3. Ach Du Scheiße...Feuer!

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Kapitel 3 - Ach Du Scheiße...Feuer


-- Lilly --

Bilbo führte uns in den hinteren Teil der Höhle. Seine Behausung war größer, als man es aus den Filmen hatte schließen können. Durch die holzverkleideten Wände, zusammen mit dem hellen Anstrich und zahllosen Fenstern, die einen Blick ins Grüne ermöglichten – nur nicht jetzt, jetzt war es draußen dunkel – wirkte die Hobbithöhle jedoch offen, freundlich und behaglich. Bilbo war ein wirklich zuvorkommender Gastgeber, hatte für jeden von uns ein eigenes Zimmer und organisierte frische Bettwäsche, sowie einen Wasserkrug und einen Nachttopf. Innerlich seufzte ich, das wars wohl mit dem Luxus von fließend Wasser und Elektrizität.

Ich bedankte mich bei Bilbo, wünschte allen eine gute Nacht, packte meine Tasche und verschwand in einem der Zimmer. Ich fand mich in einem kleinen, aber sehr behaglich eingerichtetem Raum wieder, soweit ich dies in der Dunkelheit erkennen konnte. Es gab eine kleine Kommode mit Stuhl, über der ein Spiegel hing und ein Bett. Auf einem Tisch in der Ecke erkannte ich eine Kerze und steuerte auf diese zu, ehe ich mich mit dem nächsten Problem konfrontiert sah. Neben der Kerze lagen zwei kleine Steine. Probehalber schlug ich sie ein paar Mal aneinander, wurde aber nicht einmal mit einem spärlichen Funken belohnt. Diese Welt schien mehr Schwierigkeiten zu bergen, als man auf den ersten Blick erahnen konnte, wir würden viele Dinge neu erlernen und den Luxus unserer Heimat ablegen müssen. Erfolglos probierte ich es noch ein paar Mal, doch da ich es nicht einmal auf die Reihe bekam auch nur einen kleinen Funken zu erzeugen, gab ich es dann jedoch ziemlich schnell wieder auf. Frustriert schaute ich das Stück Wachs an, ehe ich die Hände ergeben in die Luft warf und mich mit der Dunkelheit abgab. Ich wandte mich von der Kerze ab und ließ mich aufs Bett fallen, ehe ich mich im Dunkeln daran machte in meiner Tasche herumzukramen. Irgendwo da drin musste ich eine Bürste haben. Bevor ich jedoch die Bürste fand, bekam ich mein Handy zwischen die Finger. Daran hatte ich ja gar nicht mehr gedacht. Ich berührte das Display und sofort strahlte ein bläuliches Licht durch das Zimmer. Es zeigte, wie zu erwarten, keinen Empfang an. Mein Finger schwebte zögernd über dem Taschenlampen-Icon, der Akkustand lag bei 87 %, aber ich wollte nicht zu viel Energie verschwenden, vielleicht war es ja doch noch irgendwann nützlich. Wie lange sich die Energie in einem Handy-Akku speichern ließ, wusste ich nicht, jedoch schaltete ich es kurz entschlossen aus und verpackte es sicher in einer Plastiktüte, in der ich heute Morgen Kekse für meine Freunde und mich zum Naschen mitgebracht hatte. Heute Morgen...der Morgen kam mir schon wahnsinnig weit entfernt vor.

Ich warf der Kerze über die Schulter einen bösen Blick zu, ehe ich weiter nach meiner Bürste kramte, als plötzlich ein flackernder Lichtschein durch das Zimmer leuchtete. Ich erstarrte in der Bewegung, ehe ich mich noch einmal zu der Kerze umsah, die jetzt fröhlich vor sich hin loderte. Langsam erhob ich mich und schlich auf die Kerze zu. Ich begann gerade wirklich an meinem Verstand zu zweifeln. Kopfschüttelnd blies ich die Kerze aus, ich sollte wirklich so schnell wie möglich ins Bett kommen. Also wandte ich mich wieder meiner Tasche zu, ehe in der nächsten Sekunde wieder ein flackernder Schein auftauchte.

„Ok, jetzt ist es langsam gruselig" Meine Stimme zitterte leicht und auch wenn es mein Verstand nicht begreifen konnte, so hatte ich dennoch das instinktive Gefühl, dass ich es, so unerklärlich dies auch sein mochte, selbst bewirkt hatte. Ich lief wieder zurück zu der Kerze, ehe ich schluckte und einen Finger ganz nah an die kleine Flamme führte. Wenn ich dies wirklich selbst gewesen...aber das war doch Schwachsinn...oder? Wäre ich zuhause, in meiner altbekannten Welt, in meinem Zimmer gestanden, dann hätte ich kaum Zweifel daran gehabt, dass jemand einen schlechten Scherz mit mir trieb, oder es eine andere logische Erklärung für ein absurdes Ereignis hätte geben müssen. Aber die Tatsache, dass ich hier in Mittelerde war, in Bilbos Haus, in Beutelsend...diese Tatsache ließ in mir eine Ahnung aufkeimen, dass diese Idee, eingestrickt in diese Vorkommnisse, verglichen mit allem, was ich davor gekannt hatte, gar nicht so absurd war, wie ich es mir ausdachte. Das spärliche Licht der kleinen Flamme beleuchtete flackernd die schwarze Flamme an meinem Handgelenk. Ich starrte das Zeichen auf meiner Haut an, ehe ich meinen Zeigefinger, der noch immer ganz nah vor der Flamme schwebte, zitternd genau in die Flamme über den Docht schob. Ich sog scharf die Luft ein, hatte ich doch erwartet, dass es sofort schmerzen würde, dass meine Haut verbrennen und schwarz werden würde und beinahe hätte ich mich für meine unbesonnene Tat gescholten...doch mein Finger tat nicht weh. Nicht einmal ansatzweise. Verblüfft zog ich die Hand zurück. Er war erwärmt, aber das war es auch schon gewesen.

Eine Reise Zum Erebor  - in ÜberarbeitungGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt