wie bitte?«
Nervös zappelte ich auf meinem Kissen herum.
»Hören Sie, ich weiß, dass ich nicht besonders freundlich zu den Meisten bin, aber ich arbeite daran! Und ich bin mir sicher, dass ich das mit dem Doppelleben hinkriege! Bitte nehmen Sie mir Pollen nicht weg! Ich... Ich mag sie.«
Mein Kwami schoss in die Höhe.
»Ha! Wusste ich's doch.« Sie lächelte. »Du bist auch ganz in Ordnung, Süße.«
Das würde mir wohl noch ewig in den Ohren hängen, aber ich durfte jetzt keinen Rückzieher machen. Flehend sah ich den Hüter an.
»Sie müssen mir glauben, ich habe das Zeug, um Queen Bee zu sein! Ich... Ich muss nur erst richtig warm werden.«
Fu sah eine Weile zwischen mir und Pollen hin und her, dann lächelte er.
»Es dürfte dich wohl beruhigen, dass ich nie vorhatte, das Miraculous wieder an mich zu nehmen. Ganz im Gegenteil.«
»Oh.«, sagte ich langsam. »Wirklich?! Heißt das, ich habe hier umsonst 'ne Szene gemacht?«
»Ja.«
»Na großartig.«, motzte ich, aber in Wahrheit war ich ungeheuer erleichtert. Für einen kurzen Moment erlaubte ich mir, aufzuatmen.
Alles war gut.
Ich durfte Queen Bee bleiben.
Dann riss ich mich zusammen und strich meine Haare zurück.
»Also, warum bin ich dann hier? Meine Zeit ist kostbar!«
Ein kleines, wiesengrünes Wesen huschte hinter Fu hervor und setzte sich auf seine Schulter. Das musste dem Panzer nach das Schildkrötenkwami sein. »Wir wollen dich in das Thema Superhelden einführen!«, sagte es mit piepsiger Stimme und Fu nickte. »Du bist immerhin zufällig in die Sache hineingeraten, und wir müssen sichergehen, dass du alles richtig machst. Regel Nummer 1: Niemand darf wissen, wer du in Wahrheit bist, verstanden?«
Ich nickte hastig und er fuhr fort.
»Regel Nummer 2: Nimm das Miraculous niemals ab. Auphelia könnte stets in der Nähe sein, und du darfst dein Miraculous niemals aus den Augen lassen, verstanden?«
Wieder nickte ich.
»Gut. Regel Nummer 3: Deine Superkraft wird nur im absoluten Notfall eingesetzt! Benutze sie nie leichtfertig oder aus egoistischen Gründen, bei deinem Ambrosia ist das besonders verhängnisvoll.«
Fragend legte ich den Kopf schief.
»Inwiefern? Bekomme ich Pickel?!«
»Das ist kein Spaß, junge Dame. Sagen wir es mal so... Ambrosia steht für die Heilenden Kräfte des Honigs, aber auch für die aufopferungsvolle Pflicht einer Königin. Du erhältst ein unglaubliches Geschenk, aber du musst einen Preis zahlen.«
Mir wurde ganz mulmig zumute. Was denn für einen Preis? Mein Blick fiel auf die Uhr und ich sprang entgeistert auf. »Himmel, der Unterricht fängt gleich wieder an!«
»Immer mit der Ruhe, das hier ist außerordentlich wichti-«
»Schon klar, Preis zahlen und so weiter! Ich bring mein Bargeld mit, aber jetzt muss ich los! Bis dann!«

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Diesmal nur ein kurzes Kapitel, dafür aber eine Frage: Was soll ich machen?!
Mein erstes Buch nähert sich den 1000 Lesern, und ich freue mir eine ganze Keksfabrik darüber! Als Dankeschön für alle, die so tapfer weitergelesen haben, würde ich gerne ein kleines Special machen, aber ich habe keine richtige Idee. Was hättet ihr denn gerne?

a) Die Charaktere aus Miraculous beantworten Fragen, die ihr mir vorher per Privatnachricht zu schickt (eventuell auch kleine Spoiler😉). Ihr könnt absolut alles bezüglich Miraculous fragen, ihr dürft sogar wählen, wer euch die Frage beantwortet. Schreibt mich einfach an und nennt den Namen eures Wunsch-Beantworters, dann erledige ich den Rest und ihr und eure Fragen werdet im Special erwähnt, bzw. Beantwortet.

b) Ihr nennt mir eure Idee für einen Akuma und ich zeichne ihn. Ebenfalls per Privatnachricht, gebt mir so viele Infos wie möglich. Auch gerne eine kleine Hintergrund-Geschichte, damit ich die Persönlichkeit des Akuma-Opfers ins Bild integrieren kann. Die drei besten Ideen gewinnen und die betreffenden Personen werden selbstverständlich erwähnt.

Schlagt gerne auch etwas anderes vor, ich bin für alles offen. Ich freue mich schon!

Eure Geeeny

Miraculous 3.2 - AupheliaGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt