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Am Mittwoch würde meine Schicht im Musikgeschäft anfangen und heute war Dienstag. Ich machte mich wie normal für die Schule fertig und Jake fuhr mich zur Schule. Doch als wir ausstiegen klemmte die Tür ein wenig bei mir und Jake kam auf meine Seite um mir zu helfen. Natürlich mussten Cassie und ihre Freundinnen zuschauen. Als Jake die Tür auf bekam, wollte ich aussteigen, normal ausstiegen. Aber natürlich musste ich stolpern und so fing mich Jake auf. ,,Danke.'' lächelte ich Jake nervös an. Jake gab mir sein all zu bekanntes 500 Watt Lächeln. ,,Kein Ding.'' sagte er. Ich wunderte mich das Cassie's Blick nicht am schlimmsten aussah, sondern der von ihrer Freundin. Ich hatte ihre beiden Freundinnen nie wirklich bemerkt, aber so wie ich die eine sah, bekam man das Gefühl das sie etwas für Jake empfand. Mir wurde so einiges klar und ich konnte so ein paar unerklärte Sachen verknüpfen. Wie zum Beispiel, als ich mich wunderte woher Jake seinen Knutschfleck hatte. Erst dachte ich der wäre von Cassie. Aber Jake hatte die Nase satt von Cassie. Das war deutlich zu bemerken. Und so wie ich grade alles sah, würde man schon fast behaupten können, das Jake und Cassie's Freundin hinter Cassie etwas am Laufen haben. Ich schob aber erstmals die Gedanken zur Seite und versuchte den Schultag zu überleben. Jake lief zu seinen Freunden. Und Gott sei Dank wollte Zack nichts mehr von mir. Naja auf jeden Fall hatte ich das Gefühl, er wolle nichts mehr von mir. Wesley winkte mir zu und ich winkte ihm zurück. Cole war nicht zu sehen bei Jake, Wesley und Zack. Wahrscheinlich war er in irgendeinem verdreckten Klo mit einem neuen Mädchen.
Die Schulstunden verliefen so einigermaßen ohne das ich mich übergeben musste. Von Cassie und ihren zwei Freundinnen war nichts zu sehen. Und das war auch gut so. Und nach der letzten Stunde in der wir Sport hatten, dachte ich schon fast ich hätte den Schultag überlebt ohne von Cassie attackiert zu werden. Doch da hatte ich mich leider zu früh gefreut. Ich war die letzte in der Mädchenumkleide. Ich wollte die Umkleide verlassen, als Cassie und ihre beiden Freundinnen rein stürmten. Ich stöhnte innerlich und fing an zu bereuen, das ich mich so langsam umgezogen hatte. Ich lehnte mich gegen die Wand an und schaute mit einem wartenden Blick auf die drei hinab. Mir fiel auf das die mit dem wütenden Blick von heute Morgen einen Milkshake in der Hand hatte. Das würde nichts Gutes bedeuten, dachte ich mir. ,,Ich hatte dich gewarnt, Santiago.'' drohte mir Cassie. Ich war nicht eingeschüchtert von ihr, sondern wunderte mich von wo sie meinen Nachnamen wusste. ,,Und ich hatte jetzt vor zu gehen.'' sagte ich und wollte die Umkleide verlassen, doch die eine Freundin stoppte mich. ,,Du bleibst schön hier.'' motzte mich die an, die mich gestoppt hatte. ,,Reicht, Mandy. Wir wollen sie doch nicht verjagen.'' sagte Cassie eingebildet. Also einer ihrer Freundin hieß Mandy. ,,Zu spät.'' meinte ich seufzend. Cassie war nicht eine von diesen Mädchen die Stroh dumm waren, im Gegenteil sogar. Sie wirkte überlegen und erfahren. Wenn man sie ansah, bekam man das Gefühl das sie einen durchschauen würde. ,,Kann ich gehen?" fragte ich ohne Hoffnung, da ich schon die Antwort darauf wusste. ,,Die Frage ist wohl eher, kannst du das, wenn wir mit dir fertig sind?" meinte Cassie gelassen, mit einem hässlichen Grinsen. Die Antwort hatte mich nicht überrascht. Ich musste wegen ihrem hässlichen Grinsen schmunzeln und leider bemerkte sie es. ,,Mandy, halt sie fest.'' knurrte Cassie. Mandy zog mich an den Armen und hielt sie hinter meinen Rücken fest. Ich lies meine Arme frei willig mitziehen. ,,Na da bin ich gespannt.'' antworte ich mit einem Unterton von Neugier. Cassie lies das andere Mädchen ihre Tasche halten und kam dann auf mich zu. Sie schaute mich noch einmal abwartend an, als ob sie verzweifelt nach einer Reaktion von mir suchte. Doch ich schaute sie nur mit einem leichten Grinsen an. Es war nicht das Erste Mal das ich in einer Schlägerei verwickelt war. Jeden Falls nicht unter Jungs. Doch unter Mädchen schon. Keine Ahnung wieso man es immer auf mich abgesehen hatte, doch ich lies es zu. Früher lies ich es sogar einmal zu, das man mich beinahe ohnmächtig prügelte. Ich dachte, ich hätte es verdient. Ich dachte, ich hätte es verdient da ich damals mich nicht genug um meinen Großvater gekümmert hatte. Ich dachte, ich hätte es verdient, weil ich mir nie Sorgen gemacht hatte andere Freunde zu finden. Doch ich wusste jetzt besser. Und ich würde es sicherlich nicht zu lassen, das mich die Zicken fertig machen. Ich spürte mein rechtes Augen zucken, bevor Cassie mit ihrer Faust in mein Gesicht einschlug und mein Auge traf. Mein Kopf drehte sich nach links und ich schaute auf den Boden. Schon einen kurzen Moment schlug sie wieder zu und traf meine Nase. Ich spürte den schrecklichen Schmerz und die Flüßigkeit die begann, raus zu fließen. Ich spürte den Adrenalin und hatte Satt, schon nach zwei Schlägen. Bevor Cassie zum dritten Mal anschlug, zerrte ich mich aus Mandy's Griff. Ich schubste sie mit voller Wucht gegen die Wand und ging auf Cassie los. Ich nahm ihren Kopf und trat mein Knie in ihr Gesicht. Cassie lies einen Schrei raus und drückte sich auf den Boden. Ich widmete mich zu dem anderen Mädchen. ,,Lucy, schütt den Milkshake aus.'' schrie Mandy auf den Boden gekrümmt. Doch bevor 'Lucy' den Milshake auf mich ausschütten konnte, nahm ich ihr ihn weg und schmiss ihn hinter mir in eine Ecke. Als ich mich umdrehte, verging alles wie in Zeitlupe. Lucy zog an meinen Haaren, während Cassie aufstand und mir ins Gesicht trat. Danach war alles durcheinander. Ich spürte Nägel in meinem Rücken und im Gesicht. Ich schmeckte Blut im Mund und Tritte in meinem Bauch. Ich hatte mich versucht zu währen, doch sie waren zu stark. Plötzlich stoppten sie und ließen mich zusammen geschlagen auf den Boden der Umkleide zurück und verließen mich. Ich versuchte mich auf zu rappeln, doch scheiterte beim ersten Versuch. Beim zweiten schaffte ich es und lief zu den Spiegeln rüber. Ich sah schrecklich aus. Ich hatte ein blaues Auge. Mir klebte getrocknetes Blut an der Nase und mein Mund war angeschwollen. Meine Haare waren durcheinander und mein T-shirt war am Rücken etwas zerfetzt und es klebte Blut dran. Ich drehte mich um und wollte zu den Duschen laufen, doch ein Mädchen kam im selben Moment heraus. Sie hatte ihre Klamotten schon an, doch ihre Haare waren nass. ,,Was ist denn mit dir passiert?'' fragte sie mich verwundert. Sie hatte rote Haare mit einer Mischung aus braun und leuchtend grüne Augen. ,,Bin gefallen.'' antwortete ich gelogen und wollte an ihr vorbeigehen zu den Duschen, um mein Gesicht zu waschen. Aber sie hielt mich auf und sagte mir: ,,Ich hab Stimmen gehört.'' ,,Einbildungen.'' meinte ich. ,,Komm, lass mich dir helfen.'' sagte sie mit einem Lächeln der nicht zu ihren Augen reichte, denn die Augen guckten mich besorgt an. Sie nahm ihr Handtuch und tauchte die Spitze ins Waschbecken voller Wasser und tupfte mir es ans Gesicht. ,,Ich dachte niemand wäre mehr da in den Umkleiden.'' sagte ich. ,,Da hast du dich getäuscht.'' versuchte sie aufmunternd zu klingen. ,,Du musst mir nicht helfen.'' meinte ich. Sie gab zurück: ,,Aber ich will dir helfen.'' Die Antwort überraschte mich ein wenig. Das Mädchen klang so selbstbewusst und doch verletzlich und klein. Als sie fertig war gab sie mir ihre Hand. ,,Ich bin Beth.'' Ich nahm sie an und ich bekam ein wohliges Gefühl. ,,Zoya.'' antwortete ich und zog meine Hand wieder ein. ,,Danke.'' sagte ich und wollte die Umkleide mit meiner Schultasche verlassen, als Beth noch etwas sagte. ,,Wenn ich du wäre, würde ich mein T-shirt wechseln. Du siehst aus, als ob du die Hunger Spiele überlebt hättest.'' Ich lachte kurz und drehte mich um. ,,Danke fürs Kompliment.'' meinte ich sarkastisch und holte mein T-shirt raus was ich ihn Sport an hatte. ,,Immer doch.'' antwortete sie lächelnd. Ich zog mir mein verdrecktes Shirt über den Kopf und zog mir das andere an. ,,Das waren Cassie und ihre Nachfolgerinnen, nicht wahr?'' fragte sie mich angewidert. ,,Sag es bitte niemanden.'' flehte ich sie an. ,,Wieso? Sie sollten büßen, für das was sie getan haben.'' sagte Beth entsetzt. ,,Kein Grund noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.'' waren meine letzten Worte als ich kurz ihren Anblick Stand hielt und dann die Umkleide verließ. Ich hoffte nur das Jake nicht mehr auf mich wartete. Doch wenn das der Fall sein würde,müsste ich einen Weg finden nach Hause zu gelangen. Mein Bauch und mein Gesicht schmerzten noch, aber ich versuchte es so gut wie möglich mir nicht anmerken zu lassen. Ich schaute auf dem Parkplatz nach und ich schnappte erleichtert nach Luft, als ich Jake's Auto nicht vorfand. Ich schaute auf mein Handy und bemerkte das jeden Moment der Schulbus fahren würde. Also rannte ich los. Ich schaffte es noch rechtzeitig und setzte mich nach ganz vorne in die zweite Reihe. Ich setzte mich bedacht nach vorne, da ich wusste hinten würden mich nur Leute anglotzen. Das taten sie auch hier vorne, aber nicht zu sehr. Ich kam zu Hause an und hoffte das Jake nicht da sein würde. Ich hatte den Schlüssel von Lilly bekommen und mit dem öffnete ich auch die Haustür. Möglichst ohne Geräusche zu machen lief ich schleunigst ins Zimmer.
Ich hatte mir ein langes Bad genommen um meine angespannten Muskeln und meine Wunden zu entspannen. Mit nur einem Handtuch um mich gewickelt und einen Handtuch im meinen Händen, mit denen ich meine Haare trocknete lief ich in mein Zimmer. Ich machte die Tür auf und mein Herz machte einen Satz. Jake saß auf meinen Bett und schaute auf zu mir. ,,Was machst du hier?'' rief ich entsetzt. ,,Die bessere Frage wäre wohl, wieso du mir aus den Weg gehst und wo du nach der Schule warst?'' fragte er. Ich konnte genau sehen wie er mich von oben nach unten musterte, doch ignorierte es. Denn ich war verwirrt. ,,Wieso sollte ich dir aus den Weg gehen?'' fragte ich. ,,Du hast wieder Verletzungen an deinem Gesicht.'' bemerkte Jake und spannte seinen Kiefer an. Ich sah ganz genau wie er seine Hände zu Fäusten ballte. Er stand auf und kam mir näher. Ich lief nach hinten, denn ich wollte ihn nicht mein Gesicht genauer ansehen lassen. Ich lief gegen die halb geöffnete Tür mit meinen Rücken und Jake schloss sie mit seiner rechten Hand und lies die Hand angelehnt rechts von meinem Kopf. Er war jetzt ganz nah und nahm mit seiner linken Hand mein Kinn in seine Hand. Seine Augen verdunkelten sich ruckartig. ,,Wer hat dir das angetan?'' fragte er zähneknirschend. ,,Ich bin gegen ein Baum gelaufen.'' antwortete ich während ich den durchdringenden Blick von Jake, Stand hielt. ,,Hör auf zu lügen. Wer hat dir das angetan?'' fragte er nochmal. ,,Ich lüge nicht.'' log ich. ,,War es jemand aus der Schule?'' fragte er. ,,Nein.'' antwortete ich. ,,Wer?'' fragte er voller Hoffnung. ,,Ein paar Mädchen.'' antwortete ich weg schauend. Er zog mein Kinn so, dass ich keine andere Wahl hatte, als ihn an zusehen. ,,Wieso?'' fragte er. ,,Du stellst ganz schön viele Fragen.'' lachte ich, ohne etwas lustig zu finden. ,,Antworte.'' befahl er mir. ,,Bin gegen einer auf der Straße geknallt.'' erfand ich. ,,Und die haben dich in aller Öffentlichkeit verdroschen?'' fragte er ungläubig. ,,Jop.'' antwortete ich und poppte das 'p'. ,,Wirst du mir jemals die Wahrheit verraten?'' fragte er seufzend. ,,Nein.'' sagte ich erleichtert da er das Thema nun ruhen lies. ,,Du hast ein blaues Auge.'' meinte er nach einer Zeit. ,,Schön und könntest du jetzt das Zimmer verlassen? Ich ziehe es in Erwägung mich umziehen zu wollen.'' sagte ich ungeduldig. Jake kam mir plötzlich ganz nah. ,,Ok, aber hör zu. Wenn ich raus finde wer dich so zugerichtet hat mache ich ihnen die Hölle heiß.'' Das waren seine letzten Worte, bevor er das Zimmer verließ.
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Zoya all by herself [German]
Novela JuvenilZoya ist eine Einzelgängerin. Sie kennt sich mit Autos aus. Sie liebt Horrorfilme. Sie hat keine Mädchen als Freunde. Sie tut nicht den sonstigen Mädchenkram. Und nun müssen ihre Eltern nach Amerika um nach ihrer kranken Oma zu schauen. Sie darf nic...