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"Jetzt krieg dich doch mal wieder ein!"

, Mein Bruder ist gestorben...
Und du sagst ich soll mich wieder einkriegen, innere Stimme?!

Ich würde gerade nichts lieber tun, als einfach zu Sterben.

Was mach ich jetzt?

Ich kann nirgends hin.
Ich habe niemanden.

Ich hatte nur Aiden...

Meinen Lebensretter.
Meinen besten Freund.
Mein ein und alles.

Meinen einzigen Bruder..

Und jetzt ist er einfach weg.
Wie so ein Puzzleteil, das direkt aus dem Bild genommen wird.

Jetzt musste ich mich an das Leben unter der Brücke gewöhnen oder was?

Ich vergrub mein Gesicht in Samu's Shirt und wollte auch in dem Moment nichts anderes tun.

Ich wollte nur weinen.

Und trauern.

Innerhalb eines Tages wurde mein Leben in viele einzelne Puzzleteile zerlegt.

Und es wird nie wieder zusammengesetzt werden können.

Nie wieder.

Lautes Schluchzen...
Tränen, die meine Wange hinunter kullerten.

Und zwei starke Arme, die mich fest hielten.

"Sh, Sh, Sh..."

"Er... er ist gestorben... wegen mir!"
Du darfst dir nicht die Schuld geben Darling.."

,versuchte Samu mich zu beruhigen. Seine Stimme war so voller Mitleid und es fühlte sich gut an, ihn bei mir zu haben.

"Frau Schwarz, sie müssen sich demnächst ausruhen und beruhigen bitte. Wir müssen einige Tests durchführen um zu kontrollieren, wann sie das Krankenhaus wieder verlassen dürfen."

Mit diesen Worten verschwindete der Arzt aus dem Zimmer und schlug die die Tür hinter sich zu.

Die Hand meines Lieblingssängers streichte mir einmal über meine braunen Haare, ich spürte seinen Atem, der über meine Kopfhaut striff.

Ich heulte, eher Schrie meine ganze Verzweiflung in sein Shirt.

"Ich bin da, dir kann nichts passieren Angel.."

,Seine Stimme, die etwas zitterte, als er begann zu sprechen, lies einen Hauch von Erleichterung in mir aufsteigen.

Seine wärme lässt mich etwas Schutz verspüren...

Ich konnte meine Tränen etwas zurück halten, was mir trotzdem sehr schwer fiel...

Ich blickte für einen kurzen Moment auf und sah in zwei wunderschöne blaue Augen, die auch etwas Glasig zu sein schienen..

Er weinte auch?

Oder zumindest fast?

Aber warum?
Ich dachte, er kennt - ehm verzeihung - kannte Aiden nicht so gut..?

Meine Gedanken waren zerstreut, meine Augen rötlich. Ich wusste nicht, wie ich mich sortieren sollte.

In meinen Gedanken kreisen fragen, Sorgen... alles mögliche.

"Darling... wo gehst du jetzt eigentlich hin?"

, ich brachte aus meinem Mund nur ein leises "Keine Ahnung" herraus.

Jeder Wimpernschlag der Welt wäre lauter gewesen.

Samu stand auf, ich glitt aus seinen Armen.

Ich hatte das Bedürfnis, ihn am liebsten wieder zurück an die Stelle zu ziehen wo er gerade saß, aber mein Inneres Wissen hielt mich davon ab.

"Ich bin gleich zurück.."

Die Kälte kam wieder, die ich, bevor er durch die Tür in mein Zimmer stürmte, um mich herrum verspürte.
Das Krankenzimmer wurde in eine Dunkle Hülle getaucht.

Er verließ mein Bett, und zog die Tür hinter sich zu. Ein kalter Luftzug durchfuhr den Raum.

Was? Warum musste er jetzt denn gehen?

Klar, es waren nur einige Schritte aus diesem Zimmer, Jedoch fühlte es sich nach Kilometern an.

Schneeweiß im Gesicht, mit leeren, dunklen Augen saß ich also auf meinem Bett.

Ohne jeglichen Gedanken, was ich nun mit meinem Leben machen könnte...

Stille durchdrang den Raum,
Ich konnte meinen eigenen Atem hören.
Das ein oder andere Schluchzen entfuhr mir zwar, aber mehr auch nicht. Fünfzehn Minuten ging das so...

Ich erschrack, als die Tür plötzlich aufgerissen wurde.

"Ich bin wieder da, Angel... und ich weiß jetzt, wo du hinkommst."

, ein Grinsen schmückte sein Gesicht.
Zögerlich fragte Ich, wo ich also unternommen konnte. Sein Lächeln wurde breiter.

"Du musst noch zwei Tage hier bleiben, zur Beobachtung und für die Tests .. aber danach nimm ich dich mit zu mir... ich hoffe, Finnland ist nicht so schlimm für dich..?"

, mit großen Augen und wirren Blick saß ich da, während Samu mich süß anlächelt und meine Hand nahm, um sie auf seinen Schoß zu legen.

Ich?
Was soll ich denn schon in Finnland?

"Lifesaver." || Samu Haber FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt