Kapitel 6 - Die Zwerge
Lillys Sicht
Nun war aber ein Tumult los, wie auf dem Jahrmarkt. Alle Zwerge rannten in der Gegend herum und transportierten Essen von der Speisekammer in das Esszimmer. Um uns kümmerte sich niemand und das war mir recht so. ich wappnete mich noch immer um das bevorstehende Zusammentreffen mit Thorin zu überstehen. Weder im Buch noch im Film, war er ein umgänglicher Charakter gewesen und ich schauderte schon bei dem Gedanken mit ihm reden zu müssen.
„Nun Lilly, warum beteiligt Ihr Euch nicht an diesem regen Treiben?" Gandalf stand neben mir und machte eine ausladende Geste.
„Wisst Ihr. Ich genieße noch die Ruhe vor dem Sturm. Im Moment habe ich noch Zeit für mich. Mir dünkt dass sich das bald ändern wird.", erklärte ich dem grauen Zauberer ehrlich und wich Bilbo aus, der an mir vorbeihetzte. Von dem Hobbit hörte man nichts mehr außer hin und wieder ein entnervtes oder frustriertes Aufstöhnen. Er erinnerte mich ein bisschen an meinen ehemaligen Geschichtslehrer in der Schule, der genauso aufgeregt in der Gegend herumgerannt war, wenn er von irgendwelchen großen Anführern des Mittelalters redete, die eigentlich keinen Menschen interessierte.
„Da habt Ihr richtig gelegen, meine Liebe, auch wenn man die jetzige Situation nicht als Ruhe bezeichnen kann." Meinte Gandalf und zwinkerte mir verschmitzt zu.
„Auch in einer leichten Brise kann man sich entspannen" Ich zuckte die Schultern und ging neben Gandalf her in die Küche.
„Nun Lilly, mir scheint Euch beschäftigt irgendetwas?" Gandalf ließ sich auf einen Stuhl an der gedeckten Tafel nieder, die sich nun auch langsam mit Zwergen besetzte.
Ich...", ich brach ab und dachte nach, bis ich beschloss einfach geradeheraus mit der Wahrheit herauszubrechen „Das was Ihr plant"
„Ich fürchte ich verstehe Euch nicht ganz" Ich wich Gandalfs Blick aus. Der Zauberer konnte einem immer ein unbehagliches Gefühl vermitteln.
„Ich frage mich nur, was Ihr plant. Es wird wohl kaum ein Zufall sein, dass Ihr kaum einen Tag später, nachdem Ihr hier ward, mit einer ganzen Zwergenschar wieder auftaucht.", sagte ich keck und nahm mir ein Stück Brot von dem Teller vor mir. „Ihr scheint eine größere Sache zu planen, und auch wenn der Anführer für dieses Unternehmen wohl noch nicht eingetroffen zu sein scheint, scheint ihr der Organisator von dem allen zu sein."'
„Von wem wisst Ihr das?" Gandalfs misstrauischer Blick stach mir unangenehm ins Auge.
„Ich spreche nur die Tatsachen aus, die man durch einfaches Beobachten erschließen kann"
„So scheint Ihr aber ein sehr gutes Auge zu haben"
„Nicht doch. Das war nicht gerade schwierig. Man muss nur aufmerksam sein", erklärte ich und gab mich möglichst gelassen „Demnach Ihr am vergangenen Tag auch ein Gespräch mit mir hattet, war ich so frei anzunehmen, dass ich, neben Herr Beutlin, in Eurem Plan ebenfalls eine Rolle spiele, so fern ich das mit einberechne, dass Ihr hier erneut ein Gespräch mit mir angefangen habt und sehr an meinen Fähigkeiten interessiert ward."
Ein erfreutes Lachen entkam dem grauen Zauberer. „Wie kommt Ihr denn darauf?"
„Reine Intuition" Skeptisch betrachtete ich Gandalf und hielt dem Blick aus seinen stechenden blauen Augen stand.
„Oder Ihr wisst einfach mehr als ich wahrnehmen kann", murmelte Gandalf und musterte mich noch einmal eingehend. „Ihr wisst etwas, wollt es aber nicht preisgeben"
„Ich meine, viele Leute wissen etwas, oder glauben etwas zu wissen, was sie auch nicht verraten wollen. Genauso wie Ihr.", erklärte ich frei heraus. „Ich habe Eure Sache schon erraten, doch scheut Ihr Euch davor mir nähere Einzelheiten preiszugeben."
„Es ist wieder mal eine Freude sich mit Euch zu unterhalten" Gandalfs herzhaftes Lachen, war das letzte, was ich jetzt erwartet hätte. Litt er unter Stimmungsschwankungen, nachdem es gerade noch eine so angespannte Situation war.
„Danke?", sagte ich demnach leicht perplex und stimmte zaghaft ein wenig in sein Lachen mit ein.
„Ihr habt es richtig erraten, doch wenn ich Euch sage, dass es später alles genauer erläutert wird, würdet Ihr dann aufhören mich so vorwurfsvoll anzusehen?"
Entschuldigend senkte ich den Blick und setze ein leichtes Lächeln auf. „In Ordnung" Mit diesen Worten wandte ich mich meinem Käse und er sich seiner Wurst zu und damit hatte sich diese Sache erledigt.
Ich wandte mich grinsend an Sarah, die zu meiner anderen Seite saß, schließlich müsste sie es alles mitbekommen haben, doch Fehlalarm. Ich erstarrte, als ich sah, wie sie quer über den Tisch gaffte. „Also wer von den beiden Brüdern ist es?", fragte ich sie leise, doch sie erschrak sich dennoch so, dass sie sich fast das halbe Bier über den Schoß schüttete.
„Was?"
„Der leichte Rotstich im Gesicht steht dir wirklich gut, aber du hast mich schon verstanden", grinsend zog ich die Augenbrauen nach oben. „Jetzt komm schon, mir kannst du's doch sagen"
Sarah antwortete mir nicht einmal, sondern griff nur nach ihrem Bierkrug und begann in großen Schlucken zu trinken.
Ich grinste noch einmal breit, hob meinen eigenen Krug, prostete ihr zu, nahm ebenfalls einen großen Schluck...und spuckte alles wieder zurück. Nun war es an Sarah breit zu grinsen. Ich verdrehte nur die Augen und schob den Krug aus meiner Reichweite. Ich hatte vergessen wie sehr ich Bier hasste. Von dem Zeug wurde mir immer schlecht, ausnahmslos.
„Ist das Zeug widerlich", brachte ich nur hervor bevor ich nach dem Wasser griff, doch die Kanne war leer. „Das darf doch wohl nicht wahr sein", fauchte ich vor mich hin. „Ich geh mal kurz neues Wasser holen. Vielleicht finde ich dabei auch noch einen guten Wein." Ich schnitt eine vielsagende Grimasse, bevor ich aufstand. Mein Ziel war eine von Bilbos Speisekammern und als ich die Tür zur besagten Kammer aufstieß fand ich keinen Wein darin, sondern einen aufgelösten Bilbo. Er stand inmitten der leergefegten Speisekammer und zog ein betrübtes Gesicht.
„He, alles soweit in Ordnung?", fragte ich und legte ihm sanft eine Hand auf die Schulter.
„Nein nichts ist in Ordnung!", rief Bilbo etwas deprimiert und blickte sauer hinter sich in Richtung Esszimmer, wo die Zwergengemeinschaft laut über irgendetwas grölte.
Ich nickte verstehend. „Soll ich dir vielleicht bei irgendwas helfen?", fragte ich den Hobbit, da ich mich schuldig fühlte, denn er hatte schließlich meine Freunde und mich gastfreundlich aufgenommen und alles was ich tat, war den Wein in seinen Speisekammern zu suchen.
Bilbo schüttelte aber nur müde den Kopf. „Nein, nein geh nur zurück und amüsiere dich, ich komme schon klar!"
Skeptisch warf ich dem Hobbit einen Blick zu, doch dann nickte ich und ließ ihn allein zurück. Ich organisierte nur noch schnell das Wasser, denn das hatte ich ziemlich nötig. Ich spürte wie mir schon wieder schlecht von dem Bier wurde. Am Tisch angekommen setzte ich mich wieder neben Sarah und musste sogleich losprusten.
„Jetzt reiß dich ein bisschen zusammen!", gluckste ich ihr kichernd zu. „ Es sieht nämlich echt lustig aus, wenn du ihn immer so anstarrst."
Wie aus einer anderen Welt gerissen sah Sarah verwirrt auf. „Was meinst du?", fragte sie ganz neutral.
„Sag mal merkst du es gar nicht, wenn du quer über den Tisch starrst? Und das ununterbrochen?"
beleidigt verschränkte Sarah die Arme. „Mensch Lilly. Hör schon auf"
„Ist ja schon gut, ich mein ja nur, wenn du ihn noch einmal so anstarrst, dann denkt er du hast Hirnstörungen, vor allem wenn du auf einer Seite sabberst-"
„LILLY!"
„Ist ja schon gut. Tut mir Leid", Sarah ignorierte mich und trank einen Schlug von ihrem Bier. Ich schüttelte nur den Kopf über ihre fehlende Einsicht und griff nach dem Wasserkrug. Der Geruch von diesem Bier machte mich ganz wuschig im Kopf. Noch ein Zeichen dafür, wie sehr ich dieses Gebräu hasste. Wein, Sekt, Hugo kein Problem, sogar die harten Sachen verabscheute ich nicht so sehr wie Bier.
„Das mit den tiefen Stühlen scheint bei den beiden aber zu funktionieren", stellte Sarah plötzlich fest und nickte über den Tisch zu Mia und Sam, die mit Freuden mit den Zwergen mitsoffen. Na Toll
„Ja ganz super. Nachher dürfen wieder zwei vollkommen volle ins Bett bringen", murmelte ich entgeistert und trank noch ein Schluck Wasser.
„Glaub ich nicht" Sarah sah belustigt unseren beiden Freunden zu, die sich gegenseitig nachfüllten. „Elben vertragen eigentlich mehr als andere"
„und inwiefern soll mich das beruhigen?", hakte ich unentschlossen nach, während ich immer mehr spürte, wie mir das Bier auf den Magen schlug.
„Alles in Ordnung?", fragte nun auch Sarah und musterte mich prüfend. „Du bist ganz bleich"
„Ja das Bier. Ich geh mal kurz ins Bad"
Belustigt hob Sarah eine Augenbraue und prostete mir zu. „ich trink einen auf dich", lachte sie grinsend.
„Ja klar", murmelte ich konnte aber nicht umhin doch leicht zu grinsen. Auch Sarah wurde, wenn sie trank, um einiges aufgeschlossener und vor allem ausgelassener, was man von ihrer schüchternen Art eigentlich gar nicht kannte.
Im Bad angekommen riss ich erst einmal das Fenster auf und beugte mich hinaus. Die frische Luft tat gut. Ich trat vor den großen Spiegel und sah mich an. Sarah hatte Recht ich sah wirklich nicht gut aus. Schnell spritzte ich mir Wasser ins Gesicht und ließ mich an den kühlen fließen entlang auf den Boden gleiten um noch einmal tief durchzuatmen.
Als ich mich wieder einigermaßen gut fühlte kehrte ich zu den anderen zurück. „Was habe ich verpasst?", fragte ich Sarah halblaut, die an dem aufgeräumten Esstisch saß und gemütlich ihr Bier schlürfte.
„Oh nur das Aufräumlied der Zwerge", meinte sie breit grinsend. Aber ansonsten eigentlich nichts"
Ich nickte und ließ mich neben ihr nieder als es als es klopfte. „Er ist da!", sagte Gandalf und schlagartig wurde es still.
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Eine Reise Zum Erebor - in Überarbeitung
FanfictionEine unerwartete Reise nach Mittelerde, Neue Kräfte, Gefahren, Kämpfe und Abenteuer, Bla Bla Bla... Von solchen Klapptexten hast du sicher schon Tausende gelesen und wahrscheinlich gibt es auch schon tausende Storys, die meiner sehr ähnlich sind. Do...
