{21} Prinzessin

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Dienstag 19:30

„Das Essen war wieder so verdammt lecker." schwärmte ich, als Cole und ich den Boxclub betraten.
„Bist du dir sicher, dass du noch weiter trainieren willst? Du humpelst mit deinem rechten Bein."

„Ja alles okay bin letztens nur umgeknickt tut aber nicht mehr weh." es stimmte auch es tut nicht mehr so sehr weh, wie am Anfang.
„Okay, wenn du meinst. Ich hole jetzt meine restlichen Sachen und gehe. Bis morgen süße."

Cole umarmte mich und ging, ich machte es ihm gleich und ging in die Umkleide.
Die Maske, die gestern noch in meine Tasche geschmissen hatte, war immer noch an der selben stelle und ich hatte das Gefühl, sie würde mich auslachen.

Für alles was die letzten Tage passiert ist. Wieso passiert mir nur so etwas immer. Bei allen sieht das Leben, welches sie führen, so einfach aus.

Ich betritt wieder die Boxhalle. Es waren mal wieder nur noch ein paar Leute da und natürlich Kyle, diesen würde ich aber ignorieren, denn ich möchte nicht noch mehr Sachen, die ich bereuen würde.

Heute stand für mich Cardiotraining an, also eine totale Belastung für alles aber am meisten für meinen schmerzenden Knöchel.

Ich fing mit dem ersten Durchgang 5 Minuten Seilspringen an, danach direkt 25 Liegestützen auf Fäusten und 30 Situps, darauf folgte Schattenboxen und dann wieder holte sich wieder alles.

Pro Durchgang mehr, so fing mein Knöchel weiter an zu schmerzen.
„Hör auf sonst wird es nur noch schlimmer."
Er tönte es hinter mir, doch ich ließ mich nicht ablenken.

„Hör auf oder ich bringe dich dazu."
Denkt er wirklich ich höre auf nur weil er es sagt?
„Du hast es nicht anders gewollt."
War das letzte, was ich noch hörte, bevor ich an der Hüfte gepackte wurde und über die Schultern von Kyle geschmissen wurde.

Bin ich hier für jeden eine Lachnummer, die nicht selbst laufen kann? „Lass mich sofort runter."
Er hörte nicht auf mich und ging weiter.
„Sofort!" schrie ich und schlug auf seinen Rücken ein.

„Wie sie wünschen Prinzessin."  Kyle ließ mich unsanft auf die Bank fallen, die selbe vom letzten Mal.
„Bleib sitzen ich will mir deinen Knöchel anschauen und neu tapen." befiel er mir und ging.

So schnell gewinnst du nicht. Ich stellte mich hin, aber setzte meinen Fuß falsch auf, was mir einen unbeschreiblichen Schmerz brachte.
„Hab ich nicht gesagt, dass du sitzen bleiben sollst?" rief mir Kyle zu, als er auf mich zu kam.

Ich stöhnte und setzte mich wieder auf die Bank.
Er fing an das Tape von meinem Knöchel zu entferne, was mich immer wieder zischen ließ.

„Hab ich's mir gedacht. Du hast dich nicht auskuriert."
Ich verschränkte die Arme vor der Brust „Doch habe ich."
„Nein hast du nicht. Man sieht, dass es schlimmer geworden ist. Da an der Stelle ist es nur noch angeschwollener, als gestern."

Er machte Anstalten diese Stelle zu berühren, doch bevor er es tun konnte schlug ich seine Hand weg „Wag es nicht."
Er hob seine Arme nach Oben „Okay okay Prinzessin. Lass es mich wenigstens wieder tapen."

Während er meinen Knöchel wieder zutapte, war ich in seine Haare vertieft, sie sahen so weich aus und ich wollte meine Hände dadurch streichen lassen.

Was dachte ich gerade für einen Unsinn? Er hatte eine Freundin! „Und wie geht es deinem Freund?"
„Meinem Freund?" ich fing an zu lachen.

Ich bin wohl nicht die einzige die Unsinn redet oder denkt. „Ja wie hieß er nochmal, Cole."
Jetzt fing ich noch mehr anzulachen und bekam nur einen verwirrten Blick von ihm ab.

„Cole ist doch schwul." als die Wörter meinen Mund verließen, bereute ich sie schon, ich wusste gar nicht, wie offen Cole damit umging.

„Oh das macht jetzt alles Sinn mit Toni."
Er setzte sich neben mich auf die Bank „Du kennst Toni?" jetzt war ich, die die verwirrt war.

„Ja er kommt immer hier hin, wenn Cole einen Kampf hat, er ist echt cool drauf. Dachte halt immer nur die beiden sind gut befreundet." er kratzte sich den Nacken „Also hast du keinen Freund?"

„Ja." ich fand, dass das Thema gerade wieder eine unangenehme Stimmung anfing. „Wieso hast du mich dann nicht zurück geküsst?" Bingo! Wusste ich es doch.

„Weil wir befreundet sind und das auch so besser ist. Wir trainieren immer zusammen so etwas würde da nicht wirklich passen." ich wusste, dass das einer der dümmsten Ausreden der Welt war, doch ich wusste nicht warum ich ihn nicht zurück geküsst hatte, oder eher den Kuss beendet hatte.

„Aber du bist doch, der der jetzt eine Freundin hat. Dann ist es doch besser einfach gute Freunde zu sein?" „ Ja du hast recht."

Er stand auf und hielt mir die Hand hin „Also gute Freunde ?"  ich nahm die Hand hin und er zog mich hoch „Gute Freunde."

Ob das wohl wirklich gut gehen würde?
Durch ihn verstand ich die Welt nicht mehr jeder Tag ist ein neues Abenteuer, ob das wirklich so gut für mich ist.

Fight For MeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt