Einweihungsparty

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Das Wohnzimmer war erfüllt von den Gesprächen und dem Gelächter ihrer Gäste. Hermine stand im Türrahmen zur Küche und beobachtete die bunte Schar aus ehemaligen Hogwartsschülern, die sich lachend und schwatzend in ihrem Haus befanden. Da standen Draco und Blaise bei Angelina und unterhielten sich wahrscheinlich über Quidditch. Jedenfalls war das Hermines Vermutung, wenn sie sich ihre wilden Gesten und die strahlenden Augen so ansah. Neben dem Kamin standen Daphne, Astoria, Fleur und Gabrielle, die mit ungläubigen Augen Luna anstarrten, die ihnen gerade vermutlich das Neueste über Schlickschlupfe oder Wildwatsche erzählte. Luna war einfach ein Original.

Grinsend und erleichtert, dass sie sich diesen Vortrag nicht anhören musste, schaute Hermine sich weiter um. George war gerade dabei, Theo vollzutexten. George war sicherlich keine leichte Gesellschaft für jemanden, der sich meist als Einzelgänger durchgeschlagen hatte, aber so wie es aussah, schienen sich die beiden besten zu verstehen.

„Der Sinn einer Einweihungsparty ist der, dass sich die Gastgeber unter ihre Gäste mischen", meinte Draco, der sich zu ihr gesellte und ihr einen Kuss auf die Wange hauchte.

„Ach was, die kommen ganz gut ohne uns klar", lachte Hermine und deutete auf die kleinen Grüppchen. „Wer hätte vor dem Krieg gedacht, dass wir alle mal zusammen eine Party feiern würden."

„Dazu hättet ihr erst einmal von euren hohen Rössern runterkommen müssen", feixte Draco.

„Wie bitte?" Hermine sah ihn fassungslos an. „Wer hat den anderen denn permanent das Leben schwer gemacht?"

„Keine Ahnung, wovon du redest." Draco zuckte grinsend mit den Schultern. „Ich erinnere mich nur noch daran, dass bei einigen ‚Handeln vor Denken' an der Tagesordnung stand."

„Pah! Das sagt der Richtige". Hermine zog spöttisch die Augenbrauen hoch, aber ihr Lächeln verriet sie. Auch nach fünf Jahren waren diese kleinen Spitzen gegen das jeweils andere Haus in Hogwarts und so manche Eigenheiten seiner Mitglieder beinahe Alltag bei ihnen.

„Sieht so aus, als würde sich nicht jeder so gut amüsieren wie wir." Draco deutete auf die hintere Ecke des Wohnzimmers, in der Bill, Tonks und Neville sich angeregt unterhielten. Nur Hannah Abbott, Nevilles Freundin, sah aus, als würde sie nicht wissen, was sie von der Veranstaltung halten sollte.

„Da ist sie nicht die einzige." Hermine schaute auf das kleine Sofa, auf dem Gregory Goyle saß und vor sich hinstarrte.

„Ich bin schon froh, dass er überhaupt hier ist." Draco seufzte. „Blaise meinte, dass er seit dem Krieg so gut wie gar nicht mehr rausgeht."

„Und sie haben trotzdem nicht aufgegeben, ihn wieder aus der Reserve zu locken?"

„Zwischenzeitlich schon. Sie hoffen, dass meine Rückkehr vielleicht etwas bewirkt, aber ich bezweifle das. Greg hat Vinces Tod nie verkraftet und die anschließende Hetzkampagne gegen Slytherins hat den Rest erledigt."

Hermines Blick verdunkelte sich. „Wenigstens können wir sicher sein, dass Rita Kimmkorn das im Nachhinein bitter bereut hat."

„Tja, wer hätte gedacht, dass diese Schreckschraube ein unregistrierter Animagus ist. Und dass ausgerechnet du diejenige bist, die sie an das Ministerium verpfeift", grinste Draco und sah Hermine von der Seite an, die wenigstens den Anstand hatte, rot zu werden.

„Ich hab sie nicht verpfiffen. Es ist mir bei einem Treffen mit Kingsley einfach so rausgerutscht", sagte sie mit scheinheiliger Miene. „Außerdem das ist nebensächlich, immerhin habe ich sie mehr als einmal davor gewarnt, so einen Müll zu schreiben."

„Ja, schon klar. Wer weiß, vielleicht ist sie ja mittlerweile Chefredakteurin der Askaban Daily."

Hermine musste bei dem Gedanken laut lachen und schüttelte den Kopf, um das Bild von Kimmkorn loszuwerden, die sich darüber aufregte, keine aufregende Story in ihrem Schmierblatt zu haben.

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