Kapitel 11

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Ein weiterer Tag verging, dieses Mal mit weniger Farmarbeit, doch mehr Zeit, um Paddys Leseschwächen zu eliminieren.
Sie saßen gemeinsam seit dem Mittagessen auf seinem Bett und übten gemeinsam.

"Du kannst das mittlerweile schon ziemlich gut", lobte ihn Madison.
Paddy, der seit anfang an schon versuchte ihr beim Lernen ein Stück näher zu kommen ließ sich nun ein Stück nach hinten sinken, so dass er gegen der Wand lag: "Hab' ja auch ne nette Lehrerin", erwähnte er lässig.
Madison lächelte etwas verlegen auf den Boden, doch Paddy nahm das Buch aus ihren Händen, schloss es und legte es auf den Boden.
"Sieh' mich an, Madison", forderte er ihr auf und nahm ihre Hände, die schon ziemlich gut verheilt waren.
Madison blickte ihn an und ihre Gesichter waren einige Zentimeter voneinander entfernt.
"Du bist intelligent, wunderschön und ich denke an dich seit dem Zeitpunkt, wo du hier gelandet bist", gestand er, während er etwas mit ihren Fingern spielte.
"Du bist echt was besonderes", sagte er nun sanft und lächelte sie dabei an. Er strich mit seiner Hand über ihren Arm und streichelte sie an der Wange, drückte ihren Kopf dann etwas näher zu sich. Er spürte, dass sie schneller zu atmen beginn und fühlte auch die Hitze in ihr Gesicht aufsteigen.
"Du bist wie außerirdisch…", flüsterte er und drückte seine Lippen auf ihre.

Einen Moment lang war es still, dann drückte Paddy sich weiter an sie und hielt ihren Kopf mit seinen beiden Händen. Eine Hand strich herunter über ihren Rücken und erkundete dann ihre Hüfte, wanderte langsam über ihren Bauch und stoppte, als er die Erhebung ihrer Brust spürte, als er nach oben wanderte, woraufhin Madison ihn von sich wegdrückte und ihn verwirrt ansah.
"Es tut mir leid, Madison", sagte er rasch, "bitte ich meinte das nicht so."
"Es ist alles okay…", kam es leise von ihr, "…glaube ich."
Nichtsdestotrotz stand Madison auf und ging auf die Tür zu.
Paddy stand ebenfalls auf und sprach zu ihr, bevor sie die Tür öffnete: "Bist du sauer?"
Sie schüttelte den Kopf: "Du bist auch echt außerirdisch, Paddy", lächelte sie zurück, doch ging sie dann aus dem Zimmer. Paddy fühlte sich ein wenig leer, doch er war zufrieden, dass sie ihn nicht komplett abwies.

"Willst du demnächst das Kochen übernehmen?", fragte Joey schmunzelnd.
Paddy übte fast den ganzen Tag und lies sich nur noch mit einem Kochbuch in der Hand blicken. Gedankenverloren blickte er in Joeys Gesicht: "Hast du etwas gesagt?"
Joey lachte leise und sah zu Madison und Barby, die gerade auf sie zu kamen und sich zu ihnen setzten.
"Das kleine Lämmchen wird echt schnell groß", erfreute sich Madison und Barby erzählte Joey davon wie wild es sich herumbewegte.
"Sag' mal, willst du mir das Lesen und Schreiben auch so beibringen wie dem Patrick?", fragte Joey grinsend.
Madison nickte: "Aber selbstverständlich, Joey."
Paddy unterbrach sein Lesen abrupt und starrte Joey an, der sich lächelnd neben Madison setzte und eine Zeitung von vor einigen Jahren herauskramte.
"Die hier sollte es tun", sagte er zufrieden und öffnete sie weit.
Madison ging Schritt für Schritt die Buchstaben mit ihm durch, und er konnte sich tatsächlich noch an alle Laute erinnern. Auch beim Lesen machte er schnell Fortschritte, was Madison und Barby lobten.
Joey saß nahe genug bei ihr, so dass er Madison berührte und beide schienen oft Augenkontakt zu haben.
Paddy versuchte sich zu konzentrieren, doch störte es ihn, dass er eine gewisse Eifersucht spürte, wo doch nur sein Bruder sie bat, auch ihm beim Lesen und Schreiben zu helfen. Für ihn sah es aber danach aus, als würden sie sich fast umarmen wollen und am liebsten hätte er sich zwischen ihnen geworfen.
Genervt klappte er sein Buch zu und legte es zurück in einen Schrank, der unmittelbar in der Nähe von Joey war.
Madison schaute ihm kurz hinterher und unterbrach ihr Gespräch mit Joey, der Paddy auch hinterher sah und eine Augenbraue hochzog.

"Paddy, magst du uns mit dem Abendbrot helfen?", fragte Patricia ihn, die das Brot schnitt.
"Ich habe keinen Hunger", entgegnete er ihr stur und ging in Kathys leeres Zimmer.
Er legte sich auf das große Bett und drehte sich von der Tür weg.
'Sie lügt', ging es ihm durch den Kopf. 'Sie lügt. Sie lügt… sie macht mir nur etwas vor.'
Er dachte daran nach, wie sorgsam und liebevoll sie mit ihm und seinen Schwächen umgegangen ist und wie sie das gleiche tat mit Joey.
Er war wütend auf seinen Bruder, doch noch wütender war er auf sie.

"Ich liebe dich", flüsterte sie ihm leise ins Ohr und streichelte seine Wangen, als sie ihm einen sanften Kuss auf die Wange gab.
Der Mann tat es ihr gleich, Paddy konnte das Antlitz des Mannes jedoch nicht erkennen. Er sah nur wie Madison einen anderen Mann küsste und fühlte das Blut in sich kochen. Sofort rannte er auf den Mann zu und drehte ihn um, doch als er seinen Bruder Joey sah, fiel er aus allen Socken. Er schubste ihn von Madison weg und zog sie mit sich, welche sofort anfing sich zu wehren. Doch plötzlich war Madison nicht mehr bei ihm, er hielt auf einmal keine Person mehr, sie war wie vom Erdboden verschluckt. Madison stand vorne mit einem anderen Mann und umarmte ihn feste, sie weinte, denn er hörte ihr Schluchzen.
"Joey!", schrie Paddy wütend und riss den Mann erneut zu Boden. Doch nun sah er Jimmy, als er zu Madison hoch sah, kam John auf sie zu und zog sie beschützend zu sich.
Paddy brach in Panik aus und fühlte die Schweißtropfen auf seiner Stirn. Weitere Versuche sich Madison zu nähern scheiterten, denn sie und die anderen Männer, welche nun unzählig viele wurden waren in weiter Ferne und er rannte und rannte, doch sie entfernten sich immer weiter.
"Stop…", kam es verzweifelt von ihm.
"Stop… stop…stop…".

Er öffnete seine Augen, da ihm eine Kälte aus den Schlaf riss.
Es war stockdunkel und er war in Kathys Zimmer eingeschlafen, doch fühlte er eine kühle Hand auf seiner Stirn. Er saß sich aufrecht hin, um die Person zu sehen. Sie war es.
"Du hattest einen Alptraum, oder?", fragte Madison leise und zog ihre Hand langsam zurück. Paddy erwiderte kein Wort, noch sah er sie an.
Stille herrschte zwischen ihnen, doch das Mädchen deutete auf einen Teller am Nachttisch.
"Hab' ich dir gebracht… weil du nicht mitgegessen hast." Sie stand auf und ging vorsichtig von dem Bett weg.
"Bringst du Joey auch sein Essen?", fragte er wütend in den Raum.
"Was?", fragte sie leise. Sie blieb stehen und drehte sich um. Sie erkannte nur ganz leise Umrisse von Paddy, nahm ihn aber ganz deutlich durch seine laute Stimme wahr. Sie zog die Vorhänge von den Fenstern hoch und ließ das Mondlicht in den Raum fallen, um in sein Gesicht blicken zu können.
"Joey hat aber mitgegessen…", sagte sie dieses Mal noch verwirrter.
"Oder John? Jimmy? Oder einem anderen Jungen? Machst du mit jedem ein Spielchen?"
Madison sah ihn verdutzt an und blieb auf der Stelle stehen, erhob ebenfalls ihre Stimme und blickte ihn danach ernst an: "Du denkst ich spiele? Du bist verrückt. Nur weil ich deinem Bruder geholfen habe?"
Paddy war ein wenig überrascht, dass sie so schnell durchschaut hatte, warum er diese Eifersucht entwickelte.
"Nein, ich spiele nicht. Ich habe besseres zu tun, als mich in irgendwelche Geschichten zu verwickeln. Ich muss bald wieder zurück in die Stadt reisen, weil meine Eltern ermordet wurden. Unser Haus wurde überrannt und unsere Sachen geklaut. Und du denkst, ich spiele mit ein paar Jungs?", sagte sie sichtlich provoziert, was Paddy wie ein Dolch ins Herz traf. Er verspürte sofort Reue.
"Madison, versteh' doch…", fing er an, doch Madison unterbrach ihn: "Außerdem wurde ich schon vor einem Monat einem anderen versprochen…"
Diesen Satz sagte sie so leise, dass selbst Paddy es schwerfiel ihr zuzuhören.
Er ging auf sie zu und hob ihr Kinn, sodass sie sich in die Augen sahen.
"Einem… anderen? Du bist verheiratet?", fragte er traurig.
"Ich bin verlobt."
Paddy senkte seinen Kopf und lies sie los. Er wandte sich von ihr ab und drehte ihr den Rücken zu.
"Ich möchte das selbst nicht, Paddy", wimmerte sie, "meine Gefühle für ihn sind nichts wert."
"Ich möchte auch nicht, dass du ihn heiratest", antwortete Paddy ihr leise.
Schon wieder spürte er, wie ihm die Eifersucht zu Kopf stieg und er drehte sich um und drückte Madison gegen die Wand.
"Ich möchte auf keinen Fall, dass du jemanden heiratest", flüsterte er, "ich möchte dich im Auge behalten."
Er küsste ihren Nacken und hielt ihr Gesicht mit seiner Hand. Dann drehte er ihren Kopf zu ihm um, auch wenn er einen kleinen Widerstand ihrerseits spürte.
Er machte weiter und küsste sie nun auf den Mund, öffnete seinen und drückte sie fester an die Wand. Er nahm ihre Hände und drückte diese ebenfalls an die Wand.
Langsam ließ er den Kuss fallen, und sah ihr ins Gesicht, welches ihn verwirrt ansah.
"Heirate ihn nicht… das darfst du nicht, Madison", flüsterte er erneut.
Sie wusste, dass er Recht hatte und sie erhoffte sich einfach ihren Verlobten nie wieder sehen zu müssen. Sie ließ sich auf viele weitere Küsse in dieser Nacht mit Paddy ein…

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⏰ Letzte Aktualisierung: Apr 04, 2018 ⏰

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Fell In Love With An Alien (Paddy Kelly Fanfiction)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt