Heute.

28 3 0
                                        


Es gibt Tage, an denen mir die Welt zu viel von sich gibt. Ich sehe alles und spüre alles, aber ich lebe nicht. Sie verschlingt mich und meinen Körper.

In der Tiefe dieser Tage erkenne ich ihn nicht wieder. Auf meiner Haut sammeln sich die Geschichten, über die ich nicht spreche. Narben und Blutergüsse, so blau wie der Ozean.

Das Meer ist schön; das habe ich als Kind schon gedacht.

Schön zum Anschauen.

Schön, wenn ich es mit den Fußspitzen berühren kann.

Aber dann kommt schlagartig eine große Welle auf mich zu.
Ich kann nicht rennen; ich darf nicht rennen.
Das Wasser legt sich wie ein schwerer Wollmantel um meine Haut, über meinen Kopf, meinen Mund, lässt mich sprachlos zurück.
Selbst mein Schatten ertrinkt mit mir. Als wäre ich nie dagewesen.

Keine Stimme. Keine Spur. Stille.

Und meine Sicherheit verliert mit jedem Mal an Bedeutung, an dem sie mir den nächsten Fußtritt verpasst, den nächsten winzigen Kratzer, dessen Blut für niemanden Bedeutung zu haben scheint und mich dennoch völlig verunstaltet.
Kein Zuhause und kein Entkommen. Entfremdet.

Wann gehöre ich mir und nicht mehr dem Meer ?

Thoughts. Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt