Ich stehe nach der Dusche mit einem Handtuch bekleidet in Alexanders Zimmer und jetzt bin ich derjenige, der unsicher ist. "Bleibst du noch?" fragt er plötzlich und ich zucke zusammen. Irritiert sehe ich ihn an. "Willst du das denn?" frage ich leise und er nickt. "Sonst hätte ich nicht gefragt Magnus." Woher kommt sein plötzliches Selbstbewussten?
Er geht zu seinem Kleiderschrank und kramt darin herum. Triumphierend hält er eine Boxershort, eine kurze Hose und ein Shirt hoch. Fragend sieht er mich an und ich nicke. Lächelnd wirft er es mir zu und lässt mich nicht aus den Augen, als ich das Handtuch fallen lasse.
Gerade will ich in die Boxershort steigen, als er auf einmal vor mir steht und mein Handgelenk festhält. Ich sehe zu ihm hoch und es kribbelt in meinem Bauch. "Du bist schön" stellt er fest und küsst mich zärtlich. In mir explodiert etwas und ich greife in seinen Nacken, um ihn näher an mich zu ziehen. Was ist auf einmal los mit ihm? Er benimmt sich plötzlich, als wären wir ein Paar und nicht bloß ein Lehrer und sein Schüler.
Ich schiebe die Gedanken beiseite, denn mir wird klar, dass ich ihm vollkommen verfallen bin und ich süchtig nach seiner Nähe bin.
Unsere Zungen umspielen sich und seine Hände streichen wie zuvor in der Dusche über meinen Rücken.
Als er sich von mir löst, lehnt er seine Stirn an meine und sieht mir tief in die Augen. "Bleib heute Nacht bei mir. Bitte."
Ich bekomme Angst, das ich einen Schlaganfall erlitten habe oder ich halluziniere. "Ich soll bleiben? Die ganze Nacht?" Noch immer sieht er mich an und nickt leicht. "Es sei denn, du möchtest nicht". Sein Atem auf meinen Lippen, lässt mich alles vergessen und ich höre mich selbst sagen "Ja, ich möchte gerne bleiben" Er lächelt und gibt mir einen Kuss auf die Nase.
"Komm ins Bett Darling" schnurrt er und ich fühle mich wie im siebten Himmel.
Als wir nebeneinander liegen, nimmt er meine Hand und drückt sie. "Mach ich das gut?" flüstert er und ich versuche im Dunkeln sein Gesicht zu erkennen. "Was meinst du?" frage ich überrascht und er lacht leise. " Na ob ich den liebevollen Freund gut spiele?"
Seine Worte bohren sich durch mein Herz und ich komme mit einem großen Knall wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Mir wird mit einem Schlag bewusst, das nichts echt wahr. Weder seine Worte, noch seine Zärtlichkeiten.
Mein Hals ist staubtrocken und ich würge hervor. "Ganz toll Alexander. Ich muss etwas trinken. Komme gleich wieder."
Ich springe aus dem Bett auf und verlasse den Raum, ohne seine Antwort abzuwarten.
In der dunklen Küche fasse ich mir an den Kopf. Wie habe ich nur annehmen können, das es echt ist und er Gefühle für mich hat. Nicht einmal meine Psychologiekenntnisse haben mich ihn durchschauen lassen. Ich habe einen Kloß im Hals und würde am Liebsten weglaufen.
Ich lasse etwas Wasser in ein Glas laufen und trinke einen tiefen Schluck, aber der Kloß bleibt.
Plötzlich und ohne Vorwarnung wird das Licht angeknipst und während ich blinzelnd versuche etwas zu erkennen, höre ich eine Frau schreien. "Robert, hier steht ein Fremder und er ist halbnackt."
Ein Mann kommt abgehetzt in die Küche gerannt und zieht die Frau hinter sich. Drohend hebt er sein Handy und sieht mich feindselig an. "Ich hole die Polizei. Wer sind sie und was wollen sie hier?" brüllt er und mir ist klar, dass das Alexanders Eltern sein müssen.
Ich hebe die Hände, um zu signalisieren, das von mir keine Gefahr ausgeht aber es scheint sie nicht zu überzeugen.
"Nun mach schon Robert. Ruf die Polizei." Dieser tippt wild auf dem Handy herum. "Ich komm nicht klar mit diesem neumodischen Kram." jammert er und seine Frau reisst ihm genervt das Handy aus der Hand.
"Mum? Dad? Was macht ihr hier?" höre ich Alexander verschlafen sagen und die beiden drehen sich zur Treppe. "Alexander Gideon Lightwood. Was geht hier vor sich?" herrscht die Frau ihn an. "Das ist Magnus" sagt er und deutet auf mich. Ich bin völlig überfordert mit der Situation und versuche zu lächeln. "Schön sie kennen zu lernen Ma'am. Sir." Ich nicke beiden zu und Alexanders Mutter sieht verwirrt zwischen uns hin und her.
"Alec, Schatz. Hast du endlich jemanden gefunden? Ich freu mich so." Verwundert starre ich sie an und kann nicht verhindern, das sie zu mir kommt und mich in ihre Arme reisst. "Ich bin Alecs Mum und du darfst mich gerne Maryse nennen. Willkommen in der Familie." Sprachlos sehe ich sie an und ich muss zugeben, das ich sie mag. Sie strahlt mich liebevoll an und zieht mich an meinem Arm zu einem Stuhl. "Ich will alles wissen." sagt sie aufgeregt und ich sehe hilflos zu Alexander, der sie Szene von der Treppe aus beobachtet. Sein Vater steht bewegungslos an der gleichen Stelle, wie zuvor und sieht ebenfalls völlig überfordert aus.
"Mum" Alexanders Stimme klingt liebevoll. "Lass Magnus aus deinem Kreuzverhör. Es ist fast Mitternacht und wir wollten schlafen gehen. Was macht ihr überhaupt hier?" Sie sieht ihren Sohn an. "Wir haben einen Wasserschaden im Ferienhaus und mussten abbrechen. Die Handwerker können frühestens am Montag kommen." Alexander nickt. "Das tut mir leid. Ich habe euch ein ruhiges Wochenende gegönnt."
"Dir selbst anscheindend auch." ertönt die Stimme seines Vaters plötzlich und er kommt auf mich zu. "Robert Lightwood. Freut mich." Zögerlich ergreife ich die angebotene Hand. "Magnus Bane Sir." Er lacht. "Nenn mich einfach Robert." sagt er und ich nicke.
Warum klärt Alexander nicht auf, das ich nicht sein Freund bin? Und warum haben seine Eltern scheinbar kein Problem damit, das ich ein Mann bin? Ich verstehe gar nichts mehr und so sehe ich wohl auch aus, denn Alexander greift nach meiner Hand und zieht mich hinter sich her die Treppe hoch. "Gute Nacht" ruft Maryse uns hinterher und raunt dann ihrem Mann zu "Sie sind ein schönes Paar, findest du nicht?"
Oben angekommen mache ich die Tür zu und drehe mich zu Alexander um. "Kannst du mir das bitte erklären?" Augenblicklich fällt sein neu gewonnenes Selbstbewusstsein von ihm ab und er sieht mich unsicher an.
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Malec - Save the Date
Fanfiction(Abgeschlossene Geschichte) Magnus Bane hat einen eher ungewöhnlichen Job. Er verhilft Singles zu Dates mit ihren Traumpartnern. Er unterstützt sie beim Flirten und hat eine Menge Tricks auf Lager. Seine Trefferquote ist hoch, allerdings läuft es in...
