Viktors Sicht
Schwer schluckend stieg ich mit Valentin aus dem Auto und widerstand gerade so dem Drang einfach in Vincents Auto sitzen zu bleiben und mit ihm zurück zu fahren.
Und wenn es jemanden genauso ging wie mir dann war es Aayana.
Wir beide wussten schließlich am besten was es hieß in der Schule durch die Hölle zu gehen.
Valentin würde sich zwar immer anschließen, wenn es darum ging Schule als Hölle zu bezeichnen, doch im Gegensatz zu ihm waren es nicht die Lehrer und die Fächer, die uns quälte sondern eher die Schüler.
Und auch, wenn ich wusste, dass das Mobbing dank meinen Brüdern vorbei und auch nicht mehr anfangen würde – dazu hatten sie viel zu sehr Angst – war da trotzdem dieses mulmige Gefühl.
Dieses Gefühl, dass mich jetzt schon seit Tage plagte und das auch Venus nicht verschwinden lassen konnte.
„Wenn euch irgendwer doof kommt, dann gebt ihr mir Bescheid ok?" Valentins Worte holten mich wieder ins Hier und Jetzt und kurz tauschte ich mit Aayana einen Blick aus ehe wir beide synchron nickten.
Es würde schon alles gut gehen und etwas positives gab es ja.
Ich konnte jetzt wieder durch die Schulgänge laufen ohne Angst zu haben verprügelt zu werden.
Und zudem gab es jetzt ja keine festen Klassen mehr, vielleicht würde ich also auch auf neue Leute außerhalb meiner Klasse treffen können.
Mit Valentin und Aayana betrat ich schließlich die Schule und verabschiedete mich schon relativ schnell von den beiden, um zu meinem Kursraum zu kommen.
Mit zittrigen Knien betrat ich kurze Zeit später meinen Raum und begegnete gleich schon relativ vielen bekannten Gesichtern.
Den Kopf gesenkt haltend lief ich zu einem freien Platz und atmete dann einmal tief ein und aus.
Nur noch zwei Jahre, Viktor und du kannst endlich die High School hinter dir lassen. Nur noch zwei Jahre bis du nie wieder dieses Gebäude betreten musst und am College neu anfangen kannst.
Während ich diese Worte immer wieder wiederholte bekam ich am Rande mit wie mein Lehrer den Raum betrat und um Aufmerksamkeit bat.
Während er seine Begrüßung runter ratterte hielt ich weiterhin den Kopf gesenkt und lauschte erst bei seinen nächsten Worten richtig auf.
„Und bevor wir jetzt mit dem Unterricht beginnen würde ich euch gerne noch eure neue Klassenkameradin vorstellen. Das ist Venus" mein Kopf schoss wie von alleine in die Höhe und mit geweiteten Augen sah ich meine Freundin an, die tatsächlich neben meinem Lehrer stand.
Was zum Teufel?
Venus bemerkte meinen Blick direkt, doch im Gegensatz zu mir schien sie keinerlei überrascht zu sein mich hier zu sehen.
Was hatte ich verpasst?
„Du kannst dich neben Linda setzen. Linda wärst du so lieb und würdest Venus in der Pause etwas die Schule zeigen?"
Linda, ein Mädchen dass wie ich eher zu den stilleren gehörte, nickte direkt und warf Venus dann ein freundliches Lächeln zu als diese sich neben sie setzte.
Die nächsten 90 Minuten verbrachte ich mehr damit meine Freundin an zu starren und mich zu fragen, was genau passiert war, dass sie die Schule gewechselt hatte. Und vor allem wieso sie es mich nicht wissen lassen hat, ich meine, dann hätte ich heute morgen deutlich entspannter aufstehen und mich sogar auf die Schule freuen können.
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