Die restliche Woche schaffte Draco es weitgehend, Hermine von ihren Grübeleien abzuhalten. Er hatte noch am Montagabend, als sie bereits schlief, je eine Eule zu Andromeda und Daphne geschickt, damit diese unter der Woche mal auf einen spontanen Besuch vorbeikommen würden, während er selbst arbeiten musste. Mit dem Wissen, dass Hermine nicht oft alleine war, konnte er jedenfalls wesentlich entspannter ins Labor gehen.
Die Tage bis zum Wochenende vergingen recht schnell und am Samstagnachmittag stand Draco seelenruhig im Bad vor dem Spiegel und strich zum gefühlt tausendsten Mal eine Haarsträhne von rechts nach links. Er ging jede Wette ein, dass seine Freundin bereits ungeduldig im Flur stand und ständig auf ihre Armbanduhr schaute.
„Mensch, Draco, was brauchst du denn schon wieder so lange?", war Hermines Stimme von unten zu hören.
Draco konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, aber um sie nicht noch mehr zu reizen, strich Draco sich ein letztes Mal die Haare zur Seite, bevor er die Stufen zu ihr hinunter ging und ihr einen kurzen Kuss auf die Wange drückte.
„Bin ja schon da. Ich musste noch meine Haare richten."
„Du brauchst eine halbe Stunde für deine Haare und dann ist das dabei rausgekommen?", neckte Hermine ihn und machte Anstalten, ihm mit der Hand über den Kopf zu streichen, aber Draco duckte sich rechtzeitig weg.
„Hey, nicht anfassen, sonst ruinierst du alles wieder. Außerdem hast du vor dem Essen im Manor noch länger gebraucht als ich heute", schmollte er.
„Das war eine Ausnahme, immerhin bin ich ja nicht alle Tage bei deinen Eltern zum Essen eingeladen. Im Normalfall bist du es, der ewig im Bad braucht."
„Übertreib mal nicht", erwiderte Draco und schaute auf seine Uhr. „Komm, wir müssen los, wir sind spät dran."
„An wem das wohl liegt?", murmelte Hermine und knuffte ihrem Freund leicht in die Seite, bevor sie gemeinsam nach Hampshire apparierten, wo Theo und Astoria im Haus seines Vaters lebten.
Im Gegensatz zu Lucius Malfoy, hatte Theos Vater nicht so viel Glück und wurde zu zehn Jahren Askaban verurteilt. Das lag zum großen Teil auch daran, dass er, im Gegensatz zu den Malfoys, in der Schlacht um Hogwarts gekämpft hatte.
Gleichzeitig war der ganze Besitz an seinen Sohn übergegangen, der aufgrund seiner Volljährigkeit sein Erbe verfrüht hatte antreten können.
Das Anwesen der Notts war bei weitem nicht so groß wie das Herrenhaus der Malfoys, es war eher ein kleines Landhaus und dennoch war an jeder Ecke zu sehen, dass sie einigermaßen wohlhabend waren. Hermine war zum ersten Mal zu Besuch bei Theo und während sie langsam über den kiesbedeckten Weg zum Haus ging, beobachtete Draco, wie sie neugierig alle Eindrücke in sich aufsaugte und dabei leicht verträumt lächelte.
„Der Anblick scheint dir zu gefallen", sagte er. „Worüber denkst du gerade nach?"
„Wieso glaubst du, dass ich über irgendetwas nachdenke?", fragte Hermine leicht irritiert.
„Dein Lächeln. Das hast du meistens, wenn du vor dich hinträumst", erwiderte Draco und zog eine Augenbraue nach oben. „Also?"
Hermine lachte nur leise vor sich hin, ehe sie ihn wieder ansah. „Du wirst mich für verrückt halten."
„Das tue ich sowieso schon."
„Hey!", rief Hermine aus und sah ihn gespielt böse an.
„Jetzt erzähl schon", bat Draco sie, während er weiter vor sich hin grinste.
„Na gut. Aber du darfst nicht lachen", beschwor sie ihn, woraufhin Draco nur leicht nickte. „Ich hab gerade an ‚Stolz und Vorurteil' gedacht. Das Haus erinnert mich irgendwie an die alten Herrenhäuser. Und du hast mich versprochen, dass du nicht lachst", fuhr sie Draco an, der sich Mühe gab, keine Miene zu verziehen. Seine Freundin hatte manchmal wirklich eine lebhafte Fantasie. Aber er spielte gerne mit.
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Heimatgefühle
FanfictionFünf Jahre ist es nun her, seit Hermine und Draco England verlassen haben. Doch die Rückkehr in ihre Heimat steht unter keinem guten Stern, denn während Draco sich vor einer Begegnung mit seinem Vater scheut, trifft Hermine auf ihre ehemaligen beste...
