Als Draco am frühen Abend nach Hause kam, war er sehr überrascht, Tonks und Teddy zu sehen. Während der Junge es sich auf dem Wohnzimmerteppich bequem gemacht hatte und mit seinen Spielzeugautos ein Wettrennen quer durch das Wohnzimmer veranstaltete, saßen die beiden Frauen schwatzend auf dem Sofa und tranken Tee.
„Hallo die Damen", sagte Draco zum Sofa gewandt, als er das Wohnzimmer betrat.
Teddy sprang sofort auf und stürzte sich auf ihn, sodass Draco Mühe hatte, seine Balance zu halten und nicht auf der Stelle umzukippen. Das musste ziemlich lustig ausgesehen haben, da seine Cousine nichts Besseres zu tun hatte als ihn offen auszulachen. Hermine beließ es bei einem schadenfrohen aber sehr kurzen Grinsen.
„Ja, ich freu mich auch dich zu sehen, allerliebste Cousine", sagte er und schob auf seinem Weg zu den beiden Frauen, den Sechsjährigen vor sich her.
„Das sah sehr gut aus, Kleiner. Vielleicht solltest du dich fürs Ballett bewerben", lachte Tonks und umarmte ihn.
Draco antwortete nichts darauf, denn gegen seine Cousine konnte er dabei nur verlieren. Sie war einfach schlagfertiger als er. Er beugte sich kurz zu Hermine, um ihr einen flüchtigen Kuss zu geben, bevor er sich wieder Tonks zuwandte.
„Was macht ihr eigentlich hier? Ich dachte, ihr wolltet euch heute bei Tante Romy treffen", sagte er und sein fragender Blick wanderte zu Hermine, die ihn jedoch nicht zu bemerken schien.
Es war jedoch Teddy, der antwortete. „Wir haben Omas Kuchen gegessen. Aber vorher musste ich noch Rechnen und das war sooo langweilig", maulte er, was den Erwachsenen ein breites Grinsen entlockte. „Und danach hat Oma endlich erlaubt, dass wir Kuchen essen, aber dann ist Tante Cissy krank geworden und dann musste Oma sich um sie kümmern", plapperte der Junge.
Bei der Erwähnung seiner Mutter bekam Draco ein flaues Gefühl im Magen. Er sah zu Hermine, die mit übermäßigem Interesse die Blumen auf der Fensterbank musterte.
Au weia, wie es aussah, würde es noch ziemlichen Ärger geben. Draco kannte Hermine gut genug, um zu erkennen, dass sie wütend war. Das einzige, was ihn im Moment noch vor einem Wutausbruch ihrerseits rettete, war die Anwesenheit von Tonks und Teddy. Und Draco hoffte, dass die beiden noch eine ganze Weile da bleiben würden.
„Meine Mutter war da?", war das einzige, was er rausbrachte.
„Ja, das war sie", sagte Hermine und sah ihm das erste Mal an diesem Abend direkt in die Augen. Ihre Stimme klang freundlich, aber ihr Blick drückte genau das Gegenteil aus.
„Ja, und dann ist sie ganz schnell wieder gegangen", plauderte Teddy, der von der angespannten Stimmung des Paares nichts mitbekam. „Sie hat nicht mal Omas Kuchen aufgegessen, dabei war der so lecker, oder Hermine?"
Hermine reagierte nicht sofort auf die Frage, da sie noch immer ihren Freund fixierte. Sobald sie den Blick von ihm abgewendet hatte, wurde der Ausdruck in ihren Augen wieder weicher.
„Ja, das war er wirklich, Teddy. Da fällt mir ein, dass Andromeda mir davon noch etwas für dich mitgegeben hat, Draco. Warte, ich hol ihn dir."
Damit stand sie schnell vom Sofa auf und eilte in die Küche, obwohl sie einfach nur ihren Zauberstab hätte benutzen müssen. In der Zwischenzeit hatte Teddy sich wieder seinen Spielzeugautos gewidmet, die nacheinander in die Luft stiegen und um ihn herumflogen.
Draco atmete tief ein und seufzte. Seine Mutter war also bei Andromeda gewesen. Aber weshalb Hermine so wütend auf ihn war, verstand er trotzdem nicht. Er selbst hatte doch nichts gemacht und was konnte er für das Benehmen seiner Mutter?
Draco schaute auf und begegnete dem mitleidigen Blick seiner Cousine. Wusste sie vielleicht etwas? Sicherlich hatten die beiden Frauen darüber gesprochen, bevor er nach Hause gekommen war.
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Heimatgefühle
Hayran KurguFünf Jahre ist es nun her, seit Hermine und Draco England verlassen haben. Doch die Rückkehr in ihre Heimat steht unter keinem guten Stern, denn während Draco sich vor einer Begegnung mit seinem Vater scheut, trifft Hermine auf ihre ehemaligen beste...
