Kapitel 33 - Der Bürgermeister
Lillys Pov
Wütend stapfte ich durch die schmale Tür in Bards Haus und donnerte sie, ohne mich auch nur im geringsten um die verwirrten, neugierigen und vielleicht auch etwas misstrauischen Blicke der anderen zu kümmern wieder hinter mir zu. Das war doch nicht fair, verdammt noch mal.
„He was ist denn mit dir los?" Sam kam mit Mia im Schlepptau auf mich zuglaufen und runzelte beklommen die Stirn.
„Ach nichts", schnaubte ich sarkastisch und warf ihm einen ärgerlichem Blick zu. „Ich habe nur gerade erfahren wie es sich anfühlt, wenn man ein Messer in den Rücken gestoßen bekommt"
Ich verschränkte wütend die Arme vor der Brust und sah wie sich Mia und Sam vielsagende Blicke zuwarfen.
„Was?", fragte ich scharf und spürte wie meine Nerven sich immer mehr spannten.
„Zwischen Thorin und dir, da ist...", fing Mia an und brach verlegen wieder ab.
„Ist was?", hakte ich wütend nach.
„Naja, ihr saßt da so vertraut und dann bin ich reingeplatzt und dann...jetzt bist du auf jeden Fall unausstehlich"
„Meine schlechte Laune hat nichts mit Thorin zu tun!", fauchte ich sie nachdrücklich an doch mein Gehirn protestierte...welch eine Lüge!
„Aber du-"
„Hört zu", unterbrach ich nun Sam und atmete tief durch. „Der Grund für meine Laune, und dass ich im Moment einfach alles gerne an die Wand klatschen würde ist, dass mir Thorin das ausdrückliche Verbot erteilt hat mit zum Erebor zu kommen." Ich holte tief Luft. „Und das ist nicht fair"
„Oh", machte Sam und schaute leicht betreten aus der Wäsche.
„Hast du eine Ahnung warum er das getan hat?"
„Nein Mia, ganz und gar nicht", seufzte ich und dieses Mal entsprach es der Wahrheit.
„Aber dann hat dein Problem doch mit Thorin zu tun", zog Sam seine Schlussfolgerung und wackelte grinsend mit den Augenbrauen.
Ich verengte meine Augen zu schlitzen, als die Tür knarzte und der eben genannte im Rahmen stand. Ich sah wie sein Blick durch den Raum huschte, kurz an mir hängen blieb, bevor er dann schnurstracks auf Bard zulief.
„Wo sind die Waffen?", brachte er knapp heraus.
Der Bogenschütze sah wegen dem ruppigen Tonfall des Zwergenprinzen wenig verschreck aus. „Wartet hier", sagte er unbeeindruckt und verschwand durch eine Tür, durch die er auch kaum eine Minute später wieder eintrat – dieses Mal mit einem großen Sack über der Schulter. Mit einem lauten Rums ließ er den übrigens klitschnassen, tropfenden Sack auf den Tisch fallen. Das Klirren von Metall war kaum zu überhören, doch kaum dass der Sack offen war brach ein großes Gezeter und Gemurre los.
„Was soll denn dass sein", hörte ich Dwalin entgeistert sagen, der sich nun näher über den Tisch beugte und so etwas in die Hand nahm das aussah wie eine rostige Harpune. „Wir haben euch für Waffen bezahlt, aus Eisen geschmiedete Äxte und Schwerter", knurrte er und warf die rostige Harpune zurück auf den Tisch. Mit lautem Klirren flogen auch die anderen zusammengebauten und verrosteten Spieße zurück und laute Protestrufe wurden zum Besten gegeben...ziemlich laute. Nun, ich war ja nicht immer Dwalins meinung, doch ich musste ihm Recht gegeben, was auch immer das hier für improvisierte Gerätschaften waren, selbst für mein unwissendes Auge sahen sie nicht aus wie Waffen.
„Man findet nichts Besseres außerhalb der Waffenkammer. Alle geschmiedeten Waffen sind dort", erklärte Bard mit säuerlichem Unterton.
Thorin runzelte verärgert die Stirn, doch bevor er etwas sagen konnte wurde er von Balin unterbrochen. „Thorin, nehmen wir doch das was wir haben und brechen auf", sagte der alte Zwerg eindringlich. „Ich bin schon mit weniger ausgekommen und du auch. Ich sage wir nehmen das was hier liegt und machen uns auf zum Berg. Der Durinstag ist schon übermorgen und wir müssen zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle stehen"
Das waren wohl wahre Worte, doch ich könnte 1 zu 100 Wetten, dass es Thorin wieder einmal besser wusste.
„Ihr geht nirgendwo hin", ergriff nun Bard grob das Wort, welcher ebenfalls Balin zugehört hatte.
„Ach ja? Und wer will uns das befehlen?", fragte Dwalin aufwiegelnd und baute sich vor Bard auf, was mit seiner geringen Größe jedoch keinen großen Unterschied machte.
„Spione beobachten unser Haus und vermutlich auch jeden Steg und Anleger in der Stadt. Ihr wartet gefälligst bis es dunkel wird", zischte Bard Dwalin an, der nur etwas sauer vor sich hingrummelte, sich aber geschlagen gab.
Es war zwar schon dunkel, und das auch schon seit geraumer Zeit, doch wenn Bard meinte es könnte noch dunkler werden, dann ließ ich ihm mal diesen Glauben, mal ganz abgesehen davon, dass wir vorher schon vor der Tür gewesen waren und auch nicht erwischt wurden.
Ich seufzte und rieb mir die Schläfen. Irgendwie, seit dem ich wusste, dass mir der Weg zum Erebor vorerst verwehrt bleiben würde, hatte ich verstärkt das Gefühl mehr als nur unnütz zu sein...im gewissem Sine ein Klotz am Bein, den man irgendwie loswerden musste. Das war wahrscheinlich auch einer der Gründe gewesen, warum Thorin mir die mitreise verwehrt hatte, weil ich auf der gesamten Reise bis hier her schon mehrmals verletzt gewesen war und wahrscheinlich am öftesten gerettet werden musste. Ich spürte wie mein Kopf anfing zu schmerzen und ließ mich frustriert auf einen knarzenden Stuhl fallen. Aber das konnte doch unmöglich Thorins einziger Grund sein. Was zur Hölle ging in seinem Dickschädel nur vor sich. In gewisser Weise war ich ja selbst Schuld dass ich das nicht wusste, immerhin hatte er ja versucht mir seine Gründe mitzuteilen, doch ich hatte ihn abgewürgt...ob ich vielleicht noch einmal nachfragen sollte? Meine Gedanken überschlugen sich und ich suchte Thorin mit den Augen. Der Zwerg hatte sich mit Balin, Dwalin, Kíli und Fíli zurückgezogen. Die fünf diskutierten leise miteinander und warfen abwechselnd Blicke zu dem mit 'Waffen' bestückten Tisch. Ich sah zurück zu Thorin und traf zu meinem Entsetzen auf zwei Eisblaue Augen. Sein Blick verfinsterte sich und abermals kochte die Wut in mir hoch. Nein, ich würde mir nicht die Blöße geben und ihn nach seinen Gründen fragen...sie interessierten mich gar nicht, es gab keinen Grund der triftig genug gewesen wäre. Säuerlich wandte ich meinen Blick wieder ab und verschränkte die Arme. So ein...arrrgh!
„Wir werden heute Nacht die Waffenkammer überfallen und uns richtige Waffen besorgen", hörte ich plötzlich Thorins Stimme und als ich aufsah stand er wieder einmal direkt vor mir.
„Und wen meinst du mit wir?", fauchte ich ihn an.
Thorin runzelte die Stirn. „Lilly, das ist kein Benehmen, und das weißt du"
„Benehmen?", lachte ich wütend auf. „Du denkst hier geht es allen Ernstes um Benehmen? Aber wenn dem so ist, dann mach dir mal Gedanken über dein eignes"
„Ich habe nichts getan worüber ich Rechenschaft ablegen müsste"
„Ach verpiss dich doch", murmelte ich und drehte bestimmt den Kopf zur Seite.
„Was meinst du damit" Mittlerweile klang er gefährlich, wusste er wahrscheinlich ganz genau, dass ich ihn beleidigt hatte, auch wenn er nicht genau den Wortlaut verstand.
Trotzig sah ich ihn jedoch an und legte den Kopf schief. „Du kannst ja mal scharf nachdenken"
„Ich soll gehen"
„Applaus, er hat's geschoben", murmelte ich spöttisch.
Thorin verengte verärgert die Augen. „ich gehe gerne, aber dafür gehst du nachher nicht mit. Du bleibst genau hier sitzen, bis wir wiederkommen"
Empört sah ich ihn an. „Weißt du", begann ich wütend. „Ich hatte eigentlich nicht vor mitzugehen, wollte mich hier nützlich machen", ich hüstelte leicht. „Doch da du mir so gerne vorschreibst was ich zu tun und lassen habe, kannst du dir deinen Befehl sonst wo hinstecken. Ich komme mit", ich funkelte ihn herausfordernd an und hielt die Arme in einer verschränkten Position vor der Brust.
Ich wusste, dass er mir durchaus vorschreiben konnte was ich zu tun hatte, immerhin war es sein Vorhaben, seine Gemeinschaft und er war ein König...nun ja fast. Doch ich hatte die Schnauze voll und das ließ ich ihn spüren, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er es sich auch zu einem kleinen Teil gefallen ließ.
Thorin runzelte die Stirn und sah mich mit einem undefinierbaren Blick an. „Lilly, ich wollte-", fing er an, doch ich fiel ihm entschlossen ins Wort.
„Lass stecken, es interessiert mich nicht", erklärte ich ihm und rauschte an ihm vorbei. Sein Blick im Rücken war irgendwie eine Art Erinnerungszettel. Auch wenn er mir nicht mehr widersprochen hatte, konnte ich gewiss sein, dass es ein Nachspiel geben würde, das ziemlich schlecht für mich aussah.
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Eine Reise Zum Erebor - in Überarbeitung
FanfictionEine unerwartete Reise nach Mittelerde, Neue Kräfte, Gefahren, Kämpfe und Abenteuer, Bla Bla Bla... Von solchen Klapptexten hast du sicher schon Tausende gelesen und wahrscheinlich gibt es auch schon tausende Storys, die meiner sehr ähnlich sind. Do...
